Langlau
Ferienpark-Planungen

Ferienpark am Brombachsee: So steht es um die Planungen für einer Center Parc

Center Parcs will am Brombachsee einen neuen Ferienpark errichten. Auf dem alten Militärgelände "Muna" in Langlau soll ein nachhaltig-ökologischer Urlaubsort für Familien inmitten der Natur entstehen. Trotz scharfer Kritik laufen die Planungen auf Hochtouren. Wir verraten, wie es um den Neubau der Ferienanlage im Fränkischen Seenland steht und was der Landrat zu den aktuellen Bauvorhaben sagt.
 
Am Brombachsee im Fränkischen Seenland will Center Parcs einen klimaneutralen Ferienpark erschaffen. Symbolbild: Center Parcs
Am Brombachsee im Fränkischen Seenland will Center Parcs einen klimaneutralen Ferienpark erschaffen. Symbolbild: Center Parcs
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  • Center Parcs stellt Gestaltungsplan für neuen Ferienpark am Brombachsee vor
  • in Planung: 164 Hektar großes Gelände mit über 800 Ferienhäusern
  • Kritik seitens Anwohnern und Naturschützern: Langfristig zu viele Touristen und rücksichtslose Überlastung der Natur
  • Gutachten vom Wasserwirtschaftsamt: keine Hinweise auf Grundwasserbelastung
  • Landrat Westpfahl fordert sachliche, transparente und offene Diskussion mit allen Beteiligten 

Bereits im Juli 2020 erhielt Center Parcs als Höchstbieter von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Zusage zum Erwerb des Geländes in Langlau (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)  im fränkischen Seenland.  Bei verschiedenen Infoveranstaltungen im September letzten Jahres wurde mit regionalen und lokalen Behörden, der Politik sowie der Bevölkerung vor Ort und allen Interessengruppen intensiv über den weiteren Planungsprozess diskutiert. Ein weiterer Meilenstein war nun die Präsentation des Masterplans, welcher die infrastrukturelle Gestaltung der Gebäude und Wege des neuen Ferienparks zeigt. Bei Center Parcs handelt es sich um eine niederländische Kette von Ferienparks, die unter anderem in Belgien, England, Frankreich und den Niederlanden betrieben werden. In Deutschland betreibt das Unternehmen bislang sechs Parks* - der am Brombachsee könnte der siebte werden. Allerdings sei der französische Mutterkonzern von Center Parcs, Pierre & Vacances, nach eigenen Angaben in finanzielle Schieflage geraten, wie unter anderem der BR kürzlich berichtete.

Center Parcs will Ferienanlage in Langlau klimaneutral betreiben

Für den Entwurf des Masterplans seien verschiedene Studien durchgeführt wurden, deren Ergebnisse die Gestaltung des Ferienparks erheblich beeinflussen würden, hieß es bei der Präsentation des Vorhabens in Gunzenhausen.  Diese würden unter anderem Themen wie Verkehr, Energie sowie die Ver- und Entsorgung von Wasser beleuchten. Hier finden sie den Entwurf des Masterplans.

Der neue Ferienpark soll auf einem 164 Hektar großen Gelände entstehen und über rund 800 Ferienhäuser in unterschiedlichen Wohnkategorien verfügen. Beim Bau der Ferienanlage strebe das Unternehmen eine geringe Neuversiegelung der Fläche an und die Freizeitanlage solle möglichst CO2-neutral werden. "Unser Fokus liegt auf einem naturnahen, familienfreundlichen und nachhaltigen Urlaubserlebnis, das für Gäste einfach und schnell zu erreichen ist und ganzjährig genutzt werden kann", sagt Frank Daemen, Geschäftsführer Center Parcs Deutschland.

Mit der geplanten Anlage am Brombachsee wollen die Betreiber aber nicht nur Bewohnern und Gästen eine gestiegene Freizeitqualität ermöglichen, sondern: "durch neue und attraktive Arbeitsplätze den Tourismus vor Ort stärken und den Bekanntheitsgrad der Region erhöhen", so der Geschäftsführer.

Scharfe Kritik von Anwohnern und Naturschützern

Nachdem das Grundstück der ehemaligen Munitionsfabrik am Kleinen Brombachsee dem französischen Inhaber der Center Parcs zugesprochen wurde, gab es neben großen Versprechungen und Zielen in der letzten Zeit auch vermehrt Kritik an dem Vorhaben, seitens Naturschützer und Anwohner. Der Kern der Kritik: Langfristig zu viele Touristen und eine rücksichtslose Überlastung von Natur und Landschaft. Mit dem Bau des Parks würden unter anderem Rückzugsgebiete von Wasservögeln, Kleintieren und Pflanzen unwiederbringlich zerstört werden. Hierfür setzt sich auch die Bürgerinitiative "Seenland in Bürgerhand" ein. 

