• Neuer Corona-Wirkstoff entschlüsselt: Forscher sprechen von Molnupiravir
  • Neuer Wirkstoff verändert das Erbgut des Coronavirus
  • USA hat sich bereits 1,7 Millionen Dosen gesichert 

Seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es zahlreiche wissenschaftliche Projekte, die untersuchen, wie sich das neue Virus bekämpfen lässt. Forscher entwickeln Impfstoffe, aber auch Medikamente gegen Covid-19. Molnupiravir könnte eins davon werden. Es handelt sich dabei um einen antiviralen Wirkstoffkandidat, der ursprünglich als Grippemedikament entwickelt wurde. Vorläufige klinische Studien zu der Substanz versprechen eine hohe Wirksamkeit gegen das neuartige Coronavirus.

Wissenschaftler am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg haben kürzlich den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus des Wirkstoffs aufgeschlüsselt. „Zu wissen, dass ein neues Medikament anschlägt, ist wichtig und gut. Allerdings ist es genauso wichtig zu verstehen, wie Molnupiravir auf molekularer Ebene wirkt, auch um Einsichten für die weitere Entwicklung antiviraler Substanzen zu erhalten“, erklärt Max-Planck-Direktor Cramer.

Dank Molnupiravir: Corona-Erreger kann sich nicht mehr ausbreiten

Der Wirkstoff schleust RNA-ähnliche Bausteine in das Erbgut des Virus ein. Wird dieses weiter vermehrt, entstehen fehlerhafte RNA-Kopien. Der Erreger kann sich dann nicht mehr ausbreiten. 

Zurzeit befindet sich Molnupiravir in der letzten Entwicklungsphase - wird also an einer großen Zahl von Patienten erprobt. Ob es wirklich sicher ist und als Medikament zugelassen werden kann, wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte bekannt. Die US-Regierung ist jedoch optimistisch: Sie hat sich bereits rund 1,7 Million Dosen im Wert von über einer Milliarde Dollar gesichert.

Mit dem Wirkstoff ließe sich möglicherweise ein ganzes Spektrum von viralen Erkrankungen behandeln“, sagt Claudia Höbartner, Professorin für Chemie an der Universität Würzburg. 

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Vorschaubild: © Symbolfoto: Gerd Altmann/Pixabay