Wenige Stunden vor der Tat wurde der mutmaßliche Täter von der Polizei nach eigener Aussage auf dem Marktfest in Höchberg kontrolliert, da er dort laut Zeugenaussagen Personen belästigt haben soll. Zu strafbaren Handlungen kam es hier nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen jedoch nicht. Die Polizei sucht nun Zeugen, denen der Mann auf dem Höchberger Marktfest oder in der Hauptstraße im Bereich der dortigen Bushaltestelle aufgefallen ist. Die Kripo Würzburg nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 0931/4571732 entgegen.
Würzburger Oberbürgermeister verurteilt Attacke auf Mitglied der jüdischen Gemeinschaft
Von einem "menschenverachtenden Angriff" spricht der Würzburger Oberbürgermeister Martin Heilig im Zusammenhang mit dem Angriff in Höchberg. "Meine Gedanken sind beim Opfer. Ich wünsche ihm von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung." Für ihn sei eine solche Attacke alleine aufgrund des Tragens eines Israel-Ansteckers "ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte".
"Antisemitismus, Hass und Gewalt haben in Würzburg und unserer Region keinen Platz", so der Würzburger Oberbürgermeister weiter. Die Würzburger Stadtgesellschaft stehe "fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger".
DIG-Präsident Volker Beck sagte, er sei "schockiert" über den Angriff, und forderte eine "rasche und harte Bestrafung" des Angreifers. "Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen", sagte Beck. "Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden."
Volker Beck spricht von "Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland"
"Die Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland hält an", sagt Beck. Um dem entgegenzutreten, findet am Freitag, 24. Juli 2026, am Unteren Markt in Würzburg eine Mahnkundgebung gegen antisemitische Gewalt statt. Das teilt die DIG auf ihrer Website mit. Laut der Organisation "Jewish Life Munich" (Jüdisches Leben in München) habe es in Deutschland im vergangenen Jahr 8725 antisemitische Vorfälle gegeben, alleine 1551 davon in Bayern.
Viele Nutzer kommentieren unter einem Instagram-Post der Organisation, dass Sicherheitsbehörden ihnen rieten, sich in der Öffentlichkeit nicht als Juden oder Freunde Israels zu erkennen zu geben. Jewish Life Munich wehrt sich dagegen und sagt: "Sichtbarkeit ist kein Verbrechen."
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