Nach DKMS-Registrierung: Feuerwehrmann aus Nürnberg rettet ein Leben. Weil er einem Menschen in Not helfen wollte, registrierte sich Dieter Lambing vor rund drei Jahren bei einer DKMS-Aktion der Feuerwehr. "Ich wollte eine gute Tat tun", sagt der Mann der Freiwilligen Feuerwehr.

Nun wurde Lambing als Stammzellenspender ausgewählt - und wurde so zum Lebensretter.

Überraschender Anruf: Feuerwehrmann aus Nürnberg kann Stammzellen spenden

Jahre nach seiner Registrierung bekam Lambing plötzlich einen Anruf. Er kommt als Spender infrage. "Damit habe ich nicht gerechnet, das kam sehr überraschend", sagt er. Über seine Antwort musste er trotzdem nicht nachdenken. "Für mich war sofort klar, dass ich spenden werde", sagt er. "Da ist ein Mensch, der Hilfe braucht, der krank ist. Wenn ich helfen kann, will ich das machen."

Zwischen dem Anruf und der Spende vergingen etwa zwei bis drei Monate. "Durch Corona hat sich das alles verschoben, weil sie im Krankenhaus kein Personal hatten, um die Spende durchzuführen", sagt Lambing.  Sorgen habe er kaum welche gehabt. Er selbst habe zwar nachgefragt, ob es Komplikationen bei der Spende geben könnte, doch diese Bedenken konnten ihm im Gespräch schnell genommen werden.

In einer Voruntersuchung wurde ihm dann nochmal Blut abgenommen, um festzustellen, ob er gesund ist. Erst bei einem weiteren Termin durfte er dann schließlich die Spende machen. Vorbereitet habe er sich darauf nicht. "Ich habe das alles einfach auf mich zukommen lassen."

Nur circa drei Stunden gedauert: So lief die Spende ab

Tatsächlich verlief der Vorgang problemlos. Lambing gehört zu den 80 Prozent der Spender, bei denen die Stammzellen durch ein Dialyse-ähnliches Verfahren, die Apherese, aus dem Blut entnommen werden. Die DKMS erläutert das Verfahren so: "Dem Spender wird über fünf Tage hinweg der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut." Die Stammzellen werden dann einfach direkt aus dem Blut entnommen.

"Das hat bei mir circa drei Stunden gedauert", sagt Lambing. "Ich habe mich ein bisschen mit meinem Handy beschäftigt und geschlafen. Die Zeit ging eigentlich relativ schnell vorbei."

Eine Begleitung durfte er Corona-bedingt nicht mitbringen. Alleingelassen habe er sich aber trotzdem nicht gefühlt. "Das Personal war sehr nett und hat sich gut gekümmert. Ich habe mich dort wohlgefühlt." Nach der Spende wurde er mit Essen und Trinken versorgt und konnte dann direkt wieder nach Hause gehen. 

Stammzellenspender: "Ich würde das jederzeit wieder machen"

"Ich war danach leicht geschwächt und habe mich müde gefühlt, aber Schmerzen hatte ich keine", erinnert sich Lambing. "Ich fühle mich gut, wenn ich an die Spende denke. Ich habe ein gutes Gewissen und bin froh, dass ich es gemacht habe. Ich würde das jederzeit wieder machen." Aus Datenschutzgründen darf er erst nach zwei Jahren Kontakt zu dem Patienten, dem er Stammzellen gespendet hat, aufnehmen. Noch weiß er nichts über diese Person. Nach Ablauf der Frist möchte er sie aber gerne kennenlernen.

"Alle 27 Sekunden erhält irgendwo auf der Welt ein Mensch die Diagnose Blutkrebs", erklärt die DKMS. Oftmals hilft in diesem Fall nur eine Stammzellenspende. Sie kann aber nicht von jedem gegeben werden. "Genetischer Zwilling" ist die Formulierung, die in diesem Zusammenhang viel verwendet wird, da die Übereinstimmung der Daten sehr selten ist.

Um sich als Spender zu registrieren, können sich Interessierte ein Set nach Hause bestellen. Durch einen Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen werden Gewebeproben entnommen. Wenn eine Übereinstimmung mit den Gewebemerkmalen eines Leukämie-Patienten festgestellt wird, kann so ein Spender gefunden werden.

Auch in Obertrubach (Landkreis Forchheim) organisiert die Feuerwehr eine DKMS-Registrierungsaktion. Sie wollen ihrem Kameraden Martin, der an akuter Leukämie erkrankt ist, das Leben retten.