Daneben ist bei den Drogenunfällen ein Rückgang von 79 auf 68 festzustellen. 32 Personen wurden bei derartigen Unfällen verletzt. Rochholz: "Da die Gefahren von Alkohol und Drogeneinfluss unbestritten sind, investieren wir viel Zeit und Mühe in die Kontrolle von Fahrzeugführern hinsichtlich ihrer Verkehrstüchtigkeit. Leider auch immer wieder mit Erfolg."
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurden 2.361 Fahrten unter Alkoholeinfluss festgestellt. In 2.096 Fällen brachten Polizeibeamte Verkehrsteilnehmer zur Anzeige, die ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln führten. Herr Rochholz unterstrich in einem Appell: "Cannabis ist und bleibt trotz der Legalisierung ein Rauschmittel und kann unser Bewusstsein beeinträchtigen. Die damit verbundenen negativen Effekte, wie verminderte Reaktionsfähigkeit, beeinträchtigte Koordination und eine allgemein reduzierte Wahrnehmung, sind ein großer Risikofaktor im Straßenverkehr. Aus unserer Sicht muss das nicht sein."
Im Anschluss an die Ausführungen des Polizeivizepräsidenten beleuchtete Herr Polizeidirektor Ingo Lieb die Thematik Geschwindigkeit. Im vergangenen Jahr wurden 289.467 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert und geahndet. "Das sind rund 80.000 mehr als im Vorjahr. Überhöhte Geschwindigkeit ist bei Unfällen mit schweren Folgen so gut wie in jedem Jahr die Ursache Nummer 1", führte Ingo Lieb unter anderem aus. Er erklärte, dass dieses Thema nicht nur Autofahrer betrifft, sondern beispielsweise auch Radfahrer. Der Begriff "Geschwindigkeitsunfälle" umfasst neben der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit auch Unfälle, die durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurden. Er stellte in Aussicht: "Daher werden wir 2025 nicht nachlassen. Auch dieses Jahr wird es einen Blitzmarathon geben, nämlich am 9. April, und wir werden auch weiterhin inner- und außerorts Geschwindigkeitskontrollen durchführen, um Gefahrenpunkte zu entschärfen und das Geschwindigkeitsniveau möglichst im Rahmen zu halten."
Im weiteren Verlauf thematisierte Ingo Lieb die sogenannten ,Profilierungsfahrer' (Poser). Hierbei steht das Fahrzeug als Mittel, um Eindruck zu schinden, im Vordergrund. Mit dem Phänomen gehen oftmals Lärm und gefährliche Fahrmanöver mit hochpreisigen Fahrzeugen einher. Im Bereich der Steintribüne, einem beliebten Treffpunkt der Szene, konnte das Polizeipräsidium Mittelfranken in enger Kooperation mit der Stadt Nürnberg durch bauliche Veränderungen die Attraktivität als Treffpunkt verringern. Zudem erhalten Verkehrsteilnehmer, die beispielsweise durch unnötigen Lärm auffallen, neben dem Bußgeldbescheid eine besondere Mitteilung in Form einer ,gelben Karte', als Warnung vor weiteren Konsequenzen.
"Ähnliche Anschreiben würde man am liebsten an die vielen Handynutzer im Auto verschicken", so Lieb in Bezug auf die objektiv gefährliche Handynutzung. "Allgemein spricht man von einem fünffach erhöhten Unfallrisiko, wenn man das Handy nur in die Hand nimmt und sogar von einem zehnfach erhöhten Risiko beim Lesen und Schreiben von Nachrichten während der Fahrt", so der Polizeidirektor.
Danach wandte sich Lieb den Radfahrern zu. Im Jahr 2024 registrierte das Polizeipräsidium Mittelfranken 2.327 Fahrradunfälle. Dies bedeutet einen Rückgang um 4,67 % im Vergleich zum Vorjahr (2023: 2.441). Zudem verringerte sich auch die Zahl der verletzten Radfahrer. Waren es im Jahr 2023 noch 2.275 verletzte Personen, ging die Zahl im Jahr 2024 um 5,36 % auf 2.153 zurück. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Fahrradfahrer erhöhte sich von 13 (2023) auf 14 (2024).
Ingo Lieb richtete sich unter anderem mit diesen wichtigen Botschaften an die Verkehrsteilnehmer: "Schützen Sie ihren Kopf. Helme können Leben retten! Für Kraftfahrzeugführer gilt: Radwege, Radfahrstreifen und Schutzstreifen sind keine Parkflächen!"
"Bei den Getöteten und Verletzten nehmen Senioren, also Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren, leider einen besonderen Raum ein: 8 von 14 tödlich verletzten Radlern waren Senioren, 507 Senioren wurden als Rad- oder Pedelec-Fahrer verletzt", so Ingo Lieb weiter. Er fügte hinzu, dass die Verstärkung der Präventionsarbeit gerade im Bereich Rad und Senioren für die mittelfränkischen Dienststellen als Ziel definiert wurde. Am Ende wandte er sich im Hinblick auf spezielle Fahrertrainings bei der Verkehrswacht, dem ADAC und ADFC mit einer Bitte an die Bevölkerung: "Nutzen Sie diese Möglichkeiten oder überzeugen Sie Ihre Angehörigen, dass eine Teilnahme sinnvoll ist!"
Die Straßenverkehrs- und Unfallstatistik 2023 für Nürnberg und Mittelfranken finden Interessierte unter folgendem Link:
https://www.polizei.bayern.de/verkehr/statistik/003150/index.html
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