Nach einer Auswärtsniederlage werden Anhänger des 1. FC Magdeburg bei einer Rast an einem Autohof an der A9 in Franken auffällig. Die Folge ist ein stundenlanger Großeinsatz der Polizei. Am Ende werden die Fanbusse bis an die bayerische Landesgrenze eskortiert.
Am Samstagabend (12.04.2025) machten mehrere Busse nach einem Zweitligaspiel in Ulm Pause am Autohof in Schnaittach im Nürnberger Land. Mehrere Personen stahlen aus der Tankstelle am Autohof diverse Gegenstände. Als eine Angestellte dazwischenging, wurde sie von den Fußballanhängern körperlich angegangen, was einen größeren Polizeieinsatz auslöste.
Im Anschluss an das Zweitliga-Fußballspiel SSV Ulm gegen 1. FC Magdeburg (Endergebnis 1:0 für Ulm) befanden sich drei Fanbusse der Magdeburger auf dem Rückweg nach Sachsen-Anhalt. Gegen 18.35 Uhr legten sie am Autohof Schnaittach an der A9 einen Stopp ein.
Magdeburg-Fans klauen an Autohof Schnaittach - Tankstellen-Mitarbeiterin ins Gesicht gespuckt
Eine Angestellte der dortigen Tankstelle teilte mit, dass mehrere Personen aus der Gruppe diverse Gegenstände - vornehmlich E-Zigaretten - aus dem Verkaufsraum entwendeten. Als die Mitarbeiterin einen der Diebstähle bemerkte, begab sie sich zu den Bussen, um die Kennzeichen zu fotografieren. Hier gingen sie mehrere, bislang unbekannte Männer, an. Sie beleidigten die Frau, schrien sie an und einer aus der Gruppe spuckte ihr ins Gesicht.
Die Geschädigte verständigte die Polizei. Noch vor Eintreffen der Beamten händigten Personen aus den Bussen einen Beutel mit einer Vielzahl von entwendeten Gegenständen an die Angestellte der Tankstelle aus.
Nach Hinzuziehung starker Kräfte, unter anderem der Bayerischen Bereitschaftspolizei, stellten diese die Identität der Fußballanhänger fest. Die Beamten fertigten Lichtbilder der einzelnen Personen und durchsuchten diese. Eine Durchsuchung der Busse führte zum Auffinden von weiterem vermeintlichem Diebesgut.
Stundenlanger Polizeieinsatz am Autohof Schnaittach - Rettungshubschrauber und Notarzt im Einsatz
Während des Polizeieinsatzes erlitt eine Person aus den Bussen einen medizinischen Notfall (Krampfanfall) weshalb ein Rettungshubschrauber mit Notarzt landete. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Erst gegen 00.15 Uhr waren die polizeilichen Maßnahmen am Autohof beendet. Kräfte der Bereitschaftspolizei begleiteten die abfahrenden Busse bis an die bayerische Landesgrenze.
Insgesamt stellten die Beamten von 229 Personen die Identitäten fest. Ein Beschuldigter (Körperverletzung zum Nachteil der Mitarbeiterin) wurde erkennungsdienstlich behandelt. Bezüglich der Diebstähle leiteten die Beamten Ermittlungsverfahren gegen zunächst noch unbekannte Täter ein. Nach bisheriger Erkenntnissen wird von rund 20 Tatverdächtigen ausgegangen, die aus einer im Eingangsbereich stehenden Vitrine hauptsächlich E-Zigaretten entwendeten. Der Wert wird auf rund 500 Euro geschätzt.
Unbekannte beschädigen Polizeifahrzeuge
Im Anschluss an die Sachbearbeitung stellten die Beamten an mehreren Polizeifahrzeugen Beschädigungen fest. Unter anderem brachen bislang Unbekannte Teile der Fahrzeuge ab, verkratzten diese, drehten Reifenventile ab, spucken und urinierten auf die Fahrzeuge.
Die weiteren Ermittlungen zu den bislang unbekannten Täter übernimmt die Verkehrspolizei in Feucht.
In den Einsatz waren zahlreiche Beamte des Polizeipräsidiums Mittelfranken und der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingebunden, zudem unterstützten Kräfte des Technischen Hilfswerks Lauf an der Kontrollstelle.