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Für das Feriendorf wollen die Bauherren etwa 58 Hektar Wald roden, gleichzeitig jedoch auch 31 Hektar aufforsten beziehungsweise aufwerten, vorzugsweise an Waldsäumen, zwischen den Gebäuden und in Schutzbereichen. "Der Bau eines neuen Ferienparks ist ein fortlaufender Prozess, bei dem viele unterschiedliche Parteien und Interessen involviert sind. Wir befinden uns noch in der Anfangsphase und es liegt noch viel Arbeit vor uns, bis es zu einem Projekt für die gesamte Region wird", resümiert Daemen.

Es bleibe zu hoffen, dass die Betreiber ihren Vorhaben und Zielen entsprechend Taten folgen lassen und im Einklang mit dem Naturschutz handeln.

Landrat Westpfahl: "Natur- und Artenschutz haben Vorrang"

In einer Pressemitteilung zum geplanten Bau des Center Parcs äußerte sich nun Landrat Manuel Westphal. Er begrüßt das transparente Vorgehen des Investors und äußerte sich außerdem zum Ansiedlungsvorhaben. "Nachdem nun auch vorläufige Gutachten vorliegen, können wir als Fachbehörde auch die Situation bezüglich Altlasten und Naturschutz besser einschätzen und sehen, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht." Dort, wo Sicherungsbereiche ausgewiesen sind, dürfe man nichts überbauen.

Der Naturschutz und Artenschutz würden weiterhin, wie von Anfang an angekündigt, vorrangig sein. "Was besonders schützenswert ist, wird geschützt und 
nicht bebaut", so Westpfahl. 

Kritik seitens der Anwohner kam nicht nur bezüglich des Natur- und Artenschutzes auf. Auch die Altlastensituation beziehungsweise Munitionsbelastung und die damit verbundene Belastung des Grundwassers seien wichtige Punkte, die es zu klären gibt. Wie auch die bisherigen Einschätzungen des Wasserwirtschaftsamtes bestätigen, würde es hinsichtlich der Grundwasserbelastung kaum Bedenken geben. "Für das Wasserwirtschaftsamt geben die aktuellen Ergebnisse der Untersuchungen hinsichtlich der Altlastensituation bzw. Munitionsbelastung keine Hinweise auf eine flächenhafte oder gravierende Grundwasserbelastung, was sicherlich als positiv zu werten ist", so der Landrat. 

"Appell an alle: Sachlichkeit statt Diffamierungen!"

Auf der Basis vorgelegter Fakten könne jetzt auch die öffentliche Diskussion sachlicher geführt werden. Westpfahl sei es jedoch wichtig, sachlich und offen mit allen Beteiligten zu argumentieren: "Mein Appell an alle, die sich hier beteiligen: Sachlichkeit statt Diffamierungen!" Er würde es sehr begrüßen, dass sich Center Parcs die Klimaneutralität des Parks zum Ziel setzt und sich bei der Planung des Baus sehr offen und transparent zeigt. Zukünftig müssten jedoch noch Fragen der Verkehrsführung, der Energie- und Wassergewinnung und der Abwasserentsorgung geklärt werden, wofür es auch schon Konzepte und Pläne geben würde.

Bei allen Planungen und Konzepten betont Westpfahl die Berücksichtigung der Raumverträglichkeit des Ansiedlungsvorhabens. Dies würde auch für den Bürgerentscheid der Gemeinde Pfofeld gelten, wobei es ihm wichtig sei, alle Chancen und Risiken sachlich abzuwägen, sodass das Ergebnis von allen Beteiligten akzeptiert werden kann. 

Als Vorsitzender des Zweckverbands Brombachsee gehört Westpfahl auch zu einem  Gremium, welches als weiterer Entscheidungsträger fungiert. Besonders bei Änderungen im Flächennutzungsplan müsse eine offene und transparente Weitergabe von Informationen vorrangig sein. Nach der Vorstellung des Masterplans und den vorliegenden Gutachten würde nun eine intensive Phase der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern im gesamten Fränkischen Seenland beginnen. Auch die Verantwortlichen von Center würden alle Möglichkeiten nutzen, um in einen Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten, bei der sachlich und transparent über die weitere Vorgehensweise diskutiert werden kann. 

 Als außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit gibt es schon seit einiger Zeit das sogenannte "Floating Village" am Brombachsee. Das schwimmende Feriendorf gilt als besonderes Reiseziel.

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