In einer fränkischen Gemeinde kam bei den Kommunalwahlen zu einer irren Situation. Der einzige Kandidat scheiterte im ersten Wahlgang - bei der Stichwahl wurde es noch verrückter.
Update vom 22.03.2026: So lief die verrückte Stichwahl in Mittelsinn
Nach einigem Hin und Her hat das Spessartdorf Mittelsinn nun doch noch einen ersten Bürgermeister. Kandidat Philipp Kuhn, unterstützt von CSU, SPD und Unabhängigen Bürgern, setzte sich in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Dirk Schiefer durch, der ohnehin keine zweite Amtszeit angestrebt hatte, von vielen Bürgern aber trotzdem auf den Wahlzettel geschrieben worden war. Schiefer, der ebenfalls von CSU, SPD und Unabhängige Bürgern unterstützt wurde, hatte bereits vor dem Hauptwahlgang am 8. März erklärt, dass er aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr für das Ehrenamt habe und daher nicht mehr zur Verfügung stehe.
Das hatte viele Wählerinnen und Wähler aber nicht davon abgehalten, seinen Namen auf den Stimmzettel zu schreiben, auf dem damals nur der von Kuhn gedruckt war. Kuhn hatte vor zwei Wochen 219 gültige Stimmen erhalten, Schiefer 221. Zum Sieg hätte es aber laut der Geschäftsleitung des Ortes 224 Stimmen gebraucht. Schiefer hatte nach dem Ergebnis zunächst erklärt, er werde zur Stichwahl antreten. Knapp eine Woche später dann der Rückzieher: Er wolle nicht gewählt werden, schrieb er an die Bürger, und rief dazu auf, Kuhn das Vertrauen zu schenken. Selbst bei einem Wahlsieg wolle er das Amt nicht noch einmal übernehmen, versicherte Schiefer, der als Lokführer im Schichtdienst arbeitet.
Bei der Stichwahl entfielen laut vorläufigem Ergebnis 52,5 Prozent der gültigen Stimmen auf Kuhn und 47,5 Prozent auf Schiefer. Wäre Schiefer gewählt worden und hätte er das Amt abgelehnt, hätten die Bürger erneut wählen müssen. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent, wahlberechtigt waren 625 Bürgerinnen und Bürger. Kuhn war bisher 3. Bürgermeister der Gemeinde. Schiefer war Mitte 2023 nach dem Tod seines Vorgängers ins Amt gekommen.
Erstmeldung vom 10.03.2026: Einziger Kandidat in Mittelsinn gescheitert: Wähler schrieben andere Kandidaten auf Zettel
Keine Konkurrenz und dennoch eine Stichwahl: Zu diesem kuriosen Ergebnis führte die Bürgermeisterwahl am vergangenen Wochenende in der unterfränkischen Gemeinde Mittelsinn (Landkreis Main-Spessart). Philipp Kuhn war der einzige Kandidat auf dem Wahlzettel.
Er trat für CSU, SPD und die Unabhängigen Bürger an und konnte bei der Wahl 49,1 Prozent der Stimmen erreichen. Dieses Ergebnis reicht nicht, denn sogenannte "wählerbenannte Personen“ kamen laut Angaben der Gemeinde auf 50,9 Prozent der Stimmen. Gegen wen Kuhn nun am 22. März 2026 antreten wird, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Bizarres Wahlergebnis: Stichwahl in Mittelsinn trotz alleiniger Bürgermeisterkandidatur
Die Wahlbeteiligung in Mittelsinn lag bei 75,7 Prozent, wahlberechtigt waren 625 Bürger. Bislang bekleidete Philipp Kuhn das Amt des dritten Bürgermeisters. Der bislang erste Bürgermeister der Gemeinde war Dirk Schiefer (CSU, SPD, Unabhängige Bürger), dieser trat allerdings nicht zur Wahl an.
Dieselbe kuriose Geschichte ereignete sich am Wahlwochenende auch in der Gemeinde Chiemsee, der kleinsten Gemeinde Bayerns. Bürgermeister Armin Krämmer (Freie Wählergemeinschaft Chiemsee) war zwar der einzige, der sich um das Amt beworben hatte, muss nun jedoch ebenfalls in die Stichwahl. Nach dem Zwischenergebnis der Verwaltungsgesellschaft Breitbrunn am Chiemsee erzielte Krämmer nach Auszählung aller Stimmen nur 47,7 Prozent. 52,3 Prozent der insgesamt 144 Wahlberechtigten schrieben andere Namen auf den Stimmzettel.
Krämmers Gegner bei der Stichwahl ist mittlerweile bekannt. Der aktuelle Bürgermeister wird gegen Michael Lanzinger antreten, der auf insgesamt 21,5 Prozent der Stimmen kam. Zu einem kuriosen Ergebnis kam es auch bei der Bürgermeisterwahl im Weitere Neuigkeiten zur Kommunalwahl 2026 findest du hier.