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Nürnberg
1. FC Nürnberg

Vorwürfe aus Ingolstadt nach Club-Rettung in letzter Sekunde - Umstände "schon merkwürdig"

Mangelnde Chancengleichheit, seltsame Entscheidungen des Schiedsrichters: Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke kritisiert nach dem 3:1 Sieg gegen den Club aus Nürnberg, der dennoch den Nicht-Aufstieg bedeutete, Verband und Schiedsrichter.
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Zu diversen Rudelbildungen zwischen Nürnberger und Ingolstadter Spielern kam es kurz nach dem Abpfiff.  Foto: Matthias Balk/dpa
Zu diversen Rudelbildungen zwischen Nürnberger und Ingolstadter Spielern kam es kurz nach dem Abpfiff. Auch zwei Tage nach dem Spiel gibt es Beschwerden aus Ingolstadt. Foto: Matthias Balk/dpa

Des einen Freud, des anderen Leid: In allerletzte Sekunde rettete sich der 1. FC Nürnberg am Samstag und schaffte doch noch den Klassenerhalt. Auch im nächsten Jahr spielt der Club also in der 2. Bundesliga. "Eine ganz schöne Zitterpartie" nannte Ministerpräsident Markus Söder das Spiel und gratulierte den Franken. Wobei "Zitterpartie" noch eine Untertreibung ist.

Ganz anders interpretieren hingegen die Schanzer aus Ingolstadt das Spiel - und erheben schwere Vorwürfe gegen die DFL und den Schiedsrichter.  "Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, weder bei Corona noch bei anderen Sachen", sagte Sportdirektor Michael Henke vom FC Ingolstadt nach dem Scheitern in der Relegation zur 2. Fußball-Bundesliga. Der 63-Jährige wunderte sich am Montag gegenüber Spox und Goal: "Unter solchen Umständen nicht aufzusteigen, ist schon merkwürdig. Ich bin Sportler durch und durch und Fairness hat bei mir einen hohen Stellenwert. Deswegen verstehe ich einige Sachen nicht, die da abgelaufen sind."

Unverständnis für Verband und Schiri

Unter anderem kritisierte er die Ansetzung der zwei Partien gegen den 1. FC Nürnberg. Das Hinspiel am vorigen Dienstag (0:2) fand nur drei Tage nach dem letzten Spieltag der 3. Liga statt - der Zweitligist FCN dagegen hatte acht Tage Pause. "Ich habe sogar extra beim übertragenden Sender ZDF nachgefragt, ob eine Verlegung des Spiels auf Mittwoch infrage käme. Das wäre für sie kein Problem gewesen, aber es wurde trotzdem nicht geändert", berichtete Henke.

Zudem verstehe der frühere Trainerassistent von Ottmar Hitzfeld nicht, warum der Referee im Rückspiel (3:1) so lange nachspielen ließ und das Tor der Nürnberger dann nicht selbst am Monitor überprüfte. Die Ingolstädter reklamierten ein Foulspiel vor dem Treffer. "Eigentlich sollte jedes Tor überprüft werden, aber ausgerechnet in der Situation kommt der Unparteiische nicht auf die Idee, sich das selbst anzuschauen? Das ist merkwürdig, das ist zu viel", sagte er.

Dass es überhaupt eine Regelation gibt, das befürwortet Henke: "Da ist immer Power drinnen, das ist prickelnd, das finde ich gut - aber bitte mit annähernder Chancengleichheit für beide Clubs." rowa/mit dpa