Der Christkindlesmarkt in Nürnberg findet in diesem Jahr statt, während ringsum große wie kleine Märkte aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden, zuletzt der Weihnachtsmarkt in München. Das ist nur schwer zu verstehen. Natürlich ist es verständlich, dass die Stadt Nürnberg die Tradition des beliebten Weihnachtsmarkts nicht noch ein Jahr aussetzen will. Niemand will Märkte absagen, niemand möchte Einschränkungen und Verbote. 

Die Frage ist aber, was zurzeit geboten ist und bei explodierenden Inzidenzen und völlig überlasteten Intensivstationen stellt sich schon die Frage, ob die Entscheidung der Stadt Nürnberg so klug war. Man rechne nicht mit einem touristischen Ansturm, hieß es am Montag vonseiten der Stadt. Das anzunehmen, ist gelinde gesagt blauäugig. Die Menschen hungern nach einem Hauch Normalität, vor allem, nachdem im letzten Jahr Märkte abgesagt worden waren. Nun werden landauf, landab Weihnachtsmärkte abgesagt und in Nürnberg glaubt man, „unter sich“ zu bleiben?

Nürnberger Christkindlesmarkt – ein Superspreader-Event?

Es ist gut und schön, dass es „2G-Gastro-Inseln“ gibt, wo nur Geimpfte und Genesene Glühwein und Lebkuchen kosten dürfen. Aber man muss nur nach Köln blicken, wo beim Karnevalsauftakt offiziell 2G galt, in der Realität Kontrollen aber bestenfalls Stichproben-Charakter hatten. Man darf daran zweifeln, wie gut die Vorgaben dann vor Ort kontrolliert werden können. 

So sehr nachzuvollziehen ist, dass man auch den Standbetreibenden gerne die Möglichkeit geben will, wenigstens in diesem Jahr etwas zu verdienen, steht die Entscheidung der Stadt in keinem Verhältnis zur Realität. Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn die Infektionszahlen in Nürnberg um Weihnachten und Neujahr wieder explodieren. So wird die schon angespannte Lage noch schwieriger, wenn nicht unmöglich zu beherrschen.