Paukenschlag in Franken: Ein traditionsreicher Autozulieferer muss dringend Kosten einsparen. In der Folge baut das Unternehmen weitere 280 Jobs ab.
Die deutsche Automobilindustrie steckt in einer schweren Krise. Hauptgründe sind der Wandel zur Elektromobilität, hohe Kosten, schwache Nachfrage und der globale Wettbewerbsdruck. Auch Preh aus dem unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale sieht sich seit Längerem mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.
Das Unternehmen hatte Mitte 2024 ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm vorgestellt. Hintergrund war seinerzeit unter anderem ein Umsatzrückgang von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden am Hauptsitz in Bad Neustadt 420 Stellen abgebaut. Nun hat der Zulieferer aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld erneut eine erhebliche Reduktion von Arbeitsplätzen angekündigt.
Preh streicht in Bad Neustadt weitere 280 Jobs - unterfränkischer Autozulieferer will Kosten senken
Die Preh-Gruppe will an ihrem Stammsitz in Bad Neustadt weitere 280 Arbeitsplätze abbauen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der anhaltend schwierigen Lage in der Automobilbranche sowie weiterhin hohen Kosten für Personal, Vorprodukte und Energie. "Nachdem bereits im Sommer 2024 ein umfassender Personalabbau beschlossen worden war, sieht sich das Unternehmen angesichts der ausbleibenden konjunkturellen Erholung gezwungen, zusätzliche Schritte in die Wege zu leiten", heißt es in einer aktuellen Mitteilung.
Der Firmenchef verweist darin auf den aus seiner Sicht gegebenen Standortnachteil hierzulande. Die Maßnahmen aus dem Jahr 2024 seien ein wichtiger Schritt gewesen, um die Kostenstruktur zu verbessern. "Wir sehen aber, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion am Standort Deutschland weiter erodiert, nicht zuletzt auch durch die relativ deutlichen Tarifsteigerungen in der jüngeren Vergangenheit", so Preh-CEO Zhengxin "Charlie" Cai. "Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Strukturen weiter anpassen."
Nach Angaben des Unternehmens lag der Umsatz der Preh-Gruppe im Geschäftsjahr 2025 bei rund 1,48 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Während internationale Standorte, insbesondere in Nordamerika und China, zur Stabilisierung der Ertragslage beigetragen hätten, sei der Standort Bad Neustadt weiterhin defizitär geblieben.
Restrukturierungsprogramm aus dem Vorjahr reichte laut Preh nicht aus
Nach Unternehmensangaben sanken durch den vor rund zwei Jahren gestarteten Abbau von rund 420 Arbeitsplätzen in Bad Neustadt die Personalkosten deutlich. Eine nachhaltige wirtschaftliche Verbesserung am Stammsitz sei jedoch bislang nicht erreicht worden.
Der nun angekündigte zusätzliche Stellenabbau soll nach Unternehmensangaben möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Geplant ist, Stellen in der Produktion nach Produktverlagerungen zu reduzieren. Darüber hinaus sollen Arbeitsplätze in Bereichen des Produktentstehungsprozesses sowie in der Verwaltung abgebaut oder ins Ausland verlagert werden.