Airport Nürnberg gesperrt: Flieger sendete Code für Entführung - Polizei hat eine Erklärung
Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa, Erik Jasper
Nürnberg, Dienstag, 13. Oktober 2026
Nach der Abriegelung des Flughafens Nürnberg wegen eines durch einen Flieger aus Korfu ausgelösten Alarm-Codes konnte mittlerweile Entwarnung gegeben werden. Nun berichtete ein Passagier über seine Erlebnisse an Bord.
Update vom 13.10.2026, 18.21 Uhr: Airport Nürnberg gesperrt: Flieger sendete Code für Entführung - Polizei hat eine Erklärung
Ein potenziell defektes Funkgerät hat in einem Flugzeug von Korfu nach Nürnberg den Notfallcode für eine Entführung gesendet und dadurch einen umfangreichen Einsatz von Rettungskräften ausgelöst. Am Dienstagmittag stiegen Eurofighter auf und eskortierten das Flugzeug, nachdem der Notfallcode "7500" aus dem Cockpit gesendet worden war.
Der Flughafen in Bayerns zweitgrößter Stadt wurde gegen Mittag geschlossen. Knapp eine Stunde nach der sicheren Landung des Linienflugs wurde Entwarnung gegeben. "In dem Flugzeug ist alles in Ordnung. Den Passagieren geht es gut, den Piloten geht es gut", erklärte Polizeisprecher Michael Petzold. Laut den Ermittlern deutet vieles auf ein defektes Funkgerät hin, auch weil die Piloten nach dem Senden des Notfallcodes nicht mehr per Funk erreichbar waren. Die Untersuchungen zur Ursache des Alarms dauern jedoch an. Die Fluggesellschaft Corendon hat sich zunächst nicht zu dem Vorfall geäußert. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 737-800, die je nach Ausführung bis zu 189 Sitzplätze bietet.
Kampfjet-Eskorte für Flieger: Großaufgebot rückt zum Flughafen Nürnberg an
Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung eskortierten Kampfjets des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg an der Donau das Flugzeug im deutschen Luftraum. In diesem Bereich stehen rund um die Uhr zwei Eurofighter als sogenannte Alarmrotte bereit. Ein Sprecher der Luftwaffe erklärte, das Flugzeug sei bis zur Landung von den Eurofightern begleitet worden. Danach blieben die Maschinen im Luftraum über dem Flughafen, bis ein erneutes Abheben des abgefangenen Fliegers ausgeschlossen werden konnte. Auch in Kroatien startete ein Kampfjet der kroatischen Luftwaffe, um das Flugzeug bis zur slowenischen Grenze zu begleiten. Laut dem kroatischen Verteidigungsministerium erfolgte der Einsatz aufgrund einer Warnung des Nato-Luftwaffenkommandos im spanischen Torrejón. Die Maschine überflog Kroatien und Slowenien auf ihrem Weg nach Deutschland.
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"Wir hatten auf etwa Hälfte der Strecke gegen kurz nach 11.00 Uhr einen Code direkt aus dem Cockpit, der auf eine Geiselnahme schließen ließ", erläuterte Polizeisprecher Petzold die zunächst unklare Lage. "Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte." Gegen 12.10 Uhr landete der Flieger mit der Flugnummer XR456 dann "sehr pünktlich" in Nürnberg.
"Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erst mal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften", sagte Petzold. Schließlich sei Entwarnung gegeben worden, allen Insassen gehe es gut. Die Passagiere verließen nach Angaben von Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe über Treppen die Maschine und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht. "Dort sind sie von unserem sogenannten SAT-Team, das ist ein Team, was speziell für solche Notfälle ausgebildet ist, also auch mit Seelsorge und so weiter, in Empfang genommen worden", sagte Hupe. "Für Passagiere, die einen entsprechenden Ansprechpartner brauchen, die eine psychologische Betreuung brauchen, stehen wir dann zur Verfügung. Wenn es nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass die relativ schnell dann hier nach draußen entlassen werden."
Auch Spezialkräfte beteiligt - Passagiere müssen warten
Wie der Flughafen-Geschäftsführer berichtete, war der Flugverlauf des Linienfliegers von Korfu aus unauffällig. "Sowohl Start als auch Landung waren planmäßig." Das Flugzeug wurde nach der Landung jedoch zunächst auf einem abgelegenen Vorfeld abgestellt, um sicherzustellen, dass kein Entführungsfall vorliegt. Feuerwehr und Polizei rückten mit Blaulicht an. "Das wird jedem, der am Fenster sitzt, schon auffallen", sagte Hupe. Erst als nach Polizeiangaben klar war, dass keine Gefahr besteht, durften die Passagiere das Flugzeug verlassen. An dem Einsatz waren auch Spezialkräfte beteiligt. Genaue Zahlen zu den Kräften wurden zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der Polizei wurde der Flugbetrieb gegen 13.25 Uhr wieder aufgenommen.
Update vom 13.10.2026, 15.17 Uhr: Von Kampfjets zum Airport Nürnberg eskortiert - Passagier schildert Geschehen an Bord
Am Nürnberger Flughafen herrschte am Dienstagmittag helle Aufregung. Ein Flugzeug hatte vor seiner sicheren Landung in Nürnberg den Notfallcode "7500" gesendet, der für einen Entführungsfall steht. Möglicherweise habe ein Defekt des Funkgeräts im Cockpit dazu geführt, sagte ein Polizeisprecher, denn nach dem Absenden des Codes sei der Pilot der Maschine, die von der griechischen Insel Korfu kam, per Funk nicht mehr erreichbar gewesen.