Unter dem Motto „Schlamasseltov. Jüdisches Leben im Film“ findet am 29. und 30. April 2022 das „kleine“ Filmfestival im Filmhaus Nürnberg statt. Alle zwei Jahre befasst sich „Heimat! Das Filmfestival“, das vom Bezirk Mittelfranken, dem Filmhaus Nürnberg und dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege veranstaltet wird, mit dem Thema Heimat und dem Heimatbegriff, erklärt der Bezirk Mittelfranken.

Wegen Corona musste das Festival zweimal verschoben werden (Januar 2021 und Januar 2022). Doch nun soll zum Abschluss des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ das Thema „jüdisches Leben im Film“ in dieser Reihe präsentiert werden.

Die ausgewählten Filme – hauptsächlich Dokumentationen - beschränken sich auf die jüngere Vergangenheit mit Schwerpunkt Nürnberg und zeigen vielfältige jüdische Biografien und Lebensentwürfe. Dabei werden Fragen nach Heimat und Heimatverlust aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und Fragen nach unterschiedlichen jüdischen Identitäten gestellt.

Ein Highlight ist die erstmals in Nürnberg gezeigte Dokumentation „Are You From Nuremberg?“ von Jeanine Meerapfel, Filmemacherin und Präsidentin der Berliner Akademie der Künste, die ihren Film über ihre mutige Stiefmutter Ruth Meerapfel selbst vorstellen wird.

Diese wuchs in Nürnberg auf, bis sie vor dem Terrorregime der Nationalsozialisten nach Argentinien fliehen musste. In dem Film besucht sie nach über 60 Jahren wieder Nürnberg. Außerdem gibt es eine Wiederbegegnung mit dem Werk der Dokumentarfilmerin und Nürnberger Kulturpreisträgerin Ullabritt Horn. In ihrem Film „Bitte grüße mich nie mehr“ lässt sie das Nürnberger Ehepaar Aufochs von ihrer unglaublichen, mutigen Lebensgeschichte erzählen.

Eine Abteilung widmet sich der jugendlichen Perspektive auf das Thema, die besonders die Frage nach Selbst- und Fremdwahrnehmung behandelt. Der mehrfach ausgezeichnete Film „Mazel tov Cocktail“ wird ebenso zu sehen sein wie eine Dokumentation über „Junges jüdisches Leben in Franken“.

Das Festival möchte Vorurteile und Klischees dekonstruieren und mit Filmschaffenden und Gästen einen Beitrag leisten zur Sensibilisierung der Gesellschaft.