Viertes Rennwochenende im Deutschen Tourenwagen-Masters und auf dem Programm steht der Klassiker schlechthin: Am Samstag und Sonntag sausen bei Rennen sieben und acht die DTM-Piloten wieder den nur 2,3 Kilometer langen einzigen Stadtkurs der Serie, den Norisring, entlang. Erwartet werden 150 000 Besucher am gesamten Wochenende.

Die Strecke ist seit jeher eine Herausforderung für alle Teams. Während des Jahres fahren entlang der historischen Steintribüne und dem Valznerweiher normale Autos, erst Anfang Juni fand hier das Musikfestival "Rock im Park" statt. Einmal im Jahr baut der Veranstalter, der Motorsportclub Nürnberg, eine professionelle Rennstrecke. Nicht nur fahrerisch sind die zwei Spitzkehren und der rutschige Asphalt eine Herausforderung, auch die Abstimmung der Autos ist schwierig, da man die Balance zwischen den Hochgeschwindigkeitsgeraden mit gut 250 km/h und den Spitzkehren mit nur 50 finden muss.


BMW richtig gut in Fahrt

Mit Selbstvertrauen reist BMW an. Das liegt zum einen daran, dass man vergangenes Jahr einen historischen Doppelerfolg - es waren die ersten Siege seit 25 Jahren in Nürnberg - mit Bruno Spengler am Samstag und Maxime Martin am Sonntag holte. Zum anderen aber liegt das vor allem an der laufenden Saison, denn da sind die Münchner gut in Fahrt gekommen: Timo Glock führt die Fahrerwertung mit 90 Punkten vor Mercedes-Pilot Gary Paffett (71) an.

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Zum anderen gewann Marco Wittmann das letzte Rennen in Budapest, geht gestärkt in sein Heimrennen. Der Fürther hat's ja nicht weit zum Norisring und wird immer von einer großen Fanschar sowie Freunden und Familie unterstützt. Doch er hat auch einen regelrechten Norisring-Fluch zu überwinden: Obwohl er 2014 und 2016 sich die DTM-Krone als Gesamtsieger aufsetzen durfte, gelang ihm bisher nie ein Sieg in Nürnberg. Vergangenes Jahr war er Vierter und Fünfter. Jetzt will er's endlich wissen: "Ich habe mit dem Norisring und dem Podium dort noch eine Rechnung offen. Ich hoffe, dass mir der Sprung auf das Treppchen endlich gelingt", so der 28-Jährige und fügt an: "Ich habe hohe Erwartungen."

Die hat auch Teamkollege Timo Glock. Der Ex-Formel-1-Fahrer, der neben seinen DTM-Rennen auch als Experte bei RTL die Königsklassen-Rennen kommentiert, steht so gut wie nie in der Gesamtwertung da seit er vor fünf Jahren in die DTM einstieg. "Auf dem Norisring haben wir uns in der Vergangenheit schwer getan, im vergangenen Jahr dann aber einen Riesensprung gemacht. Ich hoffe, dass wir auch in diesem Jahr wieder schnell sein werden."


Audi fährt hinterher

Während Mercedes in seiner letzten DTM-Saison - die Untertürkheimer gaben vergangenes Jahr ihren Rückzug aus der Serie bekannt - weiter Top-Resultate erzielt und mit vier Fahrern unter den ersten fünf der Gesamtwertung steht, sieht es bei Audi dieses Jahr fast zappenduster aus. Die Ingolstädter fahren hinterher, mit deutlichem Abstand - keine guten Aussichten vor dem Heimrennen auf dem nur 92 Kilometer vom Stammwerk in Ingolstadt entfernten Norisring. Warum die Audi RS 5 DTM auf einmal nicht mehr die Geschwindigkeit des vergangenen Jahres haben, als DTM-Überflieger René Rast als Rookie auf Anhieb Meister wurde, ist unklar. Die Aerodynamik aller Autos wurde vereinheitlicht, was Schwierigkeiten bringt, genauso wie das Setup für die einzelnen Rennen. Aber auch die Motoren scheinen den BMW und Mercedes-Boliden unterlegen.

Entsprechend skeptisch ist Audi-Pilot Mike Rockenfeller, als Neunter der Gesamtwertung Bester seiner Farben: "Es ist schwer, eine Prognose abzugeben. Du kannst da einen Glücksgriff haben und das Ding geht ab wie eine Rakete. Ich glaube aber nicht, dass wir dort die Favoriten sind und bärenstark sein werden."
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