Eibelstadt: Weingut Leo Sauer unterstützt Bauernproteste - "es geht alle an"
Autor: Anton Knorr
Würzburg, Mittwoch, 17. Januar 2024
Am Montag (8. Januar 2024) kam es in ganz Franken zu Bauernprotesten. Doch nicht nur Landwirte nahmen daran teil, auch ein Weingut aus dem Landkreis Würzburg war dabei und positioniert sich eindeutig zu den Aktionen.
Der 8. Januar 2024 war der große Auftakt der deutschlandweiten Bauernprotestwoche. Auch in Franken gingen zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren und anderen Arbeitsfahrzeugen auf die Straße, wodurch es teilweise zu starken Verkehrsbehinderungen kam und auch weiter kommen wird. Eine Polizei-Bilanz und Hintergründe findest du in unserem großen Live-Ticker. Unter den Protestierenden war am Montag auch das Weingut Leo Sauer aus Eibelstadt (Landkreis Würzburg), dessen Inhaberin Elke Röder mit inFranken.de über ihre Motivation gesprochen hat.
Im Internet schrieb die Winzermeisterin bereits über die Proteste: "Es geht alle an. Denn Preiserhöhung für landwirtschaftlich erzeugte Produkte betreffen uns alle". Sie und ihre Familie sind der Meinung, das Schlimmste ist, nichts zu tun. Denn wie die Regierung handelt, sei für sie nicht mehr duldbar.
Bauernproteste in Franken: Winzerin aus Landkreis Würzburg erlebt "unglaublichen Zusammenhalt"
"Uns geht es nicht um die Sache mit dem Agrardiesel, als Weingut ist man da nicht so betroffen, wie Landwirte, die mehrere hundert Hektar befahren müssen. Unser Problem ist, dass die Politiker über unsere Köpfe hinweg entscheiden, vor allem die Preiserhöhungen", erklärt Röder. In der Weinbranche müsse man immer schauen, welche Preise der Nachbar hat, gerade in Franken, denn hier gebe es so viele gute Weine, dass es meistens auf den Preis ankomme. Deshalb zähle für sie jeder Cent, den sie vom Staat erhalten, damit sich die Preise stabil halten.
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Die Protestaktion am Montag (8. Januar 2024) war für die Winzermeisterin ein tolles Erlebnis, wie sie schildert: "Es gab einen unglaublichen Zusammenhalt zwischen Kollegen und ich hatte tolle, anregende Gespräche." Ihre Prämisse war, stets friedlich zu bleiben, was auch ausnahmslos funktioniert habe - das, was nicht gemacht werden durfte, wurde auch nicht gemacht, so Elke Röder. Auch Gartenbauer und zahlreiche weitere Unterstützer hätten an den Protesten teilgenommen.
Wenn sich nichts ändere, werde die Winzerin auch in Zukunft an den Protesten teilnehmen: "Es geht nicht nur um einen Tag, wir machen weiter, bis sich etwas verändert." Eine Sache ist ihr dabei jedoch besonders wichtig: "Wir distanzieren uns von den rechten und rechtsradikalen Gruppierungen, die sich glücklicherweise zwar nicht in Würzburg, aber an anderen Orten untermischen wollten. Damit wollen wir nichts zu tun haben." In Bamberg gab es im Rahmen der Proteste ein Pfeifkonzert für eine Grünen-Politikerin. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) reagierte zudem in einem Video auf die Bauernproteste und sprach eine eindringliche Warnung aus.
Qualität in Gefahr? Winzerin betont Bedeutung deutscher Produktion
Elke Röder sieht als langfristige Folge der Preiserhöhungen, dass viele Betriebe schließen müssen: "Einige Leute aus der Bevölkerung sind sich nicht darüber im Klaren, wo die Lebensmittel herkommen, wenn früher oder später mittelständische, landwirtschaftliche Betriebe aussterben."
Ihrer Meinung nach sei es wichtig, dass die Lebensmittel aus Deutschland kommen. Wäre das irgendwann nicht mehr der Fall, habe man viel weniger Kontrolle über die Qualität, so die Winzerin.