• In den bayerischen Tiergärten gilt die 2G-Regel.
  • Wildpark Schloss Tambach findet 2G-Regel bei Outdoor-Besuch unangebracht 
  • Einschätzungen eines Physikers und Aerosolforschers zur Infektionsgefahr sprächen für Lockerungen
  • Tiergarten Nürnberg: Zoodirektor verteidigt 2G im Zoo

Die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung schreibt die 2G-Regel in zoologischen Gärten vor. Der Wildpark Schloss Tambach im Landkreis Coburg kann diese Maßnahme im Hinblick auf die aufgehobene Zugangsbeschränkung im Handel nicht nachvollziehen und beruft sich in einem öffentlichen Statement auf die geringe Infektionsgefahr in Outdoor-Bereichen. Beim Tiergarten Nürnberg sieht man das anders.

2G in Tiergärten: Wildpark Schloss Tambach wettert gegen Bayerische Staatsregierung

Nur für Geimpfte oder Genesene oder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind, ist der Eintritt in bayerische Tiergärten möglich. Der Wildpark Schloss Tambach gibt seine Meinung dazu in einem energischen öffentlichen Facebook-Post kund, der sich an die Bayerische Staatsregierung richtet. "Wenn es in den bayerischen Geschäften keine 2G-Regelung mehr gibt, warum ist sie dann in einem Tierpark, der NUR Outdoor ist, erforderlich!?"

Es sei "traurig, dass wir Bürger Sie auf die tragenden Säulen unseres Rechtsstaats hinweisen müssen", heißt es weiter. Der Wildpark sehe hier den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht erfüllt und verweist auf Einschätzungen des Physikers und Aerosolforschers Gerhard Scheuch.

Dieser sei gegenüber ntv am 24. Januar 2022 zu Wort gekommen und habe betont, dass die Infektionsgefahr vor allem in Innenräumen bestehe. Demzufolge müssten vor allem "Regelungen im Restaurantbereich, in U- und S-Bahnen" aufrechterhalten werden. Kein Problem sehe er darin, in Außenbereichen zu lockern, so zitiert ihn der Wildpark.

Tiergarten Nürnberg verteidigt 2G-Regel: Infektionen "überall zu erwarten"

Anders als der Wildpark Schloss Tambach unterstützt Dag Encke, Direktor des Tiergartens Nürnberg, gegenüber inFranken.de diese Maßnahme: "Die 2G-Regel ist sinnvoll, da sie die Wahrscheinlichkeit von schweren Krankheitsverläufen im Falle von Infektionen, die bei der Omikron-Variante immer und überall zu erwarten sind, verringert."

Im Zusammenhang mit der aufgehobenen 2G-Regelung für den Handel, hält Encke die Zugangsbeschränkung für den Tiergarten Nürnberg dennoch für verhältnismäßig. Die Kontrolle sei "leicht und effektiv" möglich und bedeute damit aus seiner Sicht keinen unverhältnismäßigen Mehraufwand.

Ein großer Unterschied zum Handel für Encke: Der Tiergarten sei "kein Produkt für die Deckung des Grundbedarfs im Alltag der Bürger, das immer für alle Bürger zur Verfügung gehalten werden muss". Die Ansteckungsgefahr in den Freibereichen ohne FFP2-Maske schätzt er als "eher niedrig" ein, solange die Abstandsregeln eingehalten würden. Dennoch sei eine Wahrscheinlichkeit stets gegeben.

Nüprnberger Zoodirektor: "Lockerungen nicht sinnvoll"

Zum Schluss gibt der Direktor des Tiergartens Nürnberg zu verstehen, dass eine "baldige Normalisierung der Lage" selbstverständlich wünschenswert sei. "Aber angesichts der hohen Infektionsraten bei immer noch viel zu niedriger Impfquote erscheinen Lockerungen nicht sinnvoll, zumal die 2G-Regel das Risiko sowohl für betroffene Einzelpersonen als auch für das Gesundheitssystem berücksichtigt."

Im Zentrum stehe, die Infektionswahrscheinlichkeit für Ungeimpfte niedrig zu halten, um einer Entlastung der Krankenhäuser vorzubeugen, so der Nürnberger Tiergartenchef.

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