Pralle Sonne, kaum Wind, kaum Schatten. Die Temperaturen kletterten am Wochenende auf bis zu 40 Grad. Insgesamt pilgerten über 8000 Besucher nach Kloster Banz zu den beiden Konzerten der "Songs an einem Sommerabend". Wie geht ein Festival mit so etwas um? Wer richtet sich wofür ein? Der Fränkische Tag sah sich um, wie sich Veranstalter und Publikum auf die tropischen Temperaturen eingestellt hatten.
Konzerte beginnen mit dem Warten - auf Einlass. Aber diesmal nicht in der Allee, die vom Kloster hinauf zur Festivalwiese führt. Bei Baumschnittarbeiten war das Blätterdach der Bäume ausgelichtet worden. Deshalb beschlossen Sicherheitsdienst und Veranstalter, die Schlange der Wartenden in den Banzer Wald zu verlegen, damit diese nicht zu lange der prallen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Kleine Anzugserleichterung

Songs sind Songs und Dienst ist Dienst. Der Feuerwehrmann Patrizio Russo hat Dienst - und doppelt gefütterte Hosen, sie sind vorschriftsmäßig flammenhemmend und hitzebeständig. Das gehört zur Montur. Und die Anwesenheit der Feuerwehr ist Bestandteil der Auflagen, die zu erfüllen sind, wenn man ein Festival veranstalten will. 18 Feuerwehrleute hatten am Samstagabend auf der Klosterwiese Dienst. "Die Hose klebt an den Beinen, es ist eine Katastrophe. Wir haben uns auf Hoseraufkrempeln geeinigt", sagt Patrizio Russo lächelnd. Helm und Jacke hat er abgelegt. Im Falle eines Einsatzes gilt aber Vollmontur.

50 bis 60 Grad am Bratwurstgrill

Grillwagen stehen auf dem Gelände. Die erwarteten 8000 Besucher an den beiden Abenden haben schließlich Hunger. Elke Dietz dürfte zu den wenigen Menschen gehören, die es bei diesen Temperaturen im Freien geradezu behaglich finden. Am Bratwurstgrill wird es nämlich 50 bis 60 Grad warm. Sie und ihre Kollegen wissen sich aber durch die Aufnahme von rund sechs Litern Flüssigkeit zu helfen. "Wir nehmen's mit Humor", kommentiert Elke Dietz.
Benjamin Hacker trägt S3-Sicherheitsschuhe. "Die sind vorgeschrieben", so der Mann vom Roten Kreuz. Gemeinsam mit einer Notärztin und einem Dutzend Sanitäter und Helfer wird er im Falle eines Falles zur Stelle sein. Dehydrierten kann geholfen werden, denn: "Wir haben 40 bis 50 Infusionen mehr dabei", sagt Hacker.
Jede Viertelstunde machen Feuerwehrleute im Wechseldienst einen Rundgang über das Gelände. Der Rasen ist gefährlich trocken. Raucher werden über Lautsprecherdurchsagen gebeten, das Rauchen einzustellen. Es herrscht zudem Waldbrandstufe 5.
Unterm Bühnenzelt ist es am Nachmittag vor dem Auftritt noch wärmer als auf der Wiese. Die Gerätschaften sind abgedeckt. Lediglich die Scheinwerfer auf den Traversen und die Boxen sind der Sonne ausgesetzt. "Ist doch nur Pappe und Magneten", wiegelt ein Techniker lachend ab.
Im Ü-Wagen (Übertragungswagen) des Bayerischen Rundfunks wird das Konzert aufgezeichnet. Die Kameras sind hierher geschaltet, hier passiert der Schnitt für die Fernsehausstrahlung. Aber bei über 35 Grad steigt die Technik aus. Darum ist der Wagen, in dem acht bis zehn Techniker arbeiten, klimatisiert. Am besten läuft die Technik bei 22 Grad, erfahren wir. Um 18 Uhr herrschen im Lkw mit Mischpulten und Monitoren 24 Grad. Wer hier Dienst hat, hat es an diesen heißen Tagen gut.
Die Ordensschwester Lucia kommt aus Straubing. Die Nonne trägt Ornat, dunkel noch dazu - und sie dürfte schwitzen, vermuten wir. Aber sie schwitzt sehr diszipliniert, denn nach dem Fußweg den Banzberg hinauf steht kein Schweißtropfen auf ihrer Stirn. "Es ist eine Sache der Gewohnheit", sagt sie lächelnd und freut sich auf den Abend auf der Klosterwiese mit viel Musik.