Nicht mehr lange, dann ziehen wieder Horden seltsamer Geschöpfe auf das Zeppelinfeld in Nürnberg. Am 2. Juni startet Rock im Park 2017. Gleich am Freitagabend um 21 Uhr stehen fünf altbekannte Männer auf der Zeppelin Stage. Die Toten Hosen sind schon seit Jahren Stammgäste auf dem Festival, sozusagen die "Hausband" von Rock im Park und Rock am Ring.
Bis dahin war es für die Düsseldorfer aber ein langer Weg. 1982 gründeten Campino und Co. die Band. Ein Jahr später debütierten sie mit ihrem Album "Opel-Gang" und mischten die deutsche Punkszene ordentlich auf - mit Songs, die die Hosen teilweise bis heute auf jeder Live-Show spielen. Auf den kommerziellen Durchbruch mussten die fünf Rheinländer aber bis 1988 und dem Album "Ein kleines bisschen Horrorschau" warten. Der Erfolg riss fortan nicht ab. Die Toten Hosen legten mit dem Nummer-Eins-Album "Auf dem Kreuzzug ins Glück" nach und erstürmten mit "Zehn kleine Jägermeister" 1996 erstmals mit einer Single die Spitze deutschen Charts. Im gleichen Jahr standen sie auch erstmals bei Rock im Park auf der Bühne.


Vor zwei Jahren waren sie zuletzt zu Gast. Seither hat sich einiges getan bei den Düsseldorfer Punkrockern. Am 5. Mai 2017 kam mit "Laune der Natur" das 16. Studioalbum der Band auf den Markt - und kletterte gleich mal auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Dennoch waren die Reaktionen von Kritikern und Fans ziemlich kontrovers. Besonders nach dem Release der ersten Single "Unter den Wolken" im April machte sich unter den Hosen-Anhängern etwas Enttäuschung breit. Zu glatt, zu poppig, zu überproduziert sei der Song.
Trotzdem waren viele positiv überrascht, nachdem sie das gesamte Werk gehört hatten. Auch wenn es für viele nicht an das Erfolgsalbum "Ballast der Republik" herankommt. Andere wiederum haben sich schon längst von Studio-Hosen verabschiedet, freuen sich aber umso mehr auf die Live-Hosen. Denn die werden wie immer Vollgas geben auf der Bühne.