Urteil im fränkischen Maishäckslerverfahren: So hoch fällt die Strafe aus

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Eine Erntemaschine wurde durch Metallteile beschädigt, die auf einem Maisfeld platziert wurden.
Auch versuchter Totschlag durch das aufwirbelnde Metall steht laut Gericht als Vorwurf im Raum.
Eine Erntemaschine wurde durch Metallteile beschädigt, die auf einem Maisfeld platziert wurden.
Daniel Vogl/dpa

Mehrere Erntemaschinen wurde durch Metallteile beschädigt, die zwei Brüder auf einem Maisfeld platziert haben sollen. Nun ist ein Urteil in dem Verfahren gefallen.

Update, 14.12.2023: Urteil im fränkischen Maishäckslerverfahren: So hoch fällt die Strafe aus

Wegen Sabotageakten in Maisfeldern ist ein Landwirt aus Mittelfranken zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landgericht in Nürnberg sprach ihn am Donnerstag wegen Sachbeschädigung und Nötigung in vier Fällen schuldig. Der 69-Jährige sei nach Ansicht der Kammer wegen einer Demenz vermindert steuerungsfähig gewesen, was die Strafe gemildert habe, erläuterte Justizsprecher Stephan Husemann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte 2019 allein oder zusammen mit seinem jüngeren Bruder in Feldern in Mittelfranken Nägel, Holzstämme und Metallteile versteckt, wodurch Maishäcksler zum Teil stark beschädigt wurden. Der Fall hatte ursprünglich das Amtsgericht Neustadt an der Aisch beschäftigt. Dieses verwies das Verfahren gegen den 69-Jährigen aber ans Landgericht, weil nach Ansicht des Richters bei den Sabotageakten auch Menschen tödlich verletzt hätten werden können und deshalb eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags in Betracht kam.

Einen solchen Vorsatz habe das Landgericht aber nicht feststellen können, sagte Husemann. Das Motiv der beiden Brüder sei jedoch unklar geblieben. Der Angeklagte habe sich dazu in der Verhandlung nicht geäußert. Die Sabotage in den Maisfeldern wird das Landgericht in Nürnberg künftig noch weiter beschäftigen. Das Amtsgericht hatte den jüngeren Bruder zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Dagegen legten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung ein. Der Angeklagte sei aber erkrankt und derzeit nicht verhandlungsfähig, sagte Husemann.

Ursprungsmeldung: Maishäckslerverfahren in Franken geht weiter - War es sogar versuchter Totschlag?

Ein Landwirt soll in Mittelfranken zahlreiche Metallteile auf Maisfeldern verteilt und so großen Schaden an Maishäckslern angerichtet haben. Weil neben Sachbeschädigung auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags - und damit eine längere Haftstrafe - in Betracht kommt, steht der 69-Jährige seit Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Zu Prozessbeginn wollte der Angeklagte zunächst keine Angaben machen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zusammen mit seinem 64 Jahre alten Bruder zwischen März und September 2019 auf Maisfeldern im Raum Neustadt an der Aisch Hölzer, Nägel sowie weitere Metallteile deponiert zu haben. In drei Fällen wurden Maishäcksler bei der Ernte deshalb beschädigt. Die Schadenssumme: rund 80.000 Euro. In zwei weiteren Fällen kam es letztlich zu keinem Schaden.

Mutmaßliche Sabotage auf Maisfeld - Brüdern droht empfindliche Strafe 

Das sogenannte Maishäckslerverfahren beschäftigt die Justiz seit Monaten, es wurde ab Ende Februar bereits vor dem Amtsgericht Neustadt an der Aisch verhandelt. Bei dem Prozess wegen Sachbeschädigung wurde deutlich, dass die auf den Feldern deponierten Metallteile von den Erntemaschinen aufgewirbelt wurden und für schwere Verletzungen gesorgt haben könnten. Das Gericht sah eine potenziell große Gefahr durch die ausgelegten Metallteile.

Der Beschuldigte gab vor Gericht den Angaben nach zu erkennen, dass ihm dies egal gewesen sei und er somit auch Verletzungen in Kauf genommen habe. Da nach Überzeugung des Amtsgerichts dadurch auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags oder versuchter gefährlicher Körperverletzung in Frage kommt, verwies es das Verfahren ans Landgericht.

Der Bruder des Angeklagten wurde im Mai vor dem Amtsgericht wegen Sachbeschädigung und versuchter Sachbeschädigung zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Gegen die Entscheidung wurde Berufung eingelegt. Am Verfahren gegen den Landwirt in Nürnberg nimmt auch ein psychiatrischer Gutachter teil, der das Gericht zur Frage einer möglicherweise verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten beraten soll. Ein Urteil könnte es Mitte Dezember geben.

Weitere Informationen zum sogenannten Maishäckslerverfahren findest du in unserem ursprünglichen Update-Artikel.