Ein "wesentliches Element zur Vertiefung der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit" sei die Etablierung eines neuen Anlauf- und Orientierungspunkts in nächster Nähe der Zeppelintribüne, erklärt die Stadt Nürnberg in einer Mitteilung. Gruppen und Individualbesucherinnen beziehungsweise -besucher sollen hier demnach künftig einen knappen Überblick über die Geländegeschichte ebenso erhalten wie über das Gesamtangebot des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände.

Daneben sollen auch praktische Verbesserungen auf dem weitläufigen Areal am vormaligen Bahnhof Dutzendteich entstehen - wie witterungsgeschützte Unterstellmöglichkeiten, eine Verbesserung der Situation öffentlicher Sanitäranlagen oder eine gastronomische Grundversorgung, heißt es. 

Inklusive der Außenflächen handle es sich um eine Grundstücksgröße von insgesamt 5251 Quadratmetern. Am 26. Juli 2022 habe die notarielle Beurkundung zwischen der bisherigen Eigentümerin, der Familie Inselkammer, und der Stadt Nürnberg, stattgefunden. Mit den Umbaumaßnahmen der Gaststätte Bahnhof Dutzendteich als künftigen Anlaufpunkt für erste Grundinformationen am und über das ehemalige Reichsparteitagsgelände, speziell das Zeppelinfeld und die Haupttribüne, sei ab 2024 zu rechnen.

Oberbürgermeister Marcus König (CSU): „Das ehemalige Reichsparteitagsgelände wird jährlich von Tausenden nationalen und internationalen Besucherinnen und Besuchern aufgesucht. Die Nutzung des Bahnhofs Dutzendteich ermöglicht es, dass wir direkt am historischen Ort informieren können und dabei die Funktion des Bahnhofs für das Gesamtgelände verdeutlichen.“

 Der 1871 errichtete und in den Jahren zwischen 1934 und 1936 durch den Architekten Fritz Limpert für die nationalsozialistischen Reichsparteitage umgebaute Bahnhof stehe als Bestandteil des Flächendenkmals ehemaliges Reichsparteitagsgelände wie die anderen NS-Bauten seit 1973 unter Denkmalschutz.

Mit Jahresbeginn 2022 hätten die baulichen Planungen auf dem Zeppelinfeld und der Zeppelintribüne begonnen. Auf Grund der Größe des Areals mit 140.000 Quadratmetern und der "vielschichtigen Themen von der Landschaftsplanung bis hin zum Umgang mit den Natursteinfassaden, aber auch der Berücksichtigung etablierter Großveranstaltungen in den kommenden Jahren" sei mit einem Abschluss der Planungsphase nicht vor Herbst 2023 zu rechnen.

Derzeit fänden Untersuchungen vor allem an den Natursteinfassaden und -stufen der Zeppelintribüne statt. Insgesamt würden durch die ProDenkmal GmbH aus Bamberg fast 50.000 Quadratmeter Natursteinoberflächen nach Auffälligkeiten untersucht und kartographiert, um "denkmalgerechte Reparaturansätze zu ermitteln", heißt es. Die abschnittsweise Umsetzung sei ab 2024 vorgesehen.

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