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Ramsberg
Urlaub in Coronazeiten

Ansturm im Fränkischen Seenland bei 37 Grad: Polizei zieht Zwischenbilanz - auch am Sonntag verstärkt im Einsatz

Viele Menschen tummelten sich zuletzt am Großen Brombachsee und anderen Seen des Fränkischen Seenlandes. So auch am Samstag. Die Polizei war mit verstärkten Kräften vor Ort und nahm Kontrollen mit Pferden und Hubschrauber vor.
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Klein-Rimini in Franken: Volle Strände im Seenland
Am Samstag war wieder viel los im Fränkischen Seenland - laut Polizei kam es aber zu keinen größeren Problemen. Foto: NEWS5 / Bauernfeind (NEWS5)
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Das Fränkische Seenland zählt zu einem der Top-Naherholungsgebiete der Region und weit darüber hinaus. Die Herausforderungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden eingeschränkten Urlaubs- und Reisemöglichkeiten führten zu einem massiven Aufkommen von Urlaubern und Tagesbesuchern. Nach den Erfahrungen des vergangenen Wochenendes hatte die mittelfränkische Polizei für dieses Wochenende (8. und 9. August 2020) verstärkte Kontrollen im Fränkischen Seenland angekündigt. Hintergrund ist, dass die Beamten aufgrund des guten Wetters nochmal mit einem erhöhten Besucheraufkommen rechnen.

Am Samstag waren die Badeseen in Mittelfranken wieder gut besucht. Die aktuelle Hitzewelle in Franken zog die Menschen ans Wasser - in Mainfranken stiegen die Temperaturen am Samstag auf bis zu 37 Grad. Auch der Sonntag wird wieder heiß in Franken. Am Main könnte es erneut bis zu 37 Grad heiß werden. Vereinzelt können bereits erste schwere Hitze-Gewitter auftreten.

Parkplätze an mittelfränkischen Seen schnell überfüllt

Am Brombachsee waren am Samstag viele Parkplätze schnell überfüllt, auch am Rothsee und am Happurger See war es voll. Die Polizei bat auf Twitter, nicht mehr mit dem Auto anzureisen. Auch auf Facebook berichtete die Polizei Mittelfranken von dem Einsatz. "Trotz der hohen Besucherzahlen haben sich die meisten Besucher an die Vorschriften und die Infektionsschutzbestimmungen gehalten. #Danke", hieß es. 

Der Großteil der Besucher hielt sich an die bestehenden Parkregeln, sodass es am Samstag zu keinen Behinderungen der Rettungswege kam. Dies zeigte sich auch unmittelbar im Rahmen der Vermisstenfahndung nach einem 12-jährigen Mädchen am Igelsbachsee, in dessen Verlauf eine Vielzahl von Einsatzfahrzeugen ungehindert und schnell zum Einsatzort gelangen konnte. Im gesamten fränkischen Seenland musste lediglich ein Fahrzeug abgeschleppt werden. Etwa 150 Fahrzeugführer begingen geringfügige Parkverstöße, welche mit einem Bußgeld geahndet wurden. Auch die Infektionsschutzbestimmungen wurden laut Polizei eingehalten. Das Polizeipräsidium zog insgesamt ein positives Fazit - kündigte aber acuh für den Sonntag Kontrollen an. Wie am Samstag werden Polizeireiter und Polizeihubschrauber wieder im Einsatz sein. 

Schon am vergangenen am Samstag hatte das schöne Wetter viele Menschen an den Großen Brombachsee getrieben - den größten See der Fränkischen Seenlandschaft. Das führte dazu, dass dort sowohl am Ufer als auch auf den Straßen dichtes Gedränge herrschte. In Ramsberg bei Pleinfeld wälzte sich eine riesige Blechlawine durch den Ort. Damit der Verkehr nicht völlig zusammenbrach, griff die Polizei ein und regelte den Verkehr. Aufnahmen zeigen, wie dicht sich die Menschen am Strand drängten. 

Lage durch Corona verschlimmert

Ein Sprecher der mittelfränkischen Polizei stellte im Gespräch mit inFranken.de klar, dass man es hier nicht mit einer neuen Situation zu tun hat: Bereits seit vielen Jahren kommt es auf den Zufahrtsstraßen zum See zu Verkehrsproblemen. An heißen Sommertagen, gerade in der Ferienzeit, würden ganze Felder zugeparkt.

In diesem Jahr verzeichneten die Verantwortlichen jedoch ein "enormes zusätzliches Besucheraufkommen, sodass die Kapazitäten der vorhandenen Infrastruktur teilweise überlastet sind." Schließlich hätten wegen der Coronapandemie viele Menschen auf einen Urlaub im Ausland verzichtet - und regionale Freizeitangebote seien deshalb nochmal mehr gefragt. Und das Fränkische Seenland zählt zu einem der Top-Naherholungsgebiete der Region und weit darüber hinaus.

Besonders problematisch ist aus Sicht der Polizei, dass auch Rettungswege zugeparkt würden. Im Ernstfall könnten so wichtige Sekunden und Minuten verloren gehen.

Parkverstöße und Wildcampen

Allgemein wurden in den letzten Wochen eine Vielzahl von Parkverstößen mit Behinderung der Rettungswege, nicht erlaubtes Wildcampen und vereinzelte Verstöße gegen die Infektionsschutzbestimmungen festgestellt. Videoaufnahmen zeigen, dass die Abstandregelungen zumindest von einigen Badegästen nicht eingehalten wurden.

In enger Abstimmung mit den Landratsämtern, den Tourismus- und den Zweckverbänden bittet das Polizeipräsidium Mittelfranken, folgende Hinweise zu beachten:

  • Parken Sie ausschließlich in den dafür ausgewiesenen Parkflächen
  • Halten Sie die Rettungswege frei
  • In Rettungswegen geparkte Fahrzeuge werden gegebenenfalls abgeschleppt
  • Beachten Sie, dass Wildcampen und das Übernachten an den Ufern nicht gestattet ist
  • Reisen Sie nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrgemeinschaften oder dem Fahrrad an
  • Nehmen Sie Rücksicht auf andere Urlauber und beachten Sie die Einhaltungen des Mindestabstands und der Infektionsschutzbestimmungen