Eine Familie aus Schweinfurt bezieht über mehere Jahre hinweg Sozialleistungen - zu Unrecht. In Wirklichkeit lebten die Angeklagten ein Luxus-Leben.
Mehr als zwei Jahre lang hat eine dreiköpfige Familie aus Schweinfurt Bürgergeld bezogen. Ein anonymer Hinweis brachte Ermittlungen gegen sie ins Rollen. Nun wurde der Familienvater verurteilt.
Im Fokus der Ermittlungen standen zunächst die Social-Media-Aktivitäten der Ehefrau, von denen das Zollamt anonym erfuhr: Auf Instagram betrieb die Frau einen Account als Fitness-Influencerin mit über 80.000 Followern. Über verifizierte Accounts verkaufte sie kostenpflichte Trainings und generierte damit "erhebliche Einnnahmen", die auf ausländische Konten eingingen. Von diesen Konten wusste das Jobcenter jedoch nichts, meldet das Hauptzollamt Schweinfurt.
"Erhebliche Einnahmen", versteckte Konten, viel Bargeld: Zoll deckt enormen Betrug auf
Eine Zolldurchsuchung deckte die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse der Familie auf. In der Küche fanden die Einsatzkräfte verstecktes Bargeld in Höhe von über 40.000 Euro. Zudem flossen hohe Geldbeträge über mehrere ausländische Konten.
Um die Vermögensverhältnisse zu verschleiern, griff die Familie außerdem in die Trickkiste: Ein privat genutzter Tesla wurde auf einen Beamten angemeldet. Das Wunschkennzeichen und die Ladeabrechnungen entlarvten den Betrug.
Der beschuldigte Ehemann zeigte "besonders kriminelle Energie": Um digitale Beweise zu vernichten, setzte er während der Durchsuchung das Smartphone seiner Ehefrau auf Werkseinstellungen zurück. Trotzdem gelang es dem Zoll, "die finanziellen Umstände der Familie dennoch lückenlos aufzuklären", heißt es in einer Pressemitteilung. Im Verauf des Verfahrens versuchte der Beschuldigte zudem, aktiv auf die Zeugen einzuwirken, was möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen für die Betroffenen nach sich zieht.
"Besondere Form der Dreistigkeit": Ehemann wird zu Geldstrafe verurteilt
Das Amtsgericht Schweinfurt verurteilte den 44-Jährigen zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 70 Euro. Das enstpricht einer Gesamtsumme von 10.500 Euro. Die unrechtmäßigen 32.000 Euro vom Jobcenter müssen ebenfalls vollständig zurückgezahlt werden. Der Mann gilt nun als vorbestraft.
Benedikt Danz, Sprecher beim Hauptzollat Schweinfurt, spricht von einer "besonderen Form der Dreistigkeit": "Während auf Kosten der Allgemeinheit staatliche Leistungen bezogen wurden, finanzierte sich die Familie parallel dazu einen luxuriösen Lebensstil". Das Urteil des Amtsgerichts Schweinfurt sei "ein klares Signal gegen Sozialbetrug".