Aus nach 42 Jahren: Unterfränkin Barbara Stamm nicht mehr im Landtag - scharfe Kritik an CSU

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Nach 42 Jahren im bayerischen Landtag ist Schluss für die Würzburgerin Barbara Stamm. Die Unterfränkin galt als eine der beliebtesten CSU-Politikerinnen. Foto: Peter Kneffel/dpa
Nach 42 Jahren im bayerischen Landtag ist Schluss für die Würzburgerin Barbara Stamm. Die Unterfränkin  galt als eine der beliebtesten CSU-Politikerinnen. Foto: Peter Kneffel/dpa

Der neue bayerische Landtag verliert eine der beliebtesten Politikerinnen. Die ehemalige Landtagspräsidentin aus Würzburg, Barbara Stamm, gehört nach 42 Jahren im Landtag nicht mehr dazu. Nach den ersten Hochrechnungen übt sie auch Kritik an "ihrer Partei".

Unter den Politikern, die den Wiedereinzug in den Landtag verpasst haben, findet sich eine große CSU-Persönlichkeit: Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie wird damit zum Symbol der Zäsur in Bayern.:

Sie zählte zu den beliebtesten Politikerinnen Bayerns - wird dem neuen Landtag allerdings nicht mehr angehören. Die Würzburgerin Barbara Stamm war bereits vor dem Wahlabend am Sonntag unsicher, ob es für ihre politische Zukunft reichen würde. Die 73-Jährige hatte nämlich keinen eigenen Stimmkreis und war somit auf ein gutes CSU-Ergebnis angewiesen.

Barbara Stamm nicht mehr für die CSU im Maximilianeum

Einige Stunden nach den ersten Prognosen war es dann fix: Die CSU verliert im Maximilianeum nicht nur eine ihrer beliebtesten und erfahrendsten Politikerinnen und eine wichtige sozialpolitische Stimme. Das politische Schicksal der bisherigen Landtagspräsidentin Barbara Stamm steht auch sinnbildlich für die Zeitenwende in der Landespolitik.

Dadurch, dass Barbara Stamm keinen eigenen Stimmkreis hatte, kandidierte die 73-Jährige nur auf der unterfränkischen CSU-Liste. Nach dem vorläufigen Endergebnis haben letzlich nur 85 direkt gewählte CSU-Politiker einen Sitz im neuen bayerischen Landtag bekommen. Kein einziger Politiker der CSU schaffte es über eine Wahlkreis-Liste ins Maximilianeum. Somit verpasste auch die Unterfränkin Barbara Stamm durch das schlechte Abschneiden der CSU den Wiedereinzug.

Nach 42 Jahren im bayerischen Landtag ist jetzt also Schluss für "Zweitstimmen-Königin" Barbara Stamm aus Würzburg. Darüber war sie sich im vorhinein zwar bewusst, eine weitere Legislaturperiode hätte die Unterfränkin aber dennoch gereizt. "Ein Parlament nach außen darzustellen, das eines Parlaments würdig ist. Das hätte ich gerne nochmal angenommen", sagte die 73-Jährige am Wahlabend in einem Interview mit dem BR.

CSU sollte wieder auf Themenbandbreite setzen

Im weiteren Verlauf kritisiert die Würzburgerin, dass sich die CSU zuletzt viel zu sehr auf das Thema Asylpolitik gestürzt habe. Die CSU als Volkspartei habe dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung die thematische Bandbreite eingebüßt, die sie eigentlich ausmache. "Es waren Meinungen da, dass wir uns stärker an der rechten Seite orientieren müssen. Ich habe das immer angemahnt, dass wir rechts gar nicht so viel gut machen können, wie wir in der Mitte verlieren - und der heutige Abend zeigt das ja", kritisiert die ehemalige Landtagspräsidentin.

Die AfD-Auftritte in "ihrem Landtag" wird Stamm nun nur noch als normale Bürgerin erleben, nicht mehr als Landtagspräsidentin. In diesem Amt hätten sich Stamm auch durchaus Vertreter anderer Parteien weiterhin im Landtag gewünscht. Denn durch den Einzug der AfD dürfte sich der Umgangston im Maximilianeum deutlich verschärfen. Für Stamm ist daher klar, dass das Landtagspräsidium viel strenger als bislang auf die Einhaltung der Geschäftsordnung achten muss.