Ob es die Kunden merken werden? Nein, eher nicht. Wenn sie ab November die Tür zu "Buch und Papier" öffnen, wird ihnen alles vertraut vorkommen - und so will es Bianca Geis auch.

Die Zukunft des einzigen Buchgeschäfts in Bad Staffelstein schien zu Ende zu gehen. Firmeninhaber Heinrich Schulze aus Lichtenfels, dort betreibt Schulze zwei Geschäfte, wollte den Mietvertrag, der im Mai kommenden Jahres ausläuft, nicht mehr verlängern. Auch die Mitarbeiterinnen hatten ihre Kündigung schon erhalten.
"Dann bin ich nochmal auf ihn zugegangen", sagt Bianca Geis. Denn es gab schon einmal Überlegungen, wie es in Bad Staffelstein weitergehen könnte. Es war um das Jahr 2010 herum, als Schulze gefragt hatte, ob sie den Betrieb übernehmen wolle, erzählt sie. Dann kam Greta, ihre Tochter - und das Thema war erstmal vom Tisch.
Die 37-Jährige kennt das Geschäft wie niemand anders.
2001 eröffnete Schulze hier seine Filiale - und sie war zusammen mit einer Kollegin von Beginn an dabei. Sie hat einst ihre Ausbildung bei Schulze gemacht, von 1991 bis 1994, "noch beim alten Chef Hermann Schulze". Karteikarten gründlich sortieren, Kopfrechnen - er sei ein ganz gründlicher Chef gewesen. "Das musste sitzen", lacht sie.

Schulze sei ein alteingesessenes Unternehmen, "damit werden mich die Leute immer in Verbindung bringen." Aber das sei richtig so, denn Schulze sei ja ein guter Name.
Und in der Bewertung der wirtschaftlichen Aussichten kommt sie zu den selben Ergebnissen wie ihr Chef: Geschäfte wie die Papier- und Buchhandlung in Bad Staffelstein hätten als inhabergeführtes Unternehmen noch eine Chance am Markt. "Als reine Filiale mit fest angestellten Mitarbeitern, die man nach Tarif zahlt, geht das nicht mehr", sagt Heinrich Schulze.

Schulze schließt aus diesen Gründen auch sein Papiergeschäft am Marktplatz in Lichtenfels Ende des Jahres. Der im hinteren Teil angesiedelte Buchladen bleibt über den Eingang in der Laurenzistraße erhalten. Durch das Fachmarktzentrum in der Mainau sei die Kundenfrequenz dort außerdem noch einmal gesunken, klagt er. In den Geschäften in Burgkunstadt und Kronach soll alles bleiben, wie es ist.

Unterstützung vom Mann

Auch Bianca Geis sieht das so, da sie die Situation in Bad Staffelstein gut einschätzen kann. Aber sie sieht gute Chancen, es als Selbstständige zu schaffen. "Mein Mann gab den Ausschlag, der sieht alles positiv", lacht sie. Tochter Greta (eineinhalb Jahre alt) sei auch gut versorgt.

Es bleibe so wie bisher. Den Namen "Buch und Papier" übernimmt sie, aber künftig wird Geis auf der Werbetafel über dem Eingang zu lesen sein. Als Mitarbeiterin wird Nadja Scheerbaum dabei sein, sie war bereits von Juni 2011 bis November 2012 als Aushilfe dort tätig. "Es gibt keinen Schnitt - und schließen tun wir in der Übergangsphase auch nicht." Es gehe teilweise etwas wie in einer Familie zu: "Man hat ein persönliches Verhältnis zu den Kunden und kennt sich seit vielen Jahren." Wo finde man das sonst. Nein, so etwas dürfe man doch nicht aufgeben.