Michael Schäfenacker kreist mit seiner Cessna am Donnerstag als erster über dem Wäldchen. Vier Rauchsäulen steigen zwischen den Bäumen auf, die Cessna senkt die Nase, fliegt eine Schleife. Pilot und Flugbeobachter setzen den Funkspruch ab. Und dann passiert: Nichts. "Wir sind da über eine Stunde gekreist", sagt der Pilot. Sie haben alles richtig gemacht, aber es tut sich nichts.
Gerhard Baumeister, der Luftbeobachter sitzt bei Pilot Schäfenacker. Er erzählt später, die Funksprüche seien nicht angekommen. Eine Panne. Aber die hatte die Einsatzleitung am Boden schnell behoben. Sie leiteten die Funksprüche um. Vom Flugzeug an die Flugschule in Giebelstadt und von dort zu den Piloten der Löschhubschrauber. Wie stille Post, aber es funktionierte. Am Nachmittag sagte Michael Bauch, der für die Sicherheit und Ordnung zuständige Sachgebietsleiter der Regierung von Unterfranken:

"Wir sind zufrieden wie die Übung gelaufen ist."


Es war die große Katastrophenschutz-Übung in Unterfranken. Der Feuervogel 2013. Mit über 100 Einsatzkräften am Boden und in der Luft und acht unterschiedlichen Szenarien. Die reichten von Bahntunnel von oben kontrollieren, über kontaminierten Rettungswagen suchen, bis Waldbrände aufspüren. Die Übung war gleichzeitig die praktische Fortbildung für die Luftbeobachter. Die sollten Feuermeldungen überprüfen, Löschkräfte verständigen und die Trupps am Boden koordinieren.

Transporthubschrauber der Bundeswehr standen bereit, der Bundespolizei-Flugdienst nahm teil und die Polizeihubschrauberstaffel aus Roth.


Einer der Hubschrauberpiloten ist Hauptmann Björn Blotenberg. Ein drahtiger Mann, der am Vormittag an der Schiebetür seiner Bell UH 1D lehnt. Teppichklopfer, sagen die Soldaten zu der Maschine, weil die beim Fliegen Geräusche macht, als verhaue jemand seinen Teppich. Blotenberg hat mehr als 3000 Flugstunden Erfahrung. Er sagt: "Es geht hier nicht nur um das Fachliche. Wir üben hier die innerdeutsche Kooperation." Das ist ungewöhnlich. Normalerweise fliegt Blotenberg mit anderen Nationen oder Bundeswehrstaffeln. Lasteneinsätze, Gebirgseinsätze, Brandbekämpfung. Aber das Zusammenspiel zwischen zivilen Luftbeobachtern, Polizei und Bundeswehr trainieren sie nicht so oft. Sie müssen sich abstimmen.

Geschwindigkeiten vereinbaren, dass auch die anderen Hubschrauber mitkommen. "Der Langsamflug ist die Herausforderung."


Dann geht es los: Piloten klettern in ihre Kabinen, setzen Helme auf. Die Alarmierung ist raus. Zwei Bell, zwei Polizeihubschrauber und ein blauer Puma-Hubschrauber der Bundespolizei heben ab. An Seilen unter den Maschinen hängen die Löschbehälter, die füllen sie am Hörblacher Baggersee im Landkreis Kitzingen und fliegen die wenigen Kilometer hinüber nach Reupelsdorf zum Löschen. "Einer füllt, einer löscht, zwei dazwischen. Wie ein Kreisverkehr", sagt Björn Blotenberg.

"Mit einem alleine können wir kein Feuer löschen."

Jetzt klappt auch die Absprache. "Edelweiß auf dem Weg zur Entnahmestelle", knackt der Funk. Der Polizeihubschrauber. "Joker über West an die Brandstelle", funkt die Bundeswehr-Bell. Ein paar hundert Meter über den Hubschraubern kreist Michael Schäfenacker in seiner Cessna. Verstanden haben sich am Ende alle