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Nürnberg
Demonstrationen

George-Floyd-Proteste in fränkischer Stadt angemeldet – Organisatoren aus linker Szene

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gehen täglich Tausende Menschen in den USA auf die Straße. Nun erreichen die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus auch Franken. In Nürnberg sind für dieses Wochenende gleich mehrere Demonstrationen geplant.
 
Nach dem Tod von George Floyd - New York
Nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd durch einen weißen Polizisten kommt es zu immer mehr Protesten. Auch in Nürnberg sind dieses Wochenende mehrere Demonstrationen angemeldet. Foto: Seth Wenig/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Seth Wenig (AP)
  • George-Floyd-Proteste am Wochenende in Nürnberg
  • Polizei Mittelfranken und Stadt Nürnberg bereiten sich vor
  • In den USA gerieten die Demonstrationen außer Kontrolle

George-Floyd-Proteste kommen nach Franken: Nachdem der Schwarze George Floyd am 25. Mai durch einen weißen Polizisten getötet worden war, kam es in den USA zu immer stärkeren Protesten. Diese gerieten häufig außer Kontrolle und schlugen in gewaltsame Auseinandersetzungen und Plünderungen um. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat sogar den Einsatz des Militärs angedroht. Nun erreichen die Proteste Franken.

Vier Demos in Nürnberg: Veranstalter aus linker Szene

Für Nürnberg sind für dieses Wochenende bereits mehrere Protest-Aktionen angemeldet, erklärt Robert Pollack, Leiter der Abteilung für Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten der Stadt. "Es sind vier Veranstaltungen mit ähnlichem Thema, aber von unterschiedlichen Privatpersonen der linken Szene angemeldet worden", erklärt er im Gespräch. "Wir versuchen aktuell, auch die Veranstalter zu erreichen. Bisher ohne Erfolg." 

Da das Ordnungsamt bisher noch nicht mit den Veranstaltern sprechen konnte, bestätigt Pollack noch keine Termine final. Auf der linksradikalen Website redside.tk sind jedoch folgende Termine angekündigt:

  • Freitag, 05. Juni, 18 Uhr: Kundgebung vor dem Polizeipräsidium am Jakobsplatz
  • Samstag, 06. Juni, 14 Uhr: Unter dem Motto "Silent Protest" vor der Lorenzkirche
  • Samstag, 06. Juni, 14 Uhr: Unter dem Motto "Silent Protest" in der Straße der Menschenrechte
  • Samstag, 06. Juni, 14 Uhr: Unter dem Motto "Silent Protest" am Weißen Turm

Die erste Veranstaltung vor dem Polizeipräsidium sei mit 100 bis 150 Leuten angemeldet worden, erklärt Pollack.

Polizei und Stadt arbeiten an den Vorbereitungen

Red Side schreibt in seiner Ankündigung: "Der Mord an George Floyd durch Killer in Uniform ist Beispiel für ein Problem, das nicht nur in den USA besteht. Polizeiliche Gewalt gegen Geflüchtete, MigrantInnen, Arme, Jugendliche und viele andere ist weltweit an der Tagesordnung. Lasst uns dieser Scheiße ein Ende setzen und auch von Nürnberg aus ein Zeichen der Solidarität mit den Protestierenden in den USA und weltweit zeigen."

Pollack mahnt jedoch dazu: "Von der Wortwahl der extremistischen Szene sollte man nicht auf den Verlauf der Veranstaltung schließen." Auch das Polizeipräsidium Mittelfranken sei bereits eng in die Abstimmung zu den bevorstehenden Protesten eingebunden.

Die Leiterin der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Elke Schönwald, erklärt auf Nachfrage: "Wir gehen vor wie bei allen Veranstaltungen." Es werden Polizeibeamte vor Ort sein, um das Recht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, erklärt sie. Für die genauere Einsatzplanung werde es jedoch erst noch ein Kooperationsgespräch zwischen den Organisatoren der Proteste, sowie der Stadt und Polizei geben. 

Dass sich die Proteste gegen Polizeigewalt richten, sieht Schönwald gelassen: "Schließlich beziehen sich die Proteste auf Polizeigewalt in Amerika."