Das Nürnberger Gesundheitsamt hat den Corona-Meldeprozess umgestellt. Durch die Omikron-Variante des Virus kam es zu einem "dynamischen Anstieg" der Fallzahlen, so die Stadt in einer Mitteilung. Die Zahl der Corona-Meldungen habe sich seit dem Jahreswechsel vervierfacht. Durch den starken Anstieg konnten die Meldungen zuletzt nicht mehr am Eingangstag an das Robert-Koch-Institut (RKI) weitergegeben werden, heißt es. Infolgedessen bewegten sich die tagesaktuellen Meldungen des RKIs unter dem tatsächlichen Infektionsgeschehen - die Fallzahlen würden vom Institut unterschätzt. Um in den nächsten Wochen eine "schnelle, realistische" Einschätzung geben zu können, stelle das Nürnberger Gesundheitsamt nun den Meldeprozess um.

Die Konsequenz zeigt sich nun: Die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg ist seit dem Sonntag, 30.1.2022, auf über 2000 angestiegen. Am Montag, 31.1., stieg sie auf rund 2020 an. Das heißt, dass jede 50. Person in den letzten 7 Tagen positiv auf Corona getestet wurde. Nürnberg ist die erste Stadt in Franken, die über die 2000er-Marke klettert. Andere Städte in Bayern mit ähnlich hohen Inzidenzen sind Ingolstadt und Rosenheim.

Nürnberg: Gesundheitsamt übergibt Corona-Meldungen ohne Prüfung - Anstieg erwartet

Künftig würden die aus den Laboren an das Gesundheitsamt übermittelten Corona-Nachweise zunächst ohne Prüfung an die zuständige Landesbehörde sowie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übermittelt, heißt es. Erst im Nachgang würden die Zahlen durch qualitätsbereinigte Daten korrigiert. Der "Schritt der Qualitätsprüfung" passiere zukünftig also erst nach der Meldung an das LGL beziehungsweise RKI.

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Die damit einhergehenden Fehler bei einzelnen Labormeldungen (etwa durch Doppelmeldungen oder Meldungen zu Personen, die nicht im Nürnberger Stadtgebiet gemeldet sind) würden im Anschluss korrigiert. Deshalb komme es zwischenzeitlich zu einer tendenziellen Überschätzung der Zahlenwerte. Einmalig werde es zu einem stärkeren Anstieg der 7-Tage-Inzidenz kommen.

Zusätzlich werde das Personal im Meldeteam "durch interne Umschichtungen aufgestockt". Hinzu kämen "Anpassungen beispielsweise in der Kontaktnachverfolgung sowie eine weitere Automatisierung der Prozesse". Durch die zu erwartende hohe Belastung könnten sich Einzelprüfungen in den nächsten Wochen verzögern, teilt die Stadt Nürnberg mit.