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"Zum Erliegen gekommen": Wie schlimm steht es um den Tourismus in Franken?

Die Corona-Pandemie trifft auch den Tourismus in Franken mit voller Wucht. Wie sehr der Tourismus in Nürnberg leidet, erklärt Yvonne Coulin von der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg in einem Gespräch mit inFranken.de.
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Wie steht es um die Nürnberger Tourismusbranche nach Corona? Foto: Symbolfoto: pixabay.com/LNLNLN

Geschäftsreisen wurden abgesagt, ausländische Touristen durften nicht einreisen und die Ausgangsbeschränkungen taten den Rest. „Seit dem 17. März ist der Tourismus in Nürnberg zum Erliegen gekommen“, erklärt Yvonne Coulin, Geschäftsführerin von der Congress- und Tourismus-Zentrale in Nürnberg im Gespräch mit inFranken.de.

Dass die Corona-Pandemie Nürnbergs Tourismus schwer treffen würde, war früh klar. Wie schwer, belegen nun Zahlen des "Bayerischen Landesamts für Statistik"

Tourismus in Nürnberg: Einbruch um mehr als 90 Prozent

Demnach lag die Zahl der Ankünfte von Gästen im April bei 8289. Von diesen waren 7524 aus der Bundesrepublik, 765 Gäste waren aus dem Ausland. Im Vergleich zum April letzten Jahres ist die Zahl angekommener Gäste um 94,6 Prozent gesunken. Auch die Übernachtungen sind mit nunmehr 20.932 Übernachtungen um 92,2 Prozent im Vergleich zu April 2019 gesunken. Somit waren nur 6,3 Prozent aller angebotenen Betten ausgelastet. 

Ganz ähnlich sehen die Zahlen für das Nürnberger Land aus: Hier kamen im April insgesamt 1285 Menschen an. Eine Veränderung um minus 90,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Übernachtet haben hier 3606 Personen im April dieses Jahres - 86,2 Prozent weniger als letztes Jahr. Doch ist es möglich, die Zahlen dieses Jahr noch reinzuholen? 

Seit Pfingsten dürfen Hotels endlich wieder Urlauber begrüßen. Die Gäste bleiben jedoch weitgehend noch aus, erklärt Coulin. Während es in manchen Städten sogar zu einem Ansturm kam, ist es laut Coulin in Nürnberg eher ruhig geblieben. Die Tourismusbranche würde sich nur langsam wieder erholen. „Es besteht keine Chance, die Zahlen dieses, oder auch nächstes Jahr wieder reinzubekommen. Das ist ausgeschlossen“, erklärt die Geschäftsführerin. Insbesondere da auch Geschäftsreisen nur noch sehr vereinzelt stattgefunden hätten und Nürnbergs Hotels gerade von diesen stark abhängig seien.

"Der Tourismus wird sich allmählich erholen - aber niemals dieses Jahr"

Dem schließt sich auch Angelika Schäffer, Geschäftsführerin von Frankentourismus  an: „Der Tourismus wird sich allmählich erholen - aber niemals dieses Jahr.“ Laut Schäffer ratterten wegen der Pandemie die Übernachtungen in Franken gerade zu nach unten und auch jetzt, da die Hotels und Übernachtungsstätten für Touristen wieder geöffnet sind, seien noch genügend Kapazitäten frei.  

Immer wieder wird den Franken vorgeworfen, wortkarg und nicht sehr gesellig zu sein. Doch das stimmt ganz und gar nicht. Bei Reisenden gilt Nürnberg sogar als eine der freundlichsten Städte in Deutschland.