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Rivalen

Woher kommt eigentlich die Rivalität zwischen dem FCN und Greuther Fürth?

Woher kommt eigentlich die Rivalität zwischen dem FCN und dem Greuther Fürth? So viel sei gesagt: Der Streit der beiden Städte geht sogar bis ins Mittelalter zurück. von Sandra Macpherson
 
Zwischen dem 1. FC Nürnberg un Greuther Fürth herrscht seit Jahren Rivalität. Aber warum eigentlich?
Zwischen dem 1. FC Nürnberg un Greuther Fürth herrscht seit Jahren Rivalität. Aber warum eigentlich?

Die Rivalität zwischen der Spielvereinigung Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg besteht bereits seit den 20er Jahren. Der Streit der Städte Nürnberg und Fürth geht sogar bis ins Mittelalter zurück und hatte wirtschaftliche Gründe. Trotz gemeinsam geschriebener Fußballgeschichte hält die Rivalität der beiden Teams bis heute an.

Nürnberg und Fürth wechseln sich an der Spitze ab

Der 1. FC Nürnberg wurde 1900 gegründet, die SpVgg Fürth nur drei Jahre später. Das erste Spiel zwischen den beiden Vereinen fand am 7. Februar 1904 statt. In diesem Testspiel unterlag Fürth dem 1. FC mit 1:4.

Einen historisch belegten Grund für die Fehde zwischen den beiden Vereinen gibt es nicht. Die Städte Nürnberg und Fürth jedenfalls haben bereits seit dem Mittelalter eine schwierige Beziehung. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zwei Versuche, die beiden Städte zusammenzulegen, was nicht gelang, da Fürth mit großer Mehrheit dagegen stimmte. Der bekannte Historiker Dr. Adolf Schwammberger aus Fürth brachte es mit diesem Zitat auf den Punkt: "Der Weg von Nürnberg nach Fürth ist zwar nur einen Schritt lang; wie weit die Städte voneinander entfernt sind, lässt sich aber nicht einmal in Kilometern messen."

In den 1920er-Jahren machten die Vereine der rivalisierenden Nachbarn die deutsche Meisterschaft unter sich aus. Der Titel ging stets zwischen den beiden Vereinen hin und her. Der 1. FC Nürnberg blieb in 104 Verbandsspielen zwischen 1918 und 1922 ungeschlagen. Die Siegesserie endete ausgerechnet gegen den Rivalen aus Fürth. 1924 und 1925 ging der Titel wieder an den FCN, 1926 gewann Fürth, 1927 erneut Nürnberg und die Spielvereinigung Fürth wurde 1929 zum letzten Mal Meister.

Ein Stück Fußballgeschichte

Einmalig in der Fußballgeschichte ist außerdem, dass Spieler der beiden Vereine 1924 den kompletten Kader der deutschen Nationalmannschaft stellten. Die Kicker wollten nicht miteinander auf den Rasen, wurden jedoch vom DFB gezwungen, gemeinsam gegen die Niederlande anzutreten - so gewann Deutschland erstmals gegen den Nachbarn, das Spiel endete 1:0. Das Tor schoss nach Vorlage des Nürnbergers Träg der Fürther Spieler Karl Auer. Dazu gratulierten Auer lediglich seine eigenen Klubkameraden. Die Nürnberger hüllten sich in Schweigen. Die Teams reisten im Zug sogar in unterschiedlichen Abteilen und die Teams wechselten untereinander kein Wort.

Den ersten Abbruch eines Spiels in der Geschichte der Bundesliga gab es beim Derby zwischen Nürnberg und Fürth im Fürther Ronhof. Dort schossen Fans des 1. FC Nürnberg in der 64. Spielminute eine Feuerwerksrakete auf das Spielfeld, da Fürth mit 4:2 in Führung lag. Die Trainer beider Teams versuchten, die Fans zu beruhigen, der Schiedsrichter entschied sich jedoch zum Abbruch des Spiels.

Nie wieder dominierten zwei Vereine den deutschen Fußball so wie die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg wie in den 20er und 30er Jahren.

Wechsel zwischen den Vereinen

Dass Spieler direkt von Nürnberg nach Fürth oder umgekehrt wechselten, gilt wie bei allen Transfers zwischen Rivalen als ein Unding. Dennoch kam dies immer wieder vor. Der erste Spieler, der von Nürnberg zu Fürth ging, war Leonhard Seiderer. Das war bereits im Jahr 1917. Im Jahr 1920 verlor Fürth gegen Nürnberg. Hans Sutor, der damals für die SpVgg Fürth kickte, heiratete kurz nach der verlorenen Meisterschaft eine Nürnbergerin. Das kam bei seinem Verein nicht gut an und er erhielt Spielverbot. Daraufhin wechselte er nach Nürnberg. Als bisher letzter Spieler kam Juri Judt in der Saison 2008/2009 von Greuther Fürth zum 1. FCN.