Die Sprecher von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr waren sich am dritten Festivaltag einig: Rock im Park war in diesem Jahr sehr friedlich und unaufgeregt.

Klaus Wild, Einsatzleiter der Polizei, zog am Sonntagnachmittag eine Zwischenbilanz und betonte, dass es durchweg "festivaltypische Delikte" gewesen seien. Weder bei den Diebstählen noch bei Anzeigen wegen Betäubungsmitteln kam es zu Anstiegen.

"Die Leute sind friedlich und gut drauf", sagte er. Eine Steigerung zum vergangenen Jahr gab es jedoch bei Körperverletzungen und Sexualdelikten. Besonders auffällig: zwei versuchte gefährliche Körperverletzungen wegen des Abbrennens von Bengalos. 2015 habe es nur drei Anzeigen wegen Körperverletzungen gegeben, im Jahr davor waren es wie in diesem Jahr 13 gewesen.

Im vergangenen Jahr war es zu keinen angezeigten Sexualdelikten gekommen, in diesem Jahr waren es zwei.
Zum einen war einer jungen Frau auf dem Gelände bei der Zeppelin-Stage der BH von einem Mann aus Bayern über die Kleidung geöffnet worden. Anschließend habe er ihre Brust begrabscht. Der zweite Fall eines möglichen Sexualverbrechens werde aktuell noch von der Kriminalpolizei untersucht, sagte Wild. Eine 21-Jährige habe trotz eines niedrigen Alkoholspiegels einen Filmriss gehabt und sei mit Schmerzen im Unterleib aufgefunden worden. Ob K.O.-Tropfen der Grund dafür waren, sei noch nicht abschließend geklärt. Ebenfalls werde noch ermittelt, ob es zu sexuellen Handlungen gekommen sei.


Bienen auf dem Campingplatz

Die Rettungsdienste waren mit 1307 Sanitätern im Einsatz und leisteten 1933 Mal Hilfe. Das sei nur die Hälfte der Einsätze im Vergleich zum Jahr 2015. Von einer besonderen Verletzung konnte Thomas Bumiller vom BRK zudem berichten: Ein Festivalbesucher habe aus Angst seinen Stiefel zu verlieren versucht, diesen mit einer Schraube zu befestigen - in seinem Fuß.

Von einem festivaluntypischen Einsatz konnte auch Bernd Ach von der Nürnberger Berufsfeuerwehr berichten: Ein Bienenvolk hatte sich auf den Campingplatz verirrt. "Und weil dieses keine gültige Eintrittskarte hatte, wurde es an einen Imker übergeben", scherzte er.

Guter Laune war auch Veranstaltungsleiter Martin Reitmaier, der zwar von intensiveren Kontrollen zu berichten hatte, aber sich auch über die gute Zusammenarbeit mit allen Behörden und Einsatzteams freuen konnte. Vermutlich war er auch einfach froh, dass die Parkrocker im Gegensatz zu den Ringrockern glimpflich davon gekommen waren. Während Rock am Ring aufgrund von Gewittern und Stürmen abgebrochen werden musste und mehr als 50 Personen verletzt wurden, verschob sich bei Rock im Park lediglich der Samstag-Headliner Volbeat eine halbe Stunde nach hinten.

Der Starkregen, der am Samstag kurzfristig die Musikfans traf, hinterließ keine größeren Spuren. Lediglich 500 bis 600 Fans hatten das Angebot genutzt, im Frankenstadion Schutz vor dem Regenguss zu suchen. Für den Ernstfall sei der Veranstalter jedoch gerüstet gewesen. So wurde zum Beispiel mit der Messe Nürnberg ausgehandelt, dass nicht mehr das Parkhaus als Sammelfläche genutzt, sondern drei Hallen zur Verfügung gestellt worden wären.

Rock im Park wurde in diesem Jahr von rund 80 000 Menschen besucht. Unter ihnen waren 14 000 Tagesticket-Besitzer. Im nächsten Jahr wird das Festival am Pfingstwochenende stattfinden.