Geisel-Alarm am Flughafen Nürnberg: Airline äußert sich zur Ursache
Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa
Nürnberg, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Ein Entführungs-Alarm aus einer Corendon-Maschine auf dem Weg nach Nürnberg hat am Dienstag zu einem Großeinsatz mit Eurofightern gesorgt. Jetzt äußert sich die Airline.
Für den Flughafen Nürnberg war es laut Airport-Chef Michael Hupe "ein sehr ereignisreicher Tag" - und das dürfte angesichts der Ereignisse am Dienstag (13. Oktober 2026) noch eine eher freundliche Beschreibung sein. Erst kam es in den frühen Morgenstunden zu einer möglichen Drohnensichtung durch mehrere Piloten. Die Folge: Ein Großeinsatz der Polizei mit Hubschraubereinsatz und sechs verspätete Flüge.
Gegen 12.30 Uhr dann die erneute Nachricht, dass es eine Sperrung am Nürnberger Airport gebe: Hintergrund war eine "mutmaßliche Luftnotlage", die sich später als Entführungscode herausstellte. Dieser war von Bord einer Corendon-Maschine auf dem Weg von der griechischen Urlaubsinsel Korfu gesendet worden - danach sei das Cockpit laut Polizei nicht mehr erreichbar gewesen. Der Flieger erreichte Nürnberg in Begleitung der Luftwaffe pünktlich, die Passagiere waren allesamt unversehrt. Freilich stellte sich schnell die Frage, warum der Code aus der Maschine gesendet wurde.
"Boeing meldete Notfallcode": Das sagt Corendon zum Großeinsatz am Flughafen Nürnberg
Laut den Ermittlern deutete am Dienstag noch vieles auf ein defektes Funkgerät hin, auch weil die Piloten nach dem Senden des Notfallcodes nicht mehr per Funk erreichbar waren. Nun gibt es Neuigkeiten: Die Fluggesellschaft Corendon hat sich selbst zu den Hintergründen gemeldet. In einem Statement, das inFranken.de vorliegt, geht die Airline detaillierter auf den Fall ein. Und auch die Polizei hat neue Erkenntnisse.
"Die Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen 9H-CXD, die am 13. Oktober 2026 den Corendon Airlines Flug XR456 von Korfu nach Nürnberg durchführte, meldete um 9 Uhr (UTC) im kroatischen Luftraum aufgrund einer kurzzeitigen Störung des Funkkommunikationssystems einen Notfallcode", heißt es schriftlich. "Die Situation wurde umgehend überwacht, entsprechende Untersuchungen unverzüglich eingeleitet und alle notwendigen Vorkehrungen getroffen", schreiben die Verantwortlichen weiter.
"Das Flugzeug landete sicher am Flughafen Nürnberg", so die Fluggesellschaft. "Corendon Airlines betont ausdrücklich, dass zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Notfallsituation bestand und dass weder die 178 Passagiere noch die sechs Besatzungsmitglieder oder das Flugzeug zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet waren", heißt es abschließend.
Polizei geht von einem verheerenden Fehler im Cockpit aus
Ein Tippfehler im Cockpit habe letztlich laut Polizei den Entführungsalarm und Großeinsatz am Flughafen Nürnberg ausgelöst. Der Pilot der Maschine wollte nach aktuellen Ermittlungen den Funkausfall melden und hat dabei versehentlich den Code für eine Flugzeugentführung eingegeben, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Nach Angaben der Polizei war auch das Funkgerät der Boeing 737-800 defekt. Die Crew war nach dem Start auf der griechischen Insel Korfu daher nicht mehr erreichbar. Statt des Codes für einen Funkausfall übermittelte der Transponder die 7500, das Signal für eine Entführung.