Die dringendste Aufgabe sieht Frank Mirsberger darin, die Herausforderungen des Digitalzeitalters zu schultern. Der 38-Jährige, der die Adam-Riese-Werbegemeinschaft seit Juli führt, setzt dabei auf den Willen der Mitglieder sowie der Stadt und der Obermain-Therme, zusammenzuwirken: "Wir brauchen eine Vernetzung der Institutionen - und wir brauchen den Idealismus der Mitglieder, sich einzubringen, um gemeinsam etwas aus der Region zu machen."

Frank Mirsberger ist in Priesendorf aufgewachsen. Nach dem Abitur lernte er den Beruf des Bankkaufmanns und schloss sein Studium der Betriebswirtschaftslehre als Diplomkaufmann ab. "Ich hatte immer schon Interesse daran, etwas Eigenes zu starten", sagt er. Deshalb habe er 2011 zusammen mit seiner Partnerin Melanie Jäger in Bad Staffelstein ein Fachgeschäft für italienische Mode und Style eröffnet. Das Unternehmen "felicissimo" florierte, so dass Filialen in Bamberg und Kulmbach und der Großhandel hinzukamen.

Dem Wandel gerecht werden

"Die Digitalisierung ist mein Thema", sagt Frank Mirsberger. "Wir haben eine große Lebensqualität in Bad Staffelstein", fährt er fort, doch dies sei kein Selbstläufer. Dafür müsse etwas getan werden. Konkret sollten alle Mitglieder der Werbegemeinschaft umdenken und sich an den Wandel anpassen, den die Digitalisierung bringe. Es gehe darum, dies branchenübergreifend zu tun: "Wir müssen die Digitalisierung umsetzen, denn eine gute digitale Präsentation ist die Visitenkarte jedes Betriebes und der Stadt."

Alle Unternehmer einbinden

"Ich bin kein Politiker, ich sehe es unternehmerisch", umreißt er seine Pläne für eine Werbegemeinschaft, die er für alle Branchen geöffnet sehen will: "Wer sich einbringen möchte, der soll mitmachen, ich sehe uns als eine Art Unternehmensverbund." Die Stadt Bad Staffelstein mit dem Kur- und Tourismus-Service werde er ebenso wie die Obermain-Therme als beratende Institutionen integrieren - denn deren Expertisen seien unverzichtbar. Definitiv sollen alle Gewerbetreibenden aus Bad Staffelstein einbezogen werden.

Künftig könnte ein Fokus darauf gelegt werden, regionale Produkte anzubieten und digital bekannt zu machen: "Genuss ist bei uns ein großer Bereich." Als eine seiner ersten Aufgaben sieht Frank Mirsberger jedoch die Mitgliedergewinnung. 27 Betriebe gehörten der Werbegemeinschaft bei seiner Amtsübernahme im Juli an - heute seien es bereits über 30. Doch nicht allein auf die Zahl der Mitglieder komme es ihm an, sondern darauf, dass diese Personen neue Ideen mitbringen.

Enorme Unterstützung für die Werbegemeinschaft bringe der Quartiersmanager Michael Böhm. Er sei das Bindeglied zwischen der Stadt und den Unternehmen und er bringe Ideen ein, deren Umsetzbarkeit er sachkundig erläutere.

Zusammenarbeit mit der KIS

Eine gute Zusammenarbeit wünscht sich Frank Mirsberger zudem mit der Kulturinitiative Staffelstein (KIS). Den Nutzen hätten Künstler, Urlauber und Kurgäste sowie die Geschäftsleute: "Wir weisen unsere Kunden darauf hin, welche Höhepunkte es im Staffelsteiner Kulturleben gibt, indem wir zum Beispiel Flyer der KIS verteilen."

Straßenmusiker treten auf

"Wir werden die verkaufsoffenen Sonntage beibehalten", fährt Frank Mirsberger fort. So sei für Sonntag, 27. Oktober, etwas Neues geplant: Straßenmusiker aus der Region werden den verkaufsoffenen Sonntag begleiten, indem sie an verschiedenen Plätzen in der Stadt auftreten.

Der Autofrühling sei seit über 30 Jahren eine fest etablierte Veranstaltung in der Stadt, die erhalten werden müsse. Vielleicht sei es möglich, den Autofrühling auszubauen. Jedenfalls werde er versuchen, mehr Teilnehmer zu motivieren, sich daran zu beteiligen: "In unserer Region müssen alle Rädchen zusammenspielen."

Flankieren werde die Werbegemeinschaft in diesem Jahr den Weihnachtsmarkt, der am ersten Adventswochenende, 30. November/1. Dezember, stattfindet: "Unsere Firmen öffnen bereits am Freitag sowie am Samstag jeweils bis 20 Uhr."

Zudem möchte Frank Mirsberger Arbeitskreise ins Leben rufen, die sich gezielt mit Themenschwerpunkten befassen. Denkbar seien solche Gesprächsrunden etwa zur Vorbereitung der Weihnachtspunkteaktion sowie zum Autofrühling. Damit möchte er möglichst viele Gewerbetreibende zum Mitmachen bewegen. Das sei wichtig, um zum Beispiel attraktive Preise für die Verlosung zu bekommen. Denn allein von den Mitgliedsbeiträgen (40 Euro im Quartal) lasse sich das nicht bewerkstelligen.

Influenzer und Blogger mit dabei

Frank Mirsberger resümiert: "Die Werbegemeinschaft muss künftig ganz anders auftreten." Die Digitalisierung erfordere andere Strategien. Es sei deshalb erstrebenswert, Influenzer und Blogger aus der Region mit einzubinden. Die Digitalisierung sollte als Herausforderung und Chance gesehen werden - zumal die Stadt mit Vierzehnheiligen, Kloster Banz, dem Staffelberg und der Obermain-Therme ein sehr attraktives Umfeld habe.