"Trifft uns tief": Fränkisches Landrats-Urgestein gestorben - Aiwanger mit emotionalem Statement

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Alt-Landrat und Freie-Wähler-Gründervater Armin grein gestorben
Armin Grein, langjähriger Vorsitzender der Freien Wähler, sitzt mit einer Zeitung im Wohnzimmer in seinem Haus ...
Alt-Landrat und Freie-Wähler-Gründervater Armin grein gestorben
Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Mitte der 1970er Jahre hatte der fränkische Landrat eine Vision. Er wollte die Freien Wähler im Land vereinen. Damit veränderte er die Parteienlandschaft und legte den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte.

Der ehemalige Landrat und Gründervater der Freien Wähler, Armin Grein, ist gestorben. Er sei am Sonntag (11. Februar 2024) im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen, teilte ein Sprecher des bayerischen Landesverbandes der Freien Wähler am Montag in München mit.

Greins politischer Weg begann den Angaben zufolge 1972 in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart), wo er bis 1984 hauptamtlicher Bürgermeister war. 1978 gründete er den Landesverband der Freien Wähler Bayern. Neben Kreis- und Bezirkstags-Mandaten war einer seiner größten Erfolge die Wahl zum Landrat im Landkreis Main-Spessart 1984. Ein Amt, das er bis zum Erreichen der Altersgrenze im Jahr 2010, ausführte. Sein Name bleibe untrennbar mit dem Landkreis verbunden, heißt es auf der Website des Kreises. 

Ex-Landrat des Kreises Main-Spessart: Armin Grein im Alter von 84 Jahren gestorben

Der gelernte Lehrer war Gründervater und langjährige Ehrenvorsitzende der Freien Wähler. Von 1978 bis 2006 war er Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern, von 1994 bis 2010 hatte er auch das Amt des Bundesvorsitzenden inne. 

"Der Tod von Armin Grein trifft uns tief. Er hat die Wurzeln der Freien Wähler gelegt", sagte der amtierende Landes- und Bundeschef Hubert Aiwanger. Nur durch Greins Vorarbeit seien die Freien Wähler inzwischen dort, wo sie sind. Grein habe viel für die Menschen im Land geleistet und stets die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt gerückt, sich Zeit genommen und zugehört.

Der Chef der FW-Landtagsfraktion, Florian Streibl, zeigte sich ebenfalls tief betroffen: "Der Tod Armin Greins reißt bei den Freien Wählern eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird." Grein hinterlasse in Bayern ein "unvergleichliches politisches Erbe".

Armin Grein mit Orden und Medaillen ausgezeichnet

Grein galt als überzeugter Kommunalpolitiker, der stets betonte, wie wichtig kommunale Politik für das Funktionieren des Gemeinwesens sei. Diese Überzeugung ist bis heute fest bei den Freien Wählern verankert. Bis zur Gründung der Freien Wähler musste Grein über viele Jahre jede Menge Geduld und Überzeugungskraft aufbringen, um die unabhängigen Gruppierungen in Bayern und Deutschland davon zu überzeugen, dass sie als einheitliche politische Kraft mehr erreichen könnten.

Geboren wurde Armin Grein am 21. April 1939 in Aschaffenburg, er wuchs in Faulbach am Main im Landkreis Miltenberg auf. Bis zu seinem Tod lebte er zusammen mit seiner Frau in Marktheidenfeld. Er hinterlässt drei Kinder – einen Sohn und zwei Töchter. Für sein gesellschaftliches und politisches Engagement wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Kommunalen Verdienstmedaille in Gold und der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet.