Fränkischer Edeka-Chef verliert wegen Böller fast ein Auge - in Keller eingesperrt

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Ein Rother Edeka-Chef verkaufte zu Silvester kein Feuerwerk. Neben der Sorge um Tiere und Umwelt spielte auch ein privates Erlebnis eine Rolle bei der Entscheidung.

Während der Verkaufsstart von Silvesterfeuerwerk 2025 vorab mancherorts für lange Schlangen sorgte, suchten die Kunden von Edeka Fischer in Roth vergeblich nach Böllern und Raketen. Wie Marktinhaber Florian Fischer gegenüber News5 berichtet, verzichtete er auch beim vergangenen Silvester ganz bewusst auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern.

Ihm gehe es zum einen stets darum, etwas für das Wohl der Tiere, gegen die Umweltverschmutzung und gegen die Überlastung der Rettungsdienste zu unternehmen. "Wir haben selber einen eigenen Hund, der zittert jedes Mal, sobald der erste Böller fliegt", erläutert er. Aber auch ein persönlicher Schockmoment habe zu dem Fazit geführt, dass Feuerwerk weder privat noch in seinem Supermarkt eine Rolle spielt. 

Edeka-Inhaber sperrt sich nicht nur wegen Hund an Silvester ein - "Schlüsselerlebnis"

An Silvester folgt Edeka-Inhaber Fischer einem festen Prozedere. Nach Raclette mit den Nachbarn und der letzten Runde Gassigehen mit dem Hund "sperren wir uns im Keller ein und versuchen dann, mit lauter Musik das Geböllere draußen zu übertönen." Gegen 0 Uhr sei es selbstverständlich am schlimmsten. "Und dann versuchen wir es, so laut wie möglich zu drehen, dass der Hund eigentlich nichts mitbekommt." Darüber hinaus verdunkelten sie alle möglichen Stellen.

Früher, als die Familie noch keinen Hund hatte, habe er noch mit seinen drei Kindern zusammen Feuerwerk gezündet. "Wir haben immer geböllert". Doch dann habe es ein "Schlüsselerlebnis" gegeben, erzählt er im Interview. "Unsere mittlere Tochter hat einen Böller geschmissen, aber nur einen Meter, weil sie es nicht weiter geschafft hat. Meine jüngste Tochter stand vor mir, einen Meter vor mir der Böller, ich hab mich nur noch wegdrehen können. Der Böller flog aber ein Stück an mein Auge, das Auge blau. Wenn es ein paar Zentimeter höher gewesen wäre, wäre mein Auge weg gewesen. Das ist einfach zu gefährlich für mich", so sein Fazit nach dem Schockmoment. 

Als Inhaber eines Edeka-Marktes verkaufe er bereits seit vier Jahren kein Feuerwerk mehr: "Feuerwerk belastet unsere Umwelt, kann die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen und bedeutet enormen Stress für Tiere – besonders für Haustiere und Wildtiere", heißt es in einem Instagram-Post des Marktes. Man wolle "Verantwortung übernehmen und ein Zeichen für mehr Rücksicht und Nachhaltigkeit setzen". Der Beitrag erhielt bis zum 29. Dezember 2025 knapp 42.000 Likes – ein Hinweis auf sehr breite Zustimmung von Nutzern. 

"Ihr seid ein großes Vorbild": Viel Zustimmung zu Feuerwerksverzicht bei Rewe und Edeka 

Auch andere Supermarktbetreiber in der Region Franken wollen zum Jahreswechsel ein Zeichen gegen Silvesterfeuerwerk setzen. Zu den Händlern, die auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern verzichten, gehören neben Edeka Fischer in Roth auch die Rewe-Filialen Götzelmann in Gerolzhofen und Schwebheim sowie das "FFFrische Center Höchner" in Schweinfurt. Die Begründungen der Märkte fallen ähnlich aus: Tier- und Umweltschutz stehen im Vordergrund. Hundeprofi Martin Rütter hat indes einen unkonventionellen Tipp gegen Silvester-Stress bei den Tieren parat.

Auch das"FFFrische Center Höchner" kündigte bereits am 25. Dezember knapp an: "Kein Feuerwerks-Verkauf in allen Höchner-Märkten." In den Kommentarspalten der sozialen Medien überwiegen positive Reaktionen. "Das ist stark!", "Danke, ihr seid ein großes Vorbild" oder "Respekt. Sollten alle machen" lauten typische Rückmeldungen. Kritische Stimmen bleiben in der Minderheit, vereinzelt wird darauf hingewiesen, dass Feuerwerk dann eben anderswo gekauft werde.

Derweil zeigt ein Video von Feuerwerksverkauf im Raum Bamberg verrückte Szenen. Die Entscheidung der fränkischen Märkte reiht sich ein in eine bundesweite Debatte über Sinn und Unsinn privater Silvesterfeuerwerke. Neben Umwelt- und Tierschutzaspekten spielen auch Gesundheitsgefahren durch Feinstaub und Verletzungsrisiken eine Rolle in der seit Jahren immer wieder aufflammenden Diskussion. 

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen 
Vorschaubild: © Collage inFranken.de: KI-generiertes Symbolbild/Gemini ; NEWS5 / Lars Haubner