Blick zum Basketball: Weniger Unterbrechungen dank neuer Kriterien?
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Mit dem Einstieg der Deutschen Telekom als Medienpartner in der Saison 2014/2015 wurde in der Basketball-Bundesliga das Instant Replay System (IRS) eingeführt. Dabei haben die Schiedsrichter die Möglichkeit, anhand klar definierter Vorgaben eine getroffene Entscheidung am Wettkampf-Tisch nochmal zu überprüfen. Dies geschieht mittels eines Tablets, auf dem das TV-Signal eingespeist wird.
Perspektive frei wählbar
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Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 kommen erstmals bis zu sieben TV-Signale am Wettkampftisch an. Damit kann der Schiedsrichter seine IRS-Perspektive über das IRS-Tablet frei wählen. Bisher war er für weitere Perspektiven auf den TV-Regisseur angewiesen. Des Weiteren wurden die Kriterien für die Nutzung des IRS dahingehend überarbeitet und optimiert, dass der Spielfluss gewährleistet bleibt und die Unterbrechungen reduziert werden. Eine Auswertung der vergangenen vier Spielzeiten hatte ergeben, dass sich die Nutzung des IRS mehr als verdoppelt hat - von 25 Prozent in der Premieren-Saison auf 53 in der vergangenen Spielzeit. Ein relevanter Grund, sich weitere Gedanken über die Ausgestaltung des IRS zu machen.
Drei Arten der Anwendung
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Ab Ende September wird unterschieden, in welchen Situationen das IRS "jederzeit", "gegen Ende der Spielperiode" sowie "in den letzten zwei Minuten des vierten Viertels und in der Verlängerung" zur Anwendung kommt:
Anwendung "jederzeit":
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Zur Überprüfung, ob der Werfer nach einem erfolgreichen Korbwurf zwei oder drei Punkte erhält. Zur Überprüfung, ob der Werfer nach einem erfolglosen Korbwurf zwei oder drei Freiwürfe erhält, wenn er beim Korbwurf gefoult wurde.
Zur Überprüfung, ob ein persönliches, unsportliches oder disqualifizierendes Foul up- oder downgegraded wird. Gleiches gilt für die Umwandlung eines Kontaktfouls in ein technisches Foul.
Zur Identifizierung des richtigen Freiwerfers.
Zur Identifizierung der involvierten Spieler im Falle einer Rudelbildung (Fighting-Situation).
Anwendung "gegen Ende der Spielperiode":
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Zur Überprüfung, ob der Ball bei einem erfolgreichen Wurf die Hand des Werfers verlassen hatte, bevor das Signal zu Ende des Abschnitts ertönte. Zur Überprüfung, ob und auf welche Zeit die Spieluhr zu korrigieren ist, falls
- der Werfer im Aus war,
- die 24-Sekunden-Regel überschritten wurde,
- die Acht-Sekunden-Regel überschritten wurde,
- ein Foul vor Ende des Spielabschnitts begangen wurde.
Anwendung "in den letzten zwei Minuten des letzten Viertels und in der Verlängerung":
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Zur Überprüfung, ob der Ball bei einem erfolgreichen Korbwurf die Hand des Werfers verlassen hatte, bevor das Signal der Shot Clock ertönte.
Zur Überprüfung, ob der Ball bei einem Korbwurf die Hand des Werfers verlassen hat, bevor ein Foul begangen wurde.
Zur Überprüfung, welcher Spieler einen Ausball verursacht hat. Zur Überprüfung, ob bei einer Regelübertretung wegen Goaltending oder Goalinterference richtig entschieden wurde.
Die Auswertungen des Schiedsrichterreferats der BBL haben darüber hinaus ergeben, dass die Schiedsrichter den Einsatz des IRS in 88,5 Prozent der Fälle (Durchschnitt über die vier Spielzeiten) als "hilfreich" erachtet haben und sich dadurch die Quote der korrigierten Fehlentscheidungen von 43 (Saison 14/15) auf 56 Prozent (17/18) erhöht hat. Oder anders ausgedrückt: Es gab 170 Fehlentscheidungen weniger.
Am häufigsten (32 %) wurde das IRS zur Korrektur der Spieluhr/24-Sekunden-Uhr genutzt. In 31 Prozent der Fälle wurde überprüft, ob die Spieluhr/24-Sekunden-Uhr abgelaufen war oder nicht. Mit 21 Prozent folgte die Klärung, ob es sich um einen Zwei-Punkte- oder Drei-Punkte-Wurf gehandelt hat. dk