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Nürnberg
1. FC Nürnberg

Der Club aus Nürnberg mit Abwehrsorgen - Liga bereitet sich auf Coronavirus vor

Vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC geht es beim Club vor allem um Probleme in der Abwehr. Doch das Spiel am Freitag steht auch unter dem Zeichen des sich ausbreitenden Coronavirus.
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FCN-Kapitän Hanno Behrens hat während der Corona-Krise dem Personal des St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen Pizza eine Runde Pizza spendiert.
Archivfoto: Daniel Karmann/dpa

Vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den Karlsruher SC beschäftigen die Fans des Clubs vor allem zwei Fragen: Wie kann man den erneuten Absturz in die Abstiegsregionen der 2. Bundesliga verhindern? Und wie gefährlich ist das Coronavirus für den Fußball?

Nach zwei Rückschlägen will der 1. FC Nürnberg einen erneuten Absturz in die Zweitliga-Abstiegszone vermeiden. Zuletzt hatte der Club das Spiel gegen Darmstadt noch aus der Hand gegeben. Bei der Auswärtsaufgabe in Karlsruhe sind die Franken an diesem Freitag (18.30 Uhr) aber in der Defensive arg geschwächt.

Probleme in der Abwehr

Auf der vereinseigenen Seite des 1. FC Nürnberg bezeichnete Club-Coach Jens Keller die Personal-Situation als "spannend".Neben den gesperrten Asger Sörensen und Fabian Nürnberger fehlt auch der formstarke Neuzugang Konstantinos Mavropanos wegen den Folgen einer Beckenprellung.

Immerhin hofft der "Club", dass Georg Margreitter trotz Sprunggelenksproblemen spielen kann. Bei einer Niederlage würde der FCN auf den drittletzten Tabellenrang rutschen. "Karlsruhe ist eine Mannschaft, die viel Wucht mitbringt, stark nach Standards ist", warnte Keller. Der zuletzt wenig erfolgreiche KSC hatte am vergangenen Spieltag eine acht Spieltage dauernde Durststrecke beendet und gegen Sandhausen gewonnen.

Fünf Mal gastierte der Club bislang in der 2. Bundesliga am Wildpark, konnte in diesem Zeitraum drei Siege einfahren. Im letzten Aufeinandertreffen bei den Karlsruhern gewann der FCN mit 3:0.

Angst vor Coronavirus: Wie ist der Fußball vorbereitet

Derweil treibt die Sorge wegen des Coronavirus die Fußballfans um. Am Donnerstag war der erste Fall von Sars-CoV-2 in Mittelfranken bestätigt worden. Eine weitere Ausbreitung gilt als sehr wahrscheinlich. Dennoch sollen am Wochenende alle Spiele in der Fußball-Bundesliga und in der kommenden Woche auch das Viertelfinale im DFB-Pokal wie geplant stattfinden. Doch was passiert, wenn sich das Virus schnell ausbreitet?

Welche Maßnahmen haben die Clubs und die Dachorganisationen des Fußballs bereits ergriffen?

Konkrete Maßnahmen gibt es bislang nicht. Die DFL und der DFB stehen aber in Kontakt mit dem Bundesgesundheitsministerium. Nach Ansicht von Tim Meyer, Nationalmannschaftsarzt und Chef der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes, müsse sich der Fußball aber wappnen und vorbereiten, "damit wir von der Spitze bis an die Basis eventuelle Maßnahmen schnell und kompetent umgesetzt bekommen".

Wer darf ein Spiel absagen?

Im Falle einer Gefährdung von Spielern und Zuschauern können nur die lokalen Gesundheitsbehörden ein Spiel absagen, weil dabei neben Aspekten der Infektionsvorbeugung auch solche des gesamten öffentlichen Lebens zu berücksichtigen sind. "Da ist der Fußball nur ein Teilbereich", sagte Meyer in einem auf der DFB-Homepage veröffentlichten Interview. Eine Spielabsage würde aber in enger Abstimmung mit den betroffenen Vereinen sowie der DFL oder dem DFB erfolgen. Die beiden Dachorganisationen sind allerdings nicht berechtigt, eine Partie abzusagen, weil sie nicht als Veranstalter fungieren.

Wie kurzfristig kann ein Spiel abgesagt werden?

Das kann bis zur Öffnung der Stadiontore wenige Stunden vor dem Anpfiff geschehen, wie die jüngsten Beispiele gezeigt haben. Sowohl das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 9. Februar als auch die Europa-League-Partie von Eintracht Frankfurt bei RB Salzburg am Donnerstag wurden wegen Sturmwarnungen jeweils am geplanten Spieltag abgesagt.

Was würden Absagen und Verlegungen mit Blick auf den Bundesliga-Spielplan bedeuten?

Es würde ein Terminchaos drohen, denn Ausweichtermine sind in der Schlussphase einer Saison rar. Besonders eng würde es werden, wenn Vereine beteiligt wären, die noch im DFB-Pokal und den Europapokal-Wettbewerben mitmischen. Das sind Bayern München in der Champions League und Bayer Leverkusen sowie wahrscheinlich Eintracht Frankfurt in der Europa League.

Falls es ein Geisterspiel gibt - wer darf dabei sein?

Zuerst: Auch ein Spiel ohne Zuschauer - für DFB-Arzt Meyer "sicherlich eine Überlegung, die infrage kommt" - kann nur von den lokalen Gesundheitsbehörden angeordnet werden. Das ist auch im Sinne von DFL und DFB, denn eine solche Entscheidung würde den gastgebenden Verein praktisch das Heimrecht kosten und diesen zugleich um Einnahmen aus dem Ticketverkauf bringen. Sollte es dazu kommen, würden neben den beteiligten Mannschaften noch Betreuer, Balljungen, Stadionpersonal und Journalisten im Stadion dabei sein.

Wer entschädigt die Fans?

Solche Forderungen müssten sich an die betroffenen Vereine als Veranstalter der Spiele richten. rowa/mit dpa