HC Elbflorenz Dresden - HSC Bad Neustadt 20:16 (9:8).
"Wir haben sozusagen in Unterzahl gespielt", kritisierte Margots Valkovskis ungewohnt scharf die Schiedsrichterleistung, "die Magdeburger Unparteiischen Magalowski/Schwieger haben ständig gegen uns entschieden, die letzte Verwarnung gegen Dresden in der achten Minute ausgesprochen und gegen die Gastgeber keine einzige Zeitstrafe verhängt." Die Referees, die bereits am letzten Wochenende bei zwei Einsätzen allseits harsch beurteilt worden waren, was aber den Verband offensichtlich nicht zu Konsequenzen veranlasst hatte, machten den Gästen (vier Zeitstrafen) das Leben außergewöhnlich schwer, weil sie ständig irgendwelche Stürmerfouls sahen, Höhepunkt war ihr Pfiff beim vermeintlichen 17:15 durch Goran Djuricin. Der Treffer wurde annulliert, weil Djuricin angeblich Anlauf über die Seitenauslinie genommen haben soll. Bei dessen Team machte sich das Fehlen von Torjäger Jan Wicklein natürlich negativ bemerkbar, der Rechtsaußen hatte die Reise zwar angetreten, konnte aber wegen einer im Abschlusstraining erlittenen Sprunggelenksverletzung nicht auflaufen.

Trotzdem verlief die Anfangsphase verheißungsvoll, denn nach 30 Sekunden ließ es Gary Hines schon im von Marc Balster gehüteten Tor klingeln. Den Schützlingen von Trainer Peter Pysall, die in spielerischer Hinsicht wie schon in den letzten Wochen nicht zu überzeugen wussten und denen das Fehlen von Alexander Matschos und Denny Mertig auch nicht gut tat, gelang zwar der zügige Ausgleich durch Tjark Desler, doch auch in den nächsten Minuten hatte man den Eindruck, dass die Valkovskis-Sieben wacher agierte. Vilim Leskovec, der im Laufe der Partie keinerlei nennenswerte Aktionen mehr zustande brachte, sorgte mit einem Doppelschlag für das 2:3, den Ausgleich des diesmal blassen HC- Kreisläufers Rico Göde zum 3:3 beantworteten Franziskus Gerr, Lukas Böhm und Goran Djuricin per Siebenmeter mit drei Treffern in Folge.

Warum die Rot-Weißen nach dem 4:7 (10.), für das neuerlich Djuricin verantwortlich zeigte, von einer auf die andere Sekunde im Angriff eine in dieser Saison nie erlebte Flaute hinlegten, war nicht zu erklären. "Neben Fehlern im Spielaufbau haben wir einfach schlechte Würfe genommen, außerdem hat dann der Torhüterwechsel, Timo Meinl übernahm für Balster, die Dresdner Deckung noch einmal gestärkt", berichtete Valkovskis mit Ernüchterung. Es dauerte jedenfalls geschlagene sechzehn Minuten, bis die Unterfranken wieder jubeln durften, der Ausgleichstreffer von Franziskus Gerr in der 26. Minute zum 8:8 sollte aber das letzte HSC-Tor vor der Pause sein. Bis das neunte fiel, dauerte es wieder zehn Minuten, Djuricin verkürzte in der 35. Minute zum 11:9. Der Drei-Tore-Rückstand hielt bis zur 40. Minute. Als Leskovec und Djuricin auf 14:13 verkürzten, schien die Wende möglich. Vor allem, nachdem Djuricin, tagesbester Schütze, in Unterzahl der Anschlusstreffer zum 15:14 gelang (44.).

Doch dann ging wieder nichts in der Offensive zusammen, die Einwechslungen von Harald Feuchtmann und Maxi Schmitt wirkten sich im Angriff nicht belebend aus. Die Elbestädter zogen wieder davon, ihnen gelang in den nächsten zwölf Minuten ein 5:0-Lauf, beim Stand von 19:14 (56.) war die Begegnung vorentschieden. Emil Feuchtmann und Lukas Böhm brachten ihre Farben zwar noch auf 19:16 heran, doch die folgende Zeitstrafe für Emil Feuchtmann machte die vage Hoffnung auf einen Punktgewinn endgültig zunichte. Den Endstand besorgte HC-Außen Tim-Philip Jurgeleit per Siebenmeter, dieser hatte ansonsten genauso große Probleme mit der engagierten Abwehrarbeit der Rot-Weißen wie seine Mannschaftskollegen. "Unsere Abwehrleistung war sehr stark", lobte Valkovskis, "im Angriff wurden wir durch die Schiedsrichter oft zu schnellen und dann unpräzisen Abschlüssen gezwungen".
Tore für den HSC: Goran Djuricin (6/3), Vilim Leskovec (3), Gary Hines (2), Franziskus Gerr (2), Lukas Böhm (2), E. Feuchtmann-Perez (1).