Das Freibad Langsee in Nürnberg ist aktuell geschlossen. Auch die kürzlich geöffneten Nichtschwimmer- und Planschbecken sowie die dazugehörigen Liegewiesen bleiben dicht.
Seit dem 3. Juli 2026 können Gäste das Freibad am Langsee in Nürnberg nicht nutzen. Grund dafür ist die stark eingeschränkte Wasserqualität: Die Sichttiefe betrug nur noch 45 Zentimeter. Unter diesen Bedingungen könne die vorgeschriebene Verkehrssicherungspflicht nicht eingehalten werden, wie die Betreiber auf Facebook schrieben. Die schlechte Wasserqualität hänge vor allem mit einer erhöhten Nährstoffbelastung zusammen.
Zwischenzeitlich wurde der obere Badbereich mit dem Nichtschwimmer- und Planschbecken sowie den dazugehörigen Liegewiesen geöffnet. Doch auch diese Alternative ist nun tabu: Das Naturbad Langsee teilte am Montag (18. August 2026) mit, man werde diese Nutzungsmöglichkeit "nicht weiterhin anbieten" - es seien nicht genügend zahlende Badegäste gekommen.
Blaualgen im Langsee: Wiedereröffnung in dieser Saison fraglich
Der Langsee sei weiterhin "übervoll mit Blaualgen" und deshalb bis auf Weiteres nicht nutzbar, heißt es in der Mitteilung. Ob es in dieser Freibadsaison noch eine Wiedereröffnung geben wird, sei fraglich. Für eine Erholung der Wasserqualität seien mehrere Faktoren entscheidend:
- gemäßigte Sommertemperaturen bestenfalls unter 30 Grad
- ausreichend Frischwasserzufuhr, etwa durch Regen
- möglichst wenig zusätzliche Belastungen durch Badegäste
Nürnberger Freibad Langsee: Diese Stoffe belasten das Wasser besonders
Besonders problematisch sind Nährstoffe wie Phosphate und Stickstoffverbindungen, die das ökologische Gleichgewicht im See stören. Viele Belastungen entstehen direkt durch den Badebetrieb. Dazu zählen:
- Phosphate etwa aus Sonnencremes, Kosmetika und Waschmittelrückständen an den Badeklamotten
- Stickstoffverbindungen wie Nitrat und Ammonium, etwa durch Schweiß oder Urin
- Organische Stoffe wie Hautschuppen, Haare, Schweiß, Speichel sowie Reste von Kosmetika
- Mikroplastik aus Textilfasern der Badekleidung und teilweise aus Kosmetikprodukten oder dem Abrieb von Ausrüstung
- UV-Filter, die als chemische Inhaltsstoffe aus Sonnencremes ins Wasser ausgewaschen werden können
- Konservierungs- und Duftstoffe aus Sonnencremes, Lotionen und anderen Pflegeprodukten
"Bereits winzige Mengen ab 0,035 mg/l reichen aus, um eine explosionsartige Vermehrung auszulösen. Gelangt zu viel Phosphat in ein Gewässer, entsteht Eutrophierung: Algen wachsen unkontrolliert, trüben das Wasser und entziehen beim Absterben Sauerstoff", schreiben die Verantwortlichen des Freibads.