In Mittelfranken tauchen immer mehr gefälschte Impfpässe auf. Im Raum Nürnberg und Fürth hat es mehr als 300 Fälle gegeben. Im Kreis Ansbach hat eine Apothekerin einen Mann auf frischer Tat ertappt, der sich einen Impfnachweis ergaunern wollte.
Mehr als 300 Fälle von Impfpass-Fälschungen in Mittelfranken
In den letzten Wochen war ein "markanter Anstieg" der Fälschungen zu beobachten
Apothekerin in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) erwischt Impfpass-Betrüger
Polizei Oberfranken gibt Tipps: So erkennt man Impfpass-Fälschungen
Die Zahl der Impfpass-Fälschungen nimmt bundesweit zu. Auch in Mittelfranken hat es in den letzten Wochen einen "markanten Anstieg" gegeben, wie eine Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken inFranken.de mitteilt.
Impfpass-Fälschungen nehmen zu: mehr als 300 Fälle in Mittelfranken
Wie die Sprecherin weiter mitteilt, soll es im Raum Nürnberg und Fürth bis zum 1. Dezember über 300 Fälle von Impfpass-Fälschungen gegeben haben.
Gerade in den letzten Wochen – also in der Zeit, in welcher die Corona-Regelungen für Ungeimpfte immer strenger wurden – sei ein starker Anstieg zu beobachten gewesen. Im Raum Erlangen und Höchstadt soll es mehr als 20 Fälle gegeben haben.
Bei gefälschten Impfpässen oder Testnachweisen stehen Straftatbestände aus dem Bereich der Urkundenfälschung im Raum. Der Gesetzgeber hat hier Ende November nachgeschärft und die Tatbestände hinsichtlich Impfausweisen und Testnachweisen konkretisiert. Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Fast alle Landeskriminalämter in Deutschland signalisieren einen extremen Anstieg von gefälschten Impfzertifikaten, wie der BR berichtet.
Kreis Ansbach: Frau erwischt Impfpass-Fälscher auf frischer Tat
Am Dienstag (30.11.2021) erwischte eine Frau in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) einen Mann auf frischer Tat, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt. Ein Mann hatte in der Apotheke seinen Impfausweis vorgezeigt und wollte mit diesem eine digitale Bescheinigung für sein Mobiltelefon (CovPass) bekommen.
Bei der Eingabe der Daten fiel der Apothekerin jedoch auf, dass die Stempel des ausstellenden Arztes und die Chargennummern der Impfungen im Impfausweis falsch sein könnten. Ihre Vermutung teilte sie dem Mann mit, woraufhin dieser in unbekannte Richtung verschwand. Aufgrund ihrer guten Personenbeschreibung entdeckte eine Polizeistreife den Verdächtigen nur eine Straße weiter. Bei der anschließenden Kontrolle konnte schließlich auch der in der Apotheke vorgezeigte Impfausweis aufgefunden werden.
Die Beamten stellten fest, dass es sich eindeutig um eine Fälschung handelte und beschlagnahmten das Dokument. Der Mann gab an, den Ausweis am Stuttgarter Hauptbahnhof gekauft zu haben. Gegen den 32-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt.
Polizei Oberfranken erklärt, woran man Impfpass-Fälschungen erkennt
Apotheker, Ärzte, Gastronomen oder sonstige Berufsgruppen, die 2- oder 3G-Regelungen überprüfen und mit potenziellen Fälschungen in Kontakt treten, sind angehalten, bei Verdachtsmomenten die Polizei zu verständigen.
Um gefälschte Impfausweise zu entlarven, können folgende Punkte überprüft werden:
Ist der Impfpass auf eine Person namentlich ausgestellt?
Befinden sich mehr als die Corona-Eintragungen im Impfpass?
Ist der Stempel des impfenden Arztes echt?
Stimmt der Inhalt des Impfpasses mit den Angaben des Benutzers überein?
Machen die Klebeetiketten einen echten Eindruck?
Entscheidend ist hier der Gesamteindruck des Dokumentes, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt. Polizisten können Fälschungen auch mit entsprechendem technischem Equipment, zum Beispiel Dokumentenprüfgeräten, schnell identifizieren.
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