Mitten in Altenkunstadt, in der Nähe der evangelischen Kirche, ist ein neues Baugebiet mit 16 Bauplätzen entstanden. Die ersten Häuser stehen schon. In diesem Bereich plant die Gemeinde, weitere 20 Bauplätze zu erschließen. Auch in Strössendorf ist beabsichtigt, ein Baugebiet für acht Bauwillige zu erschließen. "Warum wird in Baiersdorf kein Baugrund erschlossen?", lautete die Frage eines Bürgers an Bürgermeister Georg Vonbrunn beim Bürgergespräch am Dienstagabend in Baiersdorf. Für den Altenkunstadter Rathauschef war es das achte und letzte Bürgergespräch in den Gemeindeteilen seit dem Frühjahr. Im Herbst ist dann eine Bürgerversammlung in Altenkunstadt geplant.
Die Themen, die den Baiersdorfer Bürgern auf den Nägeln brennen, ähneln in einigen Punkten stark denen in den Nachbardörfern.
Hauptthema war auch hier die sich noch im Bau befindende Biogasanlage der Familie Leikeim zwischen Baiersdorf und Prügel. Angesprochen wurden auch fehlende Bauplätze in Baiersdorf.
Die Gemeinde würde erschließen, wenn eine Nachfrage bestünde, teilte Bürgermeister Georg Vonbrunn mit. "Für Strössendorf und Burgkunstadt gibt es eine Nachfrage, für Baiersdorf nicht." Die Gemeinde könne aus Kostengründen kein Baugebiet erschließen, indem letztlich nur zwei Häuser gebaut werden.
Das Argument, dass kein Bedarf vorhanden sei, wollte der frühere Bürgermeister Eugen Braun nicht gelten lassen: "Bauplätze müssen erschlossen werden, damit sie auch verkauft werden können", lautete seine Argumentation auf Grund seiner Erfahrung.
Ein weiteres Thema war die Lebensqualität. Ein Bürger beklagte, dass es in Baiersdorf keinen Bäcker und keinen Metzger mehr gebe. Ob die Gemeinde nicht eine Art Einkaufszentrum nach Lichtenfelser, oder Bayreuther Vorbild in Altenkunstadt bauen könnte?
Bürgermeister Vonbrunn bedauerte, dass die Baur-Kaufwelt geschlossen wurde. Für eine Gemeinde sei es schwierig, privatwirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Zudem müssten sich Läden für ihre Besitzer auch rentieren. In der Theodor-Heuss-Straße, zwischen dem Restaurant "Zum Preußla", der Eisdiele und der Raiffeisenbank, könnte mittelfristig ein neues Zentrum entstehen, wenn die Platzgestaltung gelingt. Dann könnten sich auch neue Einzelhändler ansiedeln. Aber auch diese bräuchten eine Aussicht auf Gewinn.

Parkplatzmangel moniert

Die prekäre Parksituation vor der Grundschule in Altenkunstadt war ein weiteres Anliegen, das zur Sprache kam. Ein Bürger wünschte sich markierte Stellplätze, da manche Autofahrer mehr Fläche als unbedingt nötig belegen. Markierte Parkplätze könnten für mehr Ordnung sorgen. Der Bürgermeister machte darauf aufmerksam, dass an der Friedhofsmauer neue Parkplätze geschaffen wurden und bereits über verschiedene Konzepte nachgedacht wurde. Auch habe es ein Gespräch mit einem Eigentümer über den Verkauf eines in der Nähe liegenden Grundstückes gegeben. Dieser sei zwar zu einem Verkauf bereit, aber nur zu Baulandpreisen. Dies könne sich die Gemeinde auf Grund der Haushaltssituation aber nicht leisten. "Vielleicht könnte man mit Fahrgemeinschaften für eine Entspannung sorgen", regte Vonbrunn an.
Wie schon beim Bürgergespräch Mitte Juni in Prügel hielten sich auch die Baiersdorfer nicht zurück mit ihrer Kritik an der Biogasanlage der Familie Leikeim. Besonders reklamiert wurde, dass die Anlage bis in die späten Abend- und Nachtstunden hinein noch befüllt wurde.
Doris Leikeim räumte ein, dass die Anlage während der Phase der Inbetriebnahme auch zu Zeiten befüllt wurde, "die eher ungewohnt sind". Jetzt bemühe man sich, die Arbeiten zu normalen Zeiten zu bewältigen. "Wir bemühen uns die Belästigung für die Bevölkerung so gering wie irgend möglich zu halten." Bezüglich des Vorwurfs der Lärmbelästigung gab Leikeim zu bedenken, dass Landwirte im Rahmen ihrer Arbeit auf dem Feld auch abends und am Samstag, der übrigens ein normaler Arbeitstag sei, unterwegs sein müssten. Zudem sei in ihrer Biogasanlage auch das Überschwemmungsgras von anderen Berufskollegen angeliefert worden, die es nicht mehr an ihre Tiere verfüttern wollten.
Doris Leikeim widersprach dem Gerücht, im Bereich der Biogasanlage werde ein Schweinestall errichtet: "Wir bauen keinen Stall, sondern ein Endlager für das Gärsubstrat." Dies geschehe im Rahmen einer landwirtschaftlichen Verordnung.