Von hier oben aus betrachtet ist alles ganz winzig. 20 Fahrgeschäfte, 19 Kinderkarusselle, sieben Zeltgaststätten, sechs Geisterbahnen und ein Riesenrad. Aus einer der 42 Gondeln wirkt das Frühlingsfest beinahe putzig. Kein Wunder. "Mit seinen 55 Metern ist das Bellevue eines der größten Riesenräder in Europa", sagt Richard Krolzig stolz. Genau 21 Lastwagen seien nötig gewesen, die 350 Tonnen von Düsseldorf nach Nürnberg zu transportieren. Dann ruft er laut: "Hereinspaziert!".

Von unten aus betrachtet schaut das Riesenrad ziemlich gigantisch aus. "Ich freue mich schon, weil man so einen tollen Überblick über den gesamten Platz und die Stadt hat", sagt Carina I. und steigt mutig in die Gondel. Der Volksfestkönigin gebührt die Ehre, die erste Runde in dem großen Rad zu drehen. "Als ich sechs Jahre alt war, bin ich mit meinem Papa zum ersten Mal mit dem Riesenrad gefahren.
Damals waren die Gondeln noch offen", erinnert sich die 20-Jährige an ihre erste Fahrt mit dem Wahrzeichen des Volksfestes zurück.


Fest dauert bis zum 10. April

Langsam aber sicher dreht sich das Rad in den Himmel. "Jetzt wird es ganz schön windig", sagt die Königin und hält sich lächelnd das Blumenkrönchen fest. Die kleine Kabine schaukelt sanft durch den wolkenlosen Himmel. Die unzähligen Wohnwagen auf dem Platz erinnern immer mehr an Bauklötze aus dem Kinderzimmer. Selbst die riesige Achterbahn verliert von hier oben ihren Schrecken. "Was für ein toller Ausblick!", staunt die Volksfestkönigin und zeigt auf den Festplatz unter ihren Füßen. Überall wird noch geschraubt und aufgebaut. Am Samstag soll das Frühlingsfest schon beginnen. Jetzt wird jede helfende Hand benötigt. Die Schausteller geben nochmal richtig Gas so kurz vor dem Start. Bis zum 10. April soll der ganz Rummel gehen.

"Ich werde die nächsten zwei Wochen auf jeden Fall immer hier sein und alle Fahrgeschäfte ausprobieren", schwört sich Carina felsenfest. "Nur vor dem ,Hot Shot` habe ich ein bisschen Angst", gesteht die schwindelfreie Königin und zeigt auf ein Katapult, mit dem man mit einer Beschleunigungskraft von bis zu 5G in den Himmel geschleudert werden kann. Gegen Geld versteht sich. Nichts für Angsthasen ist auch der "Turm". Aus einer Höhe von 85 Metern kann man hier im freien Fall auf die Erde zurasen. "Das würde ich mich vielleicht sogar trauen", zeigt sich die blaublütige Edelfreundin des Volksfestes kämpferisch.

Wer es gemütlicher haben will, der bleibt freilich lieber in der Gondel des Riesenrades hocken und genießt die Aussicht. Mit jeder Drehung wirkt die Kerwa schöner. Nur fliegen dürfte toller sein. "Das Bellevue ist wirklich eines der schönsten Riesenräder überhaupt. Das wollte ich schon immer hier auf dem Festplatz haben. Ich freue mich, dass es heuer endlich geklappt hat", sagt Lorenz Kalb, der Vorsitzende des nordbayerischen Schaustellerverbandes, und folgt der Königin in respektvollem Abstand über den Festplatz.

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