Rund zweieinhalb Monate nach der Insolvenz der Küchenquelle in Nürnberg gibt es schlechte Nachrichten aus dem Traditionsunternehmen. Wie der Insolvenzverwalter mitteilt, habe dies auch direkte Auswirkungen auf die Beschäftigten.
- Nürnberg: Insolvente Küchenquelle hat bisher keinen Investor gefunden
- Traditionsunternehmen sollte eigentlich gerettet werden
- "Unvermeidlich": Gescheiterte Suche hat negative Konsequenzen für Beschäftigte
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Für die insolvente Firma Küchenquelle konnte bislang kein Investor gefunden werden. Das teilt die zuständige Kanzlei des Insolvenzverwalters Patrick Meyerle, die Pluta Rechtsanwalts GmbH, am Mittwoch (15. Februar 2023) mit. Am Vortag habe Meyerle demnach die Beschäftigten informiert, "dass die zuletzt verbliebenen Interessenten kein Investment bei Küchen Quelle planen", heißt es. In den vergangenen Monaten habe das Team "zahlreiche Gespräche mit potenziellen Investoren" geführt.
Mitarbeiter werden zum Monatsende gekündigt - Küchenquelle baue trotz Insolvenz "planmäßig Küchen ein"
Zum Ende des Monats Februar werde nun die Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Nürnberg erwartet. Für die Mitarbeiter laufe das Insolvenzgeld bis Ende Februar. Da es bislang keinen Investor gebe, müsse den Mitarbeitern daher "aus rechtlichen Gründen mit einer Frist von maximal drei Monaten zum Monatsende gekündigt werden". Die Bezahlung der Gehälter für die kommenden drei Monate sei gesichert "aufgrund einer kürzlich geschlossenen Vereinbarung mit einem Gesellschafter", heißt es.
Nach Verhandlungen mit dem Pluta-Team sicherte die Investmentgruppe "Emma Capital" demnach eine entsprechende Geldsumme zu, sodass auch im eröffneten Verfahren neben den Gehaltszahlungen auch die Auslieferung weiterer Küchen möglich sei. "In den vergangenen Wochen konnte Küchen Quelle trotz des laufenden Insolvenzverfahrens planmäßig Küchen bei den Kunden einbauen", heißt es weiter. Über 800 Kunden und Kundinnen hätten das Angebot angenommen.
Das bedeute, dass das Unternehmen gegen eine Zuzahlung die Küchen liefere und einbaue. Nach einer Bestimmung durch den Insolvenzverwalter muss eine Zuzahlung geleistet werden, damit die Küchen geliefert und montiert werden können, da - so die Argumentation - "die Sicherungsrechte der Lieferanten abgelöst und die Kosten der Lieferung und Montage bezahlt werden müssen". Lange Wartezeiten und schleppende Kommunikation nach der Insolvenz hatten bei nicht unerheblichen Teilen der Kundschaft für Frust und Ärger gesorgt.
"Bislang noch kein Investor": Insolvenzverwalter begründet niedriges Interesse an Nürnberger Traditionsunternehmen
"Küchen Quelle hat bislang über 500 Küchen in knapp acht Wochen eingebaut, weitere Aufbauten erfolgen täglich von Montag bis Samstag. Wir werden über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinaus bis voraussichtlich Juni weitere Küchen zur Auslieferung bringen", wird Mayerle zitiert.
"Umso mehr schmerzt es, dass aus rechtlichen Gründen zum Monatsende die Kündigungen unvermeidlich sind. Denn wir haben bislang noch keinen Investor, der den Betrieb dauerhaft fortführen will. Nichtsdestotrotz versuchen wir weiterhin, einen Investor zu finden", kündigt er an. Ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren sei "unter anderem die Größe von Küchen Quelle und die damit verbundenen Fixkosten".