• Nürnberg: Gaffer gibt sich nach Horror-Unfall als Sachverständiger aus
  • 45-Jähriger schießt Fotos von Fahrzeugen an Unfallstelle
  • Bestellter Gutachter taucht auf - Betrüger fliegt auf
  • "Sehr ärgerlich": Diese Konsequenzen drohen dem Gaffer

In Nürnberg ist es nach einem schrecklichen Unfall auf dem Nordring am Dienstagabend (9. August 2022) zu einer absurden Situation gekommen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken gegenüber inFranken.de berichtet. Ein 45-Jähriger habe sich gegenüber der Streife als Sachverständiger ausgegeben und mitten auf der Straße Fotos von den Unfallfahrzeugen geschossen. 

Gaffer schießt mitten auf Straße in Nürnberg Fotos nach schwerem Unfall

Ein 58-jähriger Autofahrer und ein 32-jähriger Motorradfahrer waren gegen 17.30 Uhr auf dem Nordring unterwegs, von der Rollnerstraße kommend in Richtung Bucher Straße. Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge zog der vorausfahrende 58-Jährige im Bereich der Kreuzung zum Röthensteig von der rechten über die linke Spur und dann auf eine dortige Fußgängerfurt.

Der Motorradfahrer krachte demnach von links in das Fahrzeug. Der 32-Jährige wurde schwerstverletzt in die Klinik gebracht. Die Polizei sucht noch immer dringend Zeugen zu dem Unfall. Dann ereignete sich der nächste Vorfall: "Ein Mann ist mitten in der Unfallaufnahme zur Unfallstelle gekommen und hat dort Fotos gemacht", erzählt der Sprecher. Gegenüber der anwesenden Verkehrspolizei habe er sich als Sachverständiger ausgegeben. 

Gewundert habe dies zunächst niemanden. "Es war ja auch ein Gutachter bestellt. Aber es ist natürlich aufgefallen, als der richtige Sachverständige ankam", so der Sprecher. Daraufhin seien die Personalien des Mannes kontrolliert worden. 

45-jähriger Gaffer gibt falschen Namen an - was droht ihm nach der unschönen Aktion?

"Er hatte auch einen falschen Namen angegeben", berichtet der Polizeibeamte. Aus welchen Gründen der 45-Jährige so gehandelt habe, dazu lägen aktuell noch keine Informationen vor. "Es wird derzeit überprüft, welche Konsequenzen das Verhalten für den Mann hat."

Vermutlich ginge es aber "eher in Richtung Ordnungswidrigkeit". Der Grund: "Er hat nach unserem aktuellen Kenntnisstand Fotos von Fahrzeugen, nicht von Opfern, geschossen. Hätte er Menschen, also Unfallbeteiligte, Verletzte oder Ähnliches aufgenommen, wäre man im strafrechtlichen Bereich", erklärt der Sprecher. 

Allerdings werde derzeit auch ermittelt, weil der Mann "gegenüber den Beamten falsche Angaben gemacht hat". Zudem habe er "eine polizeiliche Maßnahme gestört". Der Unfall sei mitten im Nürnberger Berufsverkehr passiert. "Alles war nach dem Unfall dicht und die Beamten müssen hier gut, aber auch schnell arbeiten, damit der Verkehr wieder fließt." Ärgerlich sei das Verhalten des Gaffers ganz unabhängig von den rechtlichen Folgen. "Sowas macht man einfach nicht."

Auch interessant: "Ich bin durch mit Selbstständigkeit" - skandinavischer Einrichtungsladen schließt - Ausverkauf gestartet