• Corona-Lage in Franken weiter ernst: Acht Regionen unter den zehn größten Hotspots Deutschlands
  • Hohe Fallzahlen vor allem in Oberfranken: Kreis Wunsiedel mit zweithöchstem Inzidenzwert der Republik
  • 7-Tage-Werte auch in Stadt und Landkreis Würzburg astronomisch (Stand: 28.07.2022)
  • Fränkische Testzentrum-Betreiber angeklagt - mit "Fantasiezahlen" 645.000 Euro erschlichen? 

Franken bleibt auch in dieser Woche Deutschlands Corona-Hochburg. Gleich 15 fränkische Städte und Landkreise weisen gegenwärtig einen 7-Tage-Inzidenzwert von mehr als 1000 auf. Für Schlagzeilen sorgte indessen die Betreiber mehrerer Corona-Testzentren in Nürnberg, Fürth und Schwabach - sie sollen massiv betrogen und sich so mehrere Hunderttausend Euro erschlichen haben.

Update vom 28.07.2022: Corona-Lage in Franken bleibt angespannt - acht Regionen unter Deutschlands Hotspots

Die Pandemie-Situation in Franken bleibt angesichts der hohen Corona-Fallzahlen äußerst angespannt. Omikron verbreitet sich noch immer rasend schnell. Die Untervariante BA.5 ist auf dem Vormarsch - so unterscheidet sie sich von früheren Corona-Varianten.

Das bundesweite Ranking der Regionen mit den höchsten Inzidenzen wird klar von fränkischen Städten und Landkreisen dominiert. Unter den zehn größten Corona-Hotspots Deutschlands tummeln sich am Donnerstag (28. Juli 2022) ganze acht Regionen aus Franken

Den höchsten Inzidenzwert Frankens weist nach wie vor der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge auf. Dort liegt der Corona-Wert momentan bei 1588,1 - das ist die zweithöchste 7-Tage-Inzidenz der Republik. Auf den bundesweiten Plätzen 3 und 4 landen die oberfränkischen Landkreise Hof und Kulmbach. Auch der Landkreis und die Stadt Würzburg befinden sich augenblicklich in der Top-10-Liste der deutschen Corona-Hotspots. 

Diese Städte und Landkreise weisen aktuell die höchsten 7-Tage-Inzidenzwerte Deutschlands auf:

  • Landkreis Wittmund: 1866,4 
  • Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge: 1588,1 
  • Landkreis Hof: 1576,4 
  • Landkreis Kulmbach: 1391,6
  • Landkreis Würzburg: 1239,1
  • Stadt Hof: 1235,3
  • Landkreis Lichtenfels: 1227,5 
  • Landkreis Tirschenreuth: 1216,2 
  • Landkreis Bayreuth: 1192,1
  • Stadt Würzburg: 1168,9

Die frankenweit niedrigste Inzidenz hat gegenwärtig der mittelfränkische Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen inne - dort beträgt der Wert am Donnerstag 612,9.

Die von inFranken.de berücksichtigten Infektionszahlen basieren auf Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI), der zentralen Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Als selbstständige Bundesoberbehörde erfasst das Institut kontinuierlich die aktuelle Covid-19-Lage. Die Auswertungen des RKI beruhen wiederum auf den übermittelten Meldedaten der jeweiligen Gesundheitsämter.

Update vom 22.07.2022: Oberfranken dominiert deutschlandweite Corona-Sommerwelle - Kreis Wunsiedel Spitzenreiter

Am Freitag (22. Juli 2022) führt Franken nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Liste der bundesweit am stärksten von Corona betroffenen Regionen weiter an. Sechs der zehn deutschen Hotspots sind fränkische Landkreise und Städte. Im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel, der hier den negativen Spitzenreiter darstellt, hat sich die 7-Tage-Inzidenz binnen einer Woche verdreifacht - von 929,5 am Freitag, dem 15. Juli 2022, auf 3074,7 am Freitag, dem 22. Juli 2022. 

Derweil kratzt der Landkreis Hof an der Inzidenz-Marke von 2000 (1922,3) und ist in der gesamten Republik am drittstärksten betroffen. Direkt schließen sich der Kreis Kulmbach (1652) und die Stadt Hof (1578,4) an. Ebenfalls unter den deutschen Hotspots befinden sich der Landkreis Haßberge (1399) und die Stadt Bayreuth (1392,3). Die Stadt Erlangen ist die einzige fränkische Region mit einer Inzidenz von unter 500 (445,8).

Die frankenweite 7-Tage-Inzidenz liegt am Freitag bei 1128,4 - der bundesweite Wert beträgt 729,3.

Update vom 21.07.2022: Landkreis Wunsiedel mit Inzidenz von über 3000 - Volksfest unter Beschuss

Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Wunsiedel schießen immer weiter in die Höhe. Am Donnerstag (21. Juli 2022) vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI) hier eine 7-Tage-Inzidenz von 3169,2 - so hoch wie dort nie zuvor. Damit ist der Kreis die deutschlandweit von der Sommerwelle aktuell am heftigsten betroffene Region. Auch der Landkreis Hof (1808), der Kreis Kulmbach (1743), die Stadt Hof (1585) und der Kreis Haßberge (1413,2) liegen unter den Top-10-Hotspots. In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Gerüchte laut, wonach die hohe Inzidenz im Landkreis Wunsiedel mit hohen Ansteckungszahlen auf dem Selber Wiesenfest (9. bis 11. Juli 2022) in Verbindung stehen soll. 

Einem Medienbericht zufolge sollen nach der Veranstaltung alle Bedienungen mit Corona infiziert gewesen sein. "Das ist absolut falsch", erklärt Festwirt Hans-Rainer Spannruft gegenüber inFranken.de. Spannruft zeigt sich sehr verärgert darüber, dass das Fest in der Stadt im Vogtland plötzlich unter dem Verdacht steht, ein Superspreader-Event gewesen zu sein. "In Wahrheit hatten lediglich vier von circa 20 Bedienungen einen positiven Test", sagt Spannruft. 

Er selbst habe sich während der Veranstaltung mehrfach negativ getestet und Desinfektionsmittel an jedem Stand aufstellen lassen. "Ich verstehe überhaupt nicht, warum auf einmal so auf das Selber Wiesenfest draufgehauen wird", ärgert sich der Festwirt. Zeitgleich hätten in der Region "viele andere Veranstaltungen stattgefunden, darunter auch das Münchberger Wiesenfest und mehrere Altstadtfeste, bei denen die Menschen dicht an dicht gedrängt waren. Sie sind eben einfach froh, dass sie wieder rausdürfen." 

"Wird Scheitelpunkt erreichen": Warum gibt es so viele Corona-Fälle im Kreis Wunsiedel? Behörde äußert sich

Wo man hingehe und wie man sich schütze, liege jetzt "vor allem in der Eigenverantwortung", so Spannruft. Eine gesetzliche Grundlage für Einschränkungen bestehe nun mal nicht mehr. Gleichzeitig seien festgestellte Infektionen direkt nach dem Fest wohl kaum auf die Veranstaltung zurückzuführen. "Die Inkubationszeit soll ja bei drei bis fünf Tagen liegen, wenn dann haben sich diese Personen schon vorher angesteckt.

Insgesamt seien auf dem Wiesenfest in Selb an drei Tagen insgesamt 20.000 bis 25.000 Besucher und Besucherinnen gewesen, so der Wirt. Beim Landratsamt in Wunsiedel sieht man keine besonderen regionalen Ursachen für die derzeit sehr hohen Corona-Fallzahlen. "Aus unserer Sicht ist die Entwicklung ebenso wenig außergewöhnlich wie überraschend", erklärt eine Sprecherin gegenüber inFranken.de. "Die Corona-Pandemie verläuft seit ihrem Beginn in Wellen, in denen der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge – wie zahlreiche andere Landkreise in Bayern und Deutschland auch – schon sowohl an der Spitze der Statistik, als auch ganz an deren Ende zu finden war", heißt es weiter.

Die nun "rollende Sommerwelle" sei vorhergesagt worden. "Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis diese auch unseren Landkreis erreichen wird", so die Sprecherin "Auch sie wird – wie die Wellen vor ihr – einen Scheitelpunkt erreichen. Wann das der Fall sein wird, ist nicht mit Gewissheit vorherzusagen." Die Abarbeitung der neuen Fälle laufe aber "wie gewohnt sehr routiniert". 

Update vom 19.07.2022: Corona-Zahlen explodieren - fünf Regionen in Oberfranken unter Deutschlands Top 10

Die Sommerwelle hat Franken noch vor dem Beginn der Sommerferien im August fest im Griff: Am Dienstag (19. Juli 2022) liegen laut Robert-Koch-Institut (RKI) fünf oberfränkische Landkreise und Städte unter den zehn größten Inzidenz-Hotspots der Republik. Die 7-Tage-Inzidenz für Franken steigt derweil auf den höchsten Wert seit drei Monaten: Sie liegt mit 1070 so hoch wie seit dem 19. April 2022 nicht mehr. 

Negativer Spitzenreiter ist weiter der Landkreis Wunsiedel. Hier kommen auf 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen 2409,2 gemeldete Corona-Fälle - der höchste Wert in Bayern und der dritthöchste Deutschlands. Im Landkreis Hof liegt die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 1734 (Platz 4 in Deutschland). Auch im Landkreis Kulmbach (1694) sind die Fallzahlen buchstäblich explodiert. Das sind die deutschen Landkreise mit der höchsten Inzidenz (19. Juli 2022): 

  1. Landkreis Wittmund - 2420,5
  2. Landkreis Werra-Meißner-Kreis - 2417,9
  3. Landkreis Wunsiedel - 2409,2
  4. Landkreis Hof - 1734
  5. Landkreis Kulmbach 1694
  6. Landkreis Freyung-Grafenau - 1666,8
  7. Landkreis Straubing-Bogen - 1493,9
  8. Stadt Hof - 1445,6
  9. Landkreis Schaumburg - 1441,9
  10. Stadt Bayreuth - 1382,9