Von Kampfjets zum Airport Nürnberg eskortiert: Passagier schildert Geschehen an Bord
Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa, Redaktion, Erik Jasper
Nürnberg, Dienstag, 13. Oktober 2026
Nach der Abriegelung des Flughafens Nürnberg wegen eines durch einen Flieger aus Korfu ausgelösten Alarm-Codes konnte mittlerweile Entwarnung gegeben werden. Nun berichtete ein Passagier über seine Erlebnisse an Bord.
Update vom 13.10.2026, 15.17 Uhr: Von Kampfjets zum Airport Nürnberg eskortiert - Passagier schildert Geschehen an Bord
Am Nürnberger Flughafen herrschte am Dienstagmittag helle Aufregung. Ein Flugzeug hatte vor seiner sicheren Landung in Nürnberg den Notfallcode "7500" gesendet, der für einen Entführungsfall steht. Möglicherweise habe ein Defekt des Funkgeräts im Cockpit dazu geführt, sagte ein Polizeisprecher, denn nach dem Absenden des Codes sei der Pilot der Maschine, die von der griechischen Insel Korfu kam, per Funk nicht mehr erreichbar gewesen.
Vorsichtshalber seien daraufhin verschiedene Alarmstarts ausgelöst worden, teilte die Polizei mit. Eurofighter waren laut Flughafensprecher im Einsatz, um die Maschine zu begleiten. Polizisten rückten in großer Zahl am Flughafen an. Gegen Mittag war der Zielflughafen der Maschine in Nürnberg wegen des möglichen Luftnotfalls abgeriegelt worden. "Die Überprüfungen vor Ort haben ergeben, dass keine Gefahr besteht", teilte die Polizei später mit.
Großeinsatz am Nürnberger Flughafen - Polizei gibt Entwarnung
Die Ermittlungen zur Ursache für den Alarm laufen. "Wir hatten auf etwa Hälfte der Strecke gegen kurz nach 11 Uhr einen Code direkt aus dem Cockpit, der auf eine Geiselnahme schließen ließ", erläuterte der Polizeisprecher die Lage kurz vor Mittag. "Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte." Gegen 12.10 Uhr sei der Flieger dann "sehr pünktlich" in Nürnberg gelandet. "Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erstmal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften", sagte der Sprecher. Schließlich sei Entwarnung gegeben worden, allen Insassen des betroffenen Fliegers gehe es gut.
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Gegenüber News5 schilderte ein Passagier des Fliegers nun, wie er das Geschehen auf dem Flug wahrnahm. Zunächst habe er einen "ganz normalen" Rückflug erlebt, bis plötzlich ein griechischer Kampfjet neben dem Airliner aufgetaucht sei. "Da haben wir gedacht: 'was ist los?' Keiner hat was gewusst", so der Passagier. Der Pilot der Maschine habe sich anschließend an die Passagiere gewandt und gesagt, dass man sich keine Sorgen machen solle. Im Anschluss sei die Lage wieder "normal" gewesen und die Passagiere hätten lediglich Bilder gemacht - bis das Flugzeug erneut Gesellschaft bekam: " Auf einmal kommt ein Eurofighter mit einem Deutsche-Luftwaffe-Zeichen", berichtet der Passagier. In der Folge habe im Airliner eine "komische Stimmung" geherrscht, während über die Gründe für die besorgniserregende Situation diskutiert wurde - sogar eine Flugzeugentführung zog der Passagier nach eigenen Angaben in Betracht.
Nach der Landung habe man zunächst weiter im Flugzeug ausharren müssen - wobei die Passagiere auch die Einsatzkräfte auf der Landebahn bemerkten. Nach rund anderthalb Stunden durften sie den Flieger schließlich verlassen - die Polizei hatte mittlerweile festgestellt, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. "Wenn es ein Ernstfall gewesen wäre, dann hätte ich die Hosen voll gehabt", resümiert der Passagier.
Update vom 13.10.2026, 14.20 Uhr: Alarm am Airport Nürnberg - Flugbetrieb läuft wieder
Ein vermeintlicher Entführungsalarm in einem Ferienflieger hat den Flughafen Nürnberg am Dienstagmittag zwischenzeitlich lahmgelegt. Nach der Entwarnung wird der Flugbetrieb dort jedoch wieder aufgenommen.
Seit etwa 13.30 Uhr können Flugzeuge am Airport wieder starten und landen, so ein Sprecher des Flughafens vor Ort. Der Flughafen war kurz vor der Landung einer Maschine, die von der griechischen Insel Korfu kam, gegen 12.15 Uhr gesperrt worden.