Nürnberg: Hitze-Ausfall der Straßenbahnen - VAG mit Entschuldigung
Autor: Alexander Milesevic, Julian Drescher
Nürnberg, Montag, 13. Juli 2026
Tagelang fuhren keine Straßenbahnen in Nürnberg - und danach noch lange eingeschränkt. Welche Maßnahmen künftig Schäden verhindern sollen.
Update vom 13.07.2026: VAG entschuldigt sich mit Freifahrt für Hitze-Ausfall
Nach dem fast zweiwöchigen Ausfall bei der Nürnberger Straßenbahn entschuldigt sich der Verkehrsbetrieb VAG mit Gratisfahrten bei den Kunden. Nach Hitzeschäden am extrem heißen Wochenende Ende Juni 2026 hatten die Straßenbahnen mehrere Tage stillgestanden. Ab Mittwoch (15. Juli 2026) soll laut der VAG nun der Betrieb auf allen Routen wieder regulär laufen.
Die Hitze hatte die Füllmasse Bitumen zwischen Schienen und Asphalt weich werden lassen und die Gleise und Bahnen verunreinigt. Die Reinigung erwies sich als aufwendig. Die Straßenbahnen konnten nach dem Stillstand am 27. Juni nur schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. "Als kleine Wiedergutmachung bekommen unsere Fahrgäste am kommenden Wochenende eine Freifahrt auf allen unseren Straßenbahnlinien", teilte VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing mit.
Die VAG möchte nun besser auf extreme Hitze vorbereitet sein. Bei hohen Temperaturen sind demnach Streckenbegehungen vorgesehen. Zudem könne vorsorglich Sand oder Kalkmilch auf die Bitumenstreifen entlang der Schienen gestreut oder aufgetragen werden, um ein Anhaften zu verhindern und ein starkes Erwärmen der Füllmasse zu vermeiden, hieß es. Es werde auch geprüft, ob die Strecken mit Wasser gekühlt werden können. Im Extremfall müsse aber der Verkehr eingestellt werden, noch bevor Schäden auftreten.
Update vom 30.07.2026: Nürnberger Straßenbahnen stehen auch am Dienstag still - jetzt sind neue Details bekannt
Extreme Hitze hat in Nürnberg den kompletten Straßenbahnverkehr lahmgelegt. Die VAG Nürnberg musste den Betrieb am Samstag einstellen und kann ihn auch am Dienstag (30. Juni 2026) noch nicht wieder aufnehmen. Der Grund: Die sogenannte Schienenfuge, eine Vergussmasse zwischen Gleis und Straße, ist durch die hohen Temperaturen weich geworden.
Die Reinigung von Gleisen und Fahrzeugen dauert an. Sämtliche Straßenbahnlinien sind von der Maßnahme betroffen. Die VAG hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Bei der Vergussmasse handele es sich um ein Material auf Bitumenbasis, wie die VAG erklärt. Bitumen ist ein Erdölprodukt, das auch im Straßenbau eingesetzt wird. Die Masse sorgt für eine geschlossene Oberfläche zwischen Schiene und Asphalt und verhindert, dass Wasser in die Konstruktion eindringt. Das Problem: Bitumen reagiert auf Temperatur - bei Kälte wird es spröde, bei Hitze weich.
Hitzeschäden in Nürnberg: Warum die Straßenbahnen nicht fahren können
Da das Material in Deutschland auch bei Frost funktionieren muss, ist die Höchsttemperatur begrenzt, bei der es fest bleibt, heißt es vonseiten der VAG. Während der Hitzewelle seien Spitzentemperaturen von bis zu 38 Grad gemessen worden, wodurch sich der Asphalt und der Bereich um die Schienen noch stärker aufheizten. Die klebrige Masse wurde demnach durch die Fahrzeuge aus dem Bereich zwischen Schiene und Fahrbahn herausgezogen. Ein sicherer Betrieb ist dadurch nicht möglich, teilt die VAG mit.