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Verglühter Meteorit: Ehepaar aus Franken macht mysteriösen Fund im Garten


Autor: Anton Knorr

Roth, Samstag, 08. Juli 2023

Am Montagabend vergangener Woche (26. Juni 2023) ist über Deutschland und in Teilen Frankens ein Meteorit am Himmel zu sehen gewesen. Ein Ehepaar aus Roth machte daraufhin einen ominösen Fund in ihrem Garten.
Nachdem am Montagabend (26. Juni 2023) über Teilen Frankens ein Meteorit zu sehen war, hat ein Ehepaar aus Roth einen "ungewöhnlichen" Stein in ihrem Garten gefunden. Könnte das ein Teil des Meteoriten sein?


  • Montag (26. Juni 2023):  Meteorit über Deutschland sorgt in Franken für Aufsehen
  • Finder hielten das Spektakel zunächst für Wetterleuchten oder Gewitter
  • "Ungewöhnlicher" Stein fast in "Wintergarten eingeschlagen" - mysteriöser Fund
  • Bereits zahlreiche Angebote für Gestein bekommen

Am Montagabend in der vergangenen Woche (26. Juni 2023) war ein verglühender Meteor am Himmel über Deutschland, Tschechien und weiteren mitteleuropäischen Ländern zu sehen. Während des Spektakels habe ein Ehepaar aus Roth, in der Metropolregion Nürnberg, eine hell leuchtende Kugel in ihrem Garten beobachtet, die vom Himmel zu kommen schien. Den Tag darauf fanden Günther Mühlöder und seine Frau einen außergewöhnlichen Gesteinsbrocken in ihrem Garten - könnte das ein Stück des Meteorits sein?

Ehepaar findet vermeintliches Bruchstück des Meteoriten im Garten: "Noch nie so einen Stein gesehen"

Das Spektakel, welches am Montagabend (26. Juni 2023) am Himmel zu sehen war, sei "mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit" ein Meteorit gewesen, das bestätigte ein Sprecher der Sternwarte in Pilsen gegenüber inFranken.de. Laut dem Tschechischen hydrometeorologischen Institut bestehe auch eine reale Chance, dass Bruchstücke des sogenannten Boliden auf der Erde zu finden sein könnten. Bei dem Fundstück der Mühlöders könnte es sich also tatsächlich um ein Stück des Meteoriten handeln, das vermutet auch Günther Mühlöder: "Bei den Umständen wären das einfach zu viele Zufälle."

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Als der Meteorit zu sehen war, habe seine Frau gerade im Wintergarten am Fenster gestanden und das helle Licht zunächst für ein Wetterleuchten gehalten. Günther Mühlöder habe gar nicht hingesehen, dachte aber, er habe soeben einen Kugelblitz verpasst: "Ich habe sogar noch gescherzt, dass das eine Mal, wenn es einen Kugelblitz gibt, ich natürlich nicht hinsehe." Das Grollen nach dem Licht hielten die beiden, wie auch viele andere, für ein aufziehendes Gewitter.

Als das Ehepaar am nächsten Tag allerdings von dem Meteorit mitbekam, hätten beide sofort nach der "hell leuchtenden Kugel" gesucht, die sie am vorigen Abend durch das Fenster gesehen hatten. "Nicht einmal einen Meter vom Wintergarten entfernt steckte dieser ungewöhnliche Stein in der harten Gartenerde. Ich habe noch nie so einen Stein gesehen", erklärt Günther Mühlöder gegenüber inFranken.de

Mysteriöse Umstände: Mehrere Blätter um den Fundort in Roth versengt

Neben der Fundstelle des vermeintlichen Meteoriten seien außerdem mehrere Blätter versengt gewesen: "Meine Frau hatte dort einen Gummibaum stehen. Davon waren mehrere Blätter angebrannt. Die muss der Stein - wenn er denn wirklich von oben kam - versengt haben", berichtet Mühlöder. Zunächst sei ein grauer Staubmantel um den Stein herum gewesen, mittlerweile habe sich seine Farbe verändert.

"Ich bin Hobby-Fotograf, deswegen habe ich den Stein direkt aus verschiedenen Winkeln fotografiert, damit sich Wissenschaftler ein Bild machen können", so Günther Mühlöder. Er habe bereits mit der Universität in Münster Kontakt aufgenommen, die sich mit Meteorologie auseinandersetzt und seine Bilder dorthin geschickt. "Der Stein soll dort geprüft werden, und es wäre natürlich etwas Besonderes, wenn es wirklich ein Meteorit ist". Auch die Deutsche Raumfahrtagentur habe er bereits kontaktiert: "Dafür schreibe ich gerade einen Bericht, in dem ich alles schildere, was passiert ist."

Nachdem er den Fund in einer Facebook-Gruppe veröffentlichte, habe er bereits zahlreiche Anfragen bekommen: "Ständig schreiben mir Leute, dass Sie den Stein haben wollen, das sind lauter unseriöse Angebote. Ich warte erst auf die Bestätigung von einem seriösen Institut und würde den Stein auch nur an seriöse Personen oder Institute verkaufen." Rückmeldung, ob es sich bei dem Stein tatsächlich um einen Meteorit, habe der Rother noch nicht. Das Astronomische Institut der Tschechischen Wissenschaftsakademie hat zu dem Meteorit ebenfalls eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der hingegen sinngemäß gesagt wird, dass es unwahrscheinlich sei, auf der Erdoberfläche bedeutsame Fragmente des Meteorits zu finden. Der Meteorit sei vor allem im letzten Drittel seines Fluges zerfallen und die dabei entstandenen Bruchstücke hätten sich währenddessen aufgelöst.

Auch im April sorgte ein Sonnensturm für ein Himmelsspektakel in Franken, dabei haben Fotografen sensationelle Bilder geschossen.