Nürnberg gegen Grippe: Impfungen für Mitarbeiter sollen große Grippewelle verhindern
Autor: Marc Zenkert
Nürnberg, Freitag, 05. Oktober 2018
Die diesjährige Grippewelle war die Größte seit dem Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001. Nun bietet Nürnberg seinen Mitarbeitern die Impfung an, um nicht noch einer Welle entgegenzusteuern.
Eine triefende Nase, ein dröhnender Kopf und schmerzende Glieder - Das sind Symptome einer Grippe. Oftmals wird das Virus unterschätzt. Ein paar Tage krank liegen und dann geht es einem besser, so denken viele Deutsche. Das Unterschätzen der Influenza hat allerdings Folgen. Besonders im Alter kann Grippe zum Killer werden.
Dass sich bisher nur ein Drittel der Senioren in Deutschland gegen Grippe impfen lässt, macht das Problem noch größer. "Das Immunsystem altert mit", sagt Silke Buda des Robert Koch-Institut (RKI). Wer über 60 ist und vielleicht schon andere Krankheiten hat, ist besonders empfänglich für die Viren. Der Verlauf der Krankheit kann bei ihnen zu Lungenentzündungen, Herzinfarkten oder zum Tod führen. "Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten", betont RKI-Präsident Lothar Wieler.
Zwar wirkt die Impfung bei Älteren weniger zuverlässig, allerdings könne durch die Impfung das Risiko der Erkrankung halbiert werden. Ebenso erwiesen Studien, dass geimpfte Personen einen milderen Krankheitsverlauf durchleben als ungeimpfte.
Rund 334.000 Grippe-Erkrankungen
Laut der Datenerhebung des RKI, wurden rund 334.000 labordiagnostisch bestätigte Fälle der Erkrankung gemessen. Das ist seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001 der höchste Stand. Die meisten Fälle konnten bei den Altersgruppen zwischen 35 und 59 Jahren nachgewiesen werden.
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Leiterin der Abteilung Infektionsschutz am Gesundheitsamt, Alice Schaffer, sieht noch eine größere Grippe-Epidemie voraus. Eine erneute Rekord-Welle müsste umgehend verhindert werden. Dem stimmt auch Dr. Jan-Torsten Drenckhahn vom Betriebsärztlichen Dienst des Klinikums Nürnberg zu.