Dem Protest gegen die Rassendiskriminierung in den USA wollen sich jetzt auch Demonstranten in Nürnberg anschließen. Zum Auftakt der Solidarisierungswelle mit der afroamerikanischen „Black Lives Matter-“Bewegung  haben sich am Freitagabend (5. Juni 2020) Hunderte Teilnehmer im Nürnberger Stadtteil Gostenhof versammelt.

Am Samstag ging die Solidarisierungswelle mit den amerikanischen Proteste in der Frankenmetropole weiter.

5000 Menschen demonstrieren auf der Wöhrder Wiese gegen Rassismus 

Auf der Wöhrder Wiese fand erneut eine Versammlung gegen Diskriminierung und Rassismus von 13 bis 14.30 Uhr statt. Bis zu 5000 Teilnehmer demonstrierten friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ursprünglich waren nur 400 Teilnehmer angemeldet. Als bereits vor Beginn so reger Zulauf herrschte, dass die angemeldete Teilnehmerzahl wohl weit überschritten werden würde, wurde in direkter Absprache zwischen der Sicherheitsbehörde und der Polizeiführung die Veranstaltungsfläche erweitert, um den Teilnehmern die Einhaltung der Mindestabstände zu ermöglichen, teilte die Polizei am Samstagnachmittag mit. Wie Polizei-Sprecher Rainer Seebauer gegenüber inFranken.de informierte, verlief die Demonstration "friedlich und störungsfrei". Es gab zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Allerdings mussten die eingesetzten Beamten vor Ort die Teilnehmer immer wieder auf die Einhaltung des Mindestabstands und der Maskenpflicht hinweisen. 

Die Veranstaltung sollte ursprünglich in der Nürnberger Innenstadt stattfinden. Wie das Ordnungsamt der Stadt am Freitag mitgeteilt hatte, sei die Verlegung auf die Wöhrder Wiese „im Einvernehmen mit den Veranstaltern“ erfolgt, da in der Innenstadt die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen nicht gewährleistet werden könne. 

Am Samstag fand im Anschluss auf der Wöhrder Wiese noch eine weitere Kundgebung statt. Für die Corona-Demo von 15.30 bis 16.30 Uhr hatten sich laut Polizei rund 500 Menschen angemeldet, letztendlich gekommen sind etwa 450, teilte die Polizei mit. Im Einsatz waren unter Leitung des Polizeipräsidiums Mittelfranken sowohl mittelfränkische Polizeibeamte als auch geschlossene Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

George Floyd-Proteste in Nürnberg gegen "Killer in Uniform"

Bei der Demonstration am Freitag haben die Teilnehmer mit Transparenten mit Aufschriften wie „We`re born to love not to hate“ haben die Demonstranten an den gewaltsamen Tod von George Floyd nach einer Festnahme durch die US-Polizei erinnert, der die Protestwelle in den Vereinigten Staaten ausgelöst hat.

Zur Kundgebung am Freitag in Nürnberg unter dem Titel „Polizeigewalt und Rassismus stoppen!“ aufgerufen haben Vertreter aus dem linken Spektrum. Im Vorfeld der Veranstaltung haben die Macher auf der Homepage „Redside“ angekündigt, bei der Demo in Gostenhof aus Rücksicht auf die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus den Mindestabstand einhalten sowie Mund-Nasen-Schutzmasken tragen zu wollen. An die Corona-Auflagen haben sich am Freitagabend die allermeisten Demonstranten gehalten. Die Veranstaltung ist friedlich verlaufen. 

Laut dem Protestaufruf im Internet sei George Floyd durch „Killer in Uniform“ gestorben. Polizeiliche Gewalt sei demnach „weltweit“ an der Tagesordnung. Weiter heißt es dort wörtlich: „Lasst uns dieser Scheiße ein Ende setzen und auch von Nürnberg aus ein Zeichen der Solidarität mit den Protestierenden in den USA und weltweit zeigen.“