Wie stellen sich junge Leute ihre Zukunft vor? Welche politischen Weichenstellungen halten sie in Anbetracht von Bevölkerungsrückgang und prognostizierter Überalterung für wichtig? Unter der Regie des Bundesfamilienministeriums und wissenschaftlicher Begleitung der Universität Lüneburg wurden Arbeitsgruppen nach dem Motto "Jugend gestaltet Zukunft" ins Leben gerufen, deren Empfehlungen in die Demografiestrategie der Bundesregierung einfließen sollen. Vier Landkreise in Deutschland sind an diesen Arbeitsgruppen beteiligt - der Landkreis Lichtenfels ist einer von ihnen. Für junge Leute aus der Region bedeutet das, hier mitreden und mitwirken zu dürfen, und zwar unabhängig davon, ob sie in einem Verein, Verband oder einer Jugendgruppe organisiert sind. Interessierte von 14 bis 27 Jahren können sich bei der neuen Jugendamtsleiterin Lydia Brückner im Landratsamt melden, die die Arbeitstagung im März 2016 auf Kloster Banz vorbereiten wird. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel Mitarbeit gefragt ist, sei ein Blick in den Landkreis Friesland erlaubt, wo die erste Tagung bereits stattgefunden hat: Rund 450 Jugendliche und junge Erwachsene haben dort 1400 Vorschläge entwickelt. Auch im hiesigen Landkreis gilt es also, viele dafür zu gewinnen, ihre Meinungen und Ideen einzubringen.

Die Arbeit an Zukunftsfragen und Perspektiven des Landkreises zog sich wie ein roter Faden durch die Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Infrastruktur, der am Donnerstag im Comm-Center, dem Kommunikationszentrum der Hofmann Innovation Group tagte. Die Idee: Der Landrat und die zwölf Kreisräte aller Fraktionen, die diesem Gremium angehören, sollten nicht nur vom Landratsamt aus über die Entwicklung des Landkreises sprechen, sondern gleich einen Einblick bekommen in eines der wichtigsten Unternehmen der Region. Welch verschiedenen Produkten das Know-how des Global Players aus Lichtenfels-Schney zugrunde liegt, ist in der Bevölkerung sicher noch nicht allen bekannt. Landrat Christian Meißner (CSU) zeigte sich nach der Betriebsbesichtigung beeindruckt.

Die anschließend dargelegten Bemühungen, für den Landkreis die Zertifizierung als Bildungsregion zu erreichen, dürften wiederum auch den Firmenchefs gefallen haben. Stichwort Fachkräftebedarf.
Es gehe nicht darum, sich am Ende ein Schild mit dem Titel Bildungsregion an die Tür schrauben zu können, betonte der Landrat. Maria Hahn, die seitens des Landratsamtes den Vernetzungs- und Verbesserungsprozess bestehender Bildungsangebote begleitet, unterstrich, sie wolle die gegründeten Arbeitskreise nicht wieder auflösen; man sollte da dranbleiben. In Bayern Bildungsregionen zu etablieren, geht auf eine Initiative des Kultusministeriums zurück. Der Landkreis setzt dabei auf mehrere Säulen, die neben der Begleitung und Vernetzung auch Hilfe für junge Menschen in besonderen Lebenslagen sowie eine Stärkung der Mittelschulen vorsehen. Verantwortung übernommen haben Thomas Meier vom Gymnasium Burgkunstadt, Roland Vogel vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, Vertreter der Agentur für Arbeit und des Schulamtes sowie der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich und Jugendamtsleiterin Lydia Brückner.


Vorschläge zum ÖPNV erbeten

Als 1996 der erste Nahverkehrsplan des Landkreises erarbeitet wurde, wurden die Bürger nicht nach ihren Wünschen gefragt. Das ist heute anders, betont Helmut Kurz vom Landratsamt. Er war damals schon an der Organisation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) beteiligt. Heute leitet er die Bürgerforen am Montag, 26. Oktober, in Stublang, Gasthaus Hennemann, und am Donnerstag, 29., in Weidnitz, Gasthof "Zum Anker", jeweils ab 18.30 Uhr. Anregungen zu den künftig eingesetzten Bussen (auch schriftlich ans Landratsamt oder per E-Mail) sind ausdrücklich erwünscht.