Mit Warnstreiks will die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Montag, 25.01.2021, den Druck auf die Arbeitgeber im Wach- und Sicherheitsgewerbe in Bayern erhöhen.

Wie die Gewerkschaft am Sonntag mitteilt, sehe man sich zu diesem Schritt gezwungen, da "der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in der 3. Verhandlungsrunde im Dezember 2020 sein Angebot im Vergleich zur Vorrunde noch einmal verschlechtert" habe.

Streiks in Franken: Unter anderem in Erlangen, Nürnberg und Schweinfurt

Besonders Franken ist betroffen. Zum Streik sind demnach unter anderem die Bewachung der kerntechnischen Anlagen in Grafenrheinfeld (und Gundremmingen und Isar), die Werksfeuerwehr und Werkschutz bei ZF in Schweinfurt, sowie die Beschäftigten an einigen Standorten bei der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft, Fürst Sicherheit in Nürnberg, Ehrl Bewachungsdienst in Nürnberg und Erlanger Sicherheitsgesellschaft GmbH.

„Die Blockadehaltung der Arbeitgeber provoziert eine Reaktion der Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen in der Sicherheitsbranche halten den Laden maßgeblich mit am Laufen. Sie waren und sind auch in Zeiten der Pandemie zuverlässig im Einsatz. Trotzdem haben sie keine Corona-Prämie erhalten. Zusätzlich wird ihnen die Wertschätzung durch eine angemessene Lohnerhöhung verwehrt“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Kai Winkler. 

Trotz der laut Gewerkschaft "guten wirtschaftlichen Lage der Branche" sollen die Beschäftigten mit "minimalen Cent-Beträgen abgespeist" werden, kritisierte Winkler: „Der Personalmangel im Wach- und Sicherheitsgewerbe von über 9.000 Stellen bundesweit kommt nicht von ungefähr. Ein fairer Abschluss hätte hier Symbolwirkung und würde helfen, die Branche attraktiver zu machen“, so Winkler.

Sicherheitsbeschäftigte arbeiten laut ver.di im Niedriglohnbereich. Ein Sicherheitsmitarbeiter in der untersten Lohngruppe trage demnach nach 45 Jahren Arbeit das Risiko, im Alter nur sechs Euro über der Grundsicherung zu liegen. „Ein Lohn muss nicht nur zum Leben, sondern auch für die Rente reichen! Deshalb darf der Abstand zum Mindestlohn in unserem Tarifvertrag nicht schrumpfen, er muss größer werden. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Angebot, das die Tariflöhne deutlich nach oben korrigiert“, betonte Winkler.

ver.di fordert für die rund 35.000 Beschäftigten im bayerischen Wach- und Sicherheitsgewerbe eine Lohnerhöhung von einem Euro pro Stunde, mindestens aber fünf Prozent und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 50 Euro pro Monat und Ausbildungsjahr